Samstag, 25. Januar 2014

Herzhafte Getreideburger

Getreideburger
Macht man Getreidebratlinge aus entsprechenden Fertigmischungen nach Packungsanleitung, so ist das Ergebnis leider nie eine wirkliche Werbung für die pflanzliche Kost. Ich habe aber festgestellt, dass man mit ein paar Extras doch auch aus diesen Mischungen Burger mit viel "umami" und damit mit dem gewissen Pfiff machen kann. Da ich kein Pflanzenöl als Kochzutat verwende, werden die Burger bei mir einfach gebacken, was ihnen geschmacklich keinen Abbruch tut. Die Burger lassen sich übrigens gut einfrieren und später z.B. im Toaster wieder auftauen.

Zutaten (für ca. 12 Burger):
  • 300 g Getreidebratlingmischung, erhältlich in praktisch jedem Bioregal, Bioladen oder Biosupermarkt
  • 2 TL Sojamehl
  • Wasser
  • 1 EL Senf
  • 4 EL Sojasauce
  • 4 EL Würzhefe
  • 1 gehackte Zwiebel
  • optional: 1 EL gehackter Thymian
Zubereitung:
Die Getreidemischung in eine mittelgroße Schüssel geben. Das Sojamehl mit 3 TL Wasser anrühren und über die Mischung geben. Nun die auf der Packung angegebene Wassermenge zum Kochen bringen, 4 EL abnehmen und den Rest mit der Mischung verrühren. 15 Minuten  quellen lassen.
Anschließend den Senf, die Sojasauce, die Würzhefe, die Zwiebelstückchen und (optional) den Thymian zum gequollenen Getreidebrei geben und alles unterheben.
Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und jeweils soviel Getreidebrei auf das Backpapier bringen, dass sich daraus mit einem Löffel ein Burger von etwa 1 cm Höhe und 10 cm Durchmesser formen lässt. Jeweils 6 Burger pro Backblech formen.
Die Bleche in den Ofen schieben und die Burger bei 200 Grad Celius ca 20 Minuten backen. Dann die Burger mit einem Pfannenwender wenden und noch mal 10 Minuten weiterbacken. Fertig.

Samstag, 18. Januar 2014

Massenvernichtungswaffen auf dem Teller

Nur ein Gedanke, den ich loswerden möchte: Als in dieser Woche in unserer Kantine Spaghetti Carbonara im günstigen Hauptmenü angeboten wurde, griffen viele der Kolleginnen und Kollegen zu.

Dabei kann dieses Gericht mit Fug und Recht als Massenvernichtungswaffe bezeichnet werden: Hier wird praktisch alles kombiniert, was die Tiere vernichtende Industrie zu bieten hat: Muskeln von den sozialen und intelligenten Schweinen mit der Babynahrung für junge Kälber, die nach der Geburt aufs Grausamste ihren qualgezüchteten Müttern entrissen werden, damit wir als andere Spezies eben diese Babynahrung stehlen und zu unserem eigenen Schaden in Form von Sahne und Käse in unsere Gerichte stopfen können. Den Kälbern steht dann je nach Geschlecht das selbe traurige Schicksal wie ihren Müttern oder die schnelle Mästung in Einzelhaft und baldige Hinrichtung bevor. Und die Mütter sind nach drei bis vier Jahren ebenfalls körperlich so ausgelaugt, dass für sie keine "wirtschaftliche Verwendung" mehr besteht und sie ebenfalls hingerichtet werden.

Die Spaghetti in der Kantine dürften zudem noch Eier enthalten, die von Hühnern aus qualvoller Haltung stammen, deren Brüder gleich nach dem Schlüpfen vergast oder geschreddert wurden. Das Mehl in den Spaghetti ist zwar pflanzlicher Herkunft, doch hat man für ihre Herstellung fast alle wertvollen Mikronährstoffe aus den Getreidekörnern entfernt, und nur noch die energiedichtesten Bestandteile in Form von Weißmehl übrig gelassen. Kaum Ballaststoffe, kaum sekundäre Pflanzenstoffe.

*Jeder* auch nur einmalige Verzehr eines solchen Gerichts führt zu neuen aterosklerotischen Ablagerungen und damit näher zum Tod. Er erhöht das Risiko für Krebserkrankungen und Typ-II-Diabetes. Er ist selbstredend schlecht für die Tiere, schlecht für die Umwelt und schlecht für die Gesundheit der Esserinnen. Letzteres könnte man vielleicht noch als gerechte Strafe für gedanken- und rücksichtslosen Konsum betrachten, zumindest, wenn der jeweilige Konsument über die Folgen seines Konsums informiert sein könnte und müsste. Dummerweise muss für die Kosten dieses verantwortungslosen Umgangs mit dem eigenen Körper wieder die gesamte Solidargemeinschaft aufkommen. Und auch die Killerkeime, die durch den Antibiotika-Einsatz in Tierfabriken gezüchtet werden, gefährden Veganerinnen ebenso wie Tierverbraucherinnen.

Man muss sich ernsthaft fragen, wieso Firmen zulassen, dass ihren Mitarbeitern in der Kantine überhaupt ein Gericht angeboten wird, dass in jeder Hinsicht den Tod bringt. Zumal, wenn es sich -wie bei der Firma, für die ich tätig bin- um eine handelt, die gleichzeitig regelmäßig für ihr betriebliches Gesundheitsmanagement z.B. in Form geförderter Präventionskurse ausgezeichnet wird.

Es tut zwar für den oben genannten Punkt nichts zur Sache: Aber einige Monate nach dem Umstieg auf die vegane Ernährung begann der Geruch von erhitztem Käse für mich richtig unangenehm zu werden. So stieg denn auch diese Woche wieder ein leichter Brechreiz in mir auf, als mehrere Kollegen mit ihrer Carbonara mit reichlich Käse um mich herum am Tisch saßen. Glücklicherweise kann ich mich bei so etwas gut zusammen nehmen und habe mich dann auch in diesem Fall erfolgreich ganz auf den Geschmack meines köstlichen Sellerie-Kartoffel-Stampfs mit Erbsen-Möhrchen und reichlich Kräutern der Provence konzentriert.

Sonntag, 12. Januar 2014

Gewaltfreie Kommunikation

Schon im Sommer hatte ich ein 3-tägiges Seminar zum Thema Gewaltfreie Kommunikation besucht, war jedoch damals zeitlich so eingepannt, dass ich nicht dazu gekommen bin, das hier zu schildern. Nun versuche ich, das nachzuholen und kann dabei gleich mal überprüfen, was noch hängen geblieben ist.

Was ist überhaupt Gewaltfreie Kommunikation? Von der Bezeichnung her könnte man vermuten, es ginge lediglich darum, in der zwischenmenschlichen Kommunikation im Berufs- oder Privatleben sein Gegenüber nicht physisch oder auch nur verbal anzugreifen. In Wahrheit steckt aber wesentlich mehr dahinter. Gewaltfreie Kommunikation (GfK) wurde von dem amerikanischen Psychologen Marshall B. Rosenberg entwickelt und ist ein komplettes Konzept oder Modell der Kommunikation, welches es ermöglichen soll, mit seinem Gegenüber in einen wertschätzenden  Dialog einzutreten, der Konflikte vermeidet und allen Seiten die Erfüllung ihrer Bedürfnisse ermöglicht. (Eine der Grundannahmen ist dabei, dass es keine sich gegenseitig widersprechenden oder ausschließenden Bedürfnisse der Menschen gibt, sondern dass lediglich die Strategien zur Erfüllung von Bedürfnissen miteinander in Konflikt stehen können. Der Satz "Ich will Deinen Porsche haben" formuliert demnach kein Bedürfnis, sondern lediglich eine Strategie zur Erfüllung eines grundlegenderen Bedürfnisses wie Mobilität, Anerkennung oder ähnliches.)  Auch Vorwürfe wie "Nie hörst Du mir zu" sind im Sinne der GfK nicht gewaltfrei. Ebensowenig ist es in diesem Sinne gewaltfrei, wenn ich mein Gegenüber zu einem Verhalten bringen will, das seinen eigenen Bedürfnissen oder Überzeugungen widerspricht.

Bevor jetzt jemand sagt, dass ein wertschätzender Austausch aber nur möglich sei, wenn auch das Gegenüber dazu bereit ist: Nun, zum einen vermindert GfK die Gefahr, dem Gegenüber eben diese Bereitschaft durch unbedachte oder verletzende Äußerungen zu nehmen, zum anderen kann GfK tatsächlich auch dann noch angewandt werden, wenn der Kommunikationspartner nicht nach ihren Regeln spielt. In dieser Hinsicht verfolgt die GfK in der Kommunikation eine ähnliche Philosophie wie das Aikido im Kampfsport.

Auf dieses Thema gekommen bin ich, da ich schon einmal in anderem Zusammenhang  von Gewaltfreier Kommunikation gehört hatte und dann auch noch einmal Prof. Melanie Joy, die Urheberin des Begriffs des Karnismus, in der Frage-Stunde nach ihrem Vortrag letztes Jahr im Kölner Stollwerck allen, die für eine vegane Lebensweise Zeugnis geben und werben wollen, empfahl, sich mit diesem Konzept zu beschäftigen. In der Tat kann man kaum glaubwürdig für eine auf Empathie und "Ahimsa", also Vermeidung unnötigen Leides und Schadens abzielende Lebensweise werben, wenn man es dabei an Empathie und Respekt für sein Gegenüber vermissen lässt.

Das Schöne an der GfK ist, dass sie auf nur wenigen, leicht zu merkenden Prinzipien aufbaut. Die eigentliche Schwierigkeit liegt dann eher darin, diese Prinzipien in der alltäglichen Kommunikation auch anzuwenden. Das geht nur mit entsprechender Einübung, so dass Seminare die GfK tatsächlich besser vermitteln können als die reine Lektüre zugehöriger Literatur. Die Literatur kann aber sicher dazu gut sein, dass Eingeübte noch einmal zu unterfüttern und zu vertiefen.

Ein paar der Prinzipien (wie ich sie verstanden habe) möchte ich kurz darlegen, da der geneigte Leser/die geneigte Leserin dadurch vielleicht eine bessere Vorstellung davon bekommt, was hinter der GfK steckt:
  • Die GfK kennt vier Schritte, die sich auch mal überschneiden können und je nach konkretem Fall auch nicht immer alle vollständig durchdekliniert werden müssen: Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte.
  • Der erste Schritt, Beobachtung, ist wirklich nur im Sinne der reinen Beobachtung des Verhaltens der Mitmenschen zu verstehen. Es sollen keinerlei Annahmen über ihre Motivationen und auch keine Wertungen ihres Verhaltens vorgenommen werden. Gerade, wenn ich meine Beobachtungen meinem Gegenüber beschreibe, ist es wichtig, dass ich dabei auch jegliche wertende Sprache vermeide. Man sagt also nicht: "Dir ist mein Wunsch nach Ordnung ganz egal" oder "Hier sieht's wieder richtig schlampig aus", sondern lediglich: "Du hast Deine Socken auf dem Boden liegen lassen." (Dieser Punkt fällt mir persönlich gar nicht leicht, da ich den Großteil meines bisherigen Lebens immer mein Recht auf meine eigene Meinung vertreten und somit auch nie darauf geachtet habe, ob meine Sprache wertend ist oder nicht. Mit solchen Bewertungen kann man jedoch in der Tat bereits jeden weiteren Dialog blockieren.)
  • Nach der Beobachtung kommt als nächster Schritt das damit verbundene (negative) Gefühl. Dabei geht es darum, sich einfühlend mitzuteilen, bzw. je nach Fall auch einfühlend dem Gegenüber zuzuhören. Also etwa beim Beispiel mit den Socken: "Ich fühle mich hier mit den Socken auf dem Boden weniger wohl." Die Verantwortung für meine Gefühle liegt bei mir, daher soll man Sätze wie "Ich fühle mich schlecht, weil Du ..." vollkommen vermeiden.
  • Dann folgt das Bedürfnis. Auch für meine Bedürfnisse zeichne  ich selbst verantwortlich. Ich verlange also gerade nicht, dass mein Kommunikationspartner meine Bedürfnisse kennen oder mir von den Augen ablesen muss, sondern muss diese schon selber äußern. Dazu ist natürlich auch wichtig, dass ich mir selber über sie im Klaren bin. (Was, wie sich im Seminar bei einigen Übungen gezeigt hat, auch alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist.) Im  meinem zugegebenermaßen sehr einfachen und trivialen Sockenbeispiel wäre das also: "Ich habe das Bedürfnis nach Ordnung und Struktur in unserem Zuhause." In diesem Fall bietet es sich sogar an, Gefühl und Bedürfnis in einem Satz zusammenzufassen: "Ich fühle mich hier mit den Socken auf dem Boden weniger wohl, weil ich das Bedürfnis nach Ordnung und Struktur in unserem Zuhause habe."
  • Ganz zum Schluss kommt die Bitte, die sich jedoch auch auf den konkreten Fall beziehen muss und nicht auf vermeintliche pauschale Verhaltenmuster: "Ich bitte Dich, dass Du Deine Socken nach dem Tragen in den Wäschekorb  legst." (Und nicht etwa: "Ich bitte Dich, dass Du in Zukunft ordentlicher wirst.") Interessanterweise können derart vorgetragene Bitten von kaum einem Menschen abgeschlagen werden. Dennoch geht es bei der GfK nicht darum, die Mitmenschen in ein bestimmtes Verhalten hinein zu manipulieren, sondern um echte mitfühlende Kommunikation auf gleicher Augenhöhe. (Es gibt sicher auch immer einen gewissen, sehr kleinen Prozentsatz von Menschen, die zur Empathie nicht fähig sind und daher auch nicht die Bereitschaft aufbringen, ihr Verhalten mit den Bedürfnissen anderer Menschen in Einklang zu bringen. Da die Bitte in der Tat als solche gemeint sein soll, muss man auch das akzeptieren und dann wiederum sehen, wie man dennoch den eigenen Bedürfnissen gerecht werden kann, z.B. indem man solchen Menschen ausweicht.)
  • Ein ganz wichtiger Punkt bei der GfK neben der Empathie ist die Selbst-Empathie, d.h. man soll die eigenen Gefühle und Bedürfnisse nicht den anderen zuliebe unter den Teppich kehren, sondern man darf und soll sich selbst lieben und die eigenen Bedürfnisse ernst nehmen.
  • Damit im Zusammenhang steht, dass es bei der GfK nicht darum geht, eigenen Ärger und Frustration zu unterdrücken, denn auch das sind zulässige Gefühle. Dazu darf man in seinem Kopf das aufführen, was Marshall B. Rosenberg die "eigene Wolfsshow" nennt. Ich darf mir also durchaus auch erst mal denken, dass mein Gesprächspartner ein eigensüchtiger Vollidiot ist. Bevor ich dann aber etwas sage, halte ich mir noch einmal die vier Schritte vor Augen und mache mir z.B. klar, dass hinter dem aus meiner Sicht eigensüchtigen und idiotischen Verhalten des anderen ein Mensch mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen steht, die er lediglich mit einer Strategie umsetzt, die mit den Strategien zur Erfüllung meiner Bedürfnisse in Konflikt steht. Und dieser Konflikt wiederum lässt sich in aller Regel auflösen, wenn ich dem anderen in einem wertschätzenden Dialog meine Gefühle und Bedürfnisse aufzeige, ihn zu seinen Gefühlen und Bedürfnissen befrage und schließlich daraus eine Bitte oder einen Vorschlag ableite.
Einige Punkte in der GfK haben mich durchaus auch an fernöstliche Lebensphilosophien und -prinzipien erinnert, so etwa der Punkt, dass wahre Empathie nicht ohne Selbst-Empathie möglich ist. Auch in der buddhistischen Metta-Meditation weitet man den Kreis des Ein- und Mitfühlens ja sukzessive aus: von sich selbst, zu seinen nächsten Angehörigen, zu allen Menschen (einschließlich seiner "Feinde") bis hin zu allen fühlenden Wesen.
Der Punkt der Verantwortung für die eigenen Gefühle ist auch in dem buddhistischen Konzept der zweiten Pfeile des Leidens enthalten. (Das sind die, die man auf sich selbst abschießt, indem man von außen zugefügtes Leid, also die ersten Pfeile des Leidens, noch durch eigene Gedanken verstärkt.)

Alles in allem kann ich sagen, dass ich ebenfalls jedem Aktivisten und gerade auch jedem Tierrechtsaktivisten nur empfehlen kann, sich mit Gewaltfreier Kommunikation zu beschäftigen - am besten in einem Seminar. Es ist eigentlich die einzige Form der Kommunikation, mit der man glaubwürdig und damit effektiv für eine Lebensweise eintreten kann, die Gewalt an fühlenden Wesen minimieren will. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es gar nicht so leicht ist, das mustergültig in die Praxis umzusetzen. Allerdings hat mir das Seminar zumindest schon mehrmals geholfen, mich in Auseinandersetzungen und Diskussionen etwas zurück zu nehmen und mein Gegenüber weniger als Gegner denn als Mitmenschen mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen wahrzunehmen, ohne dabei die Leidenschaft für meinen Standpunkt zu verlieren. Ich glaube, dass mir gerade dadurch eher zugehört wurde, als wenn ich meinem Gegenüber lediglich meine Argumente "um die Ohren gehauen" hätte und damit zu beweisen versucht hätte, dass ich recht und der andere unrecht hatte.

Wer besonders viel Glück hat, findet in seiner Nähe ein Seminar, das von Herbert Warmbier durchgeführt wird, der auch das von mir besuchte Seminar leitete. Er hat den Ablauf mit Theorie und Übungen wunderbar vorbereitet und die Prinzipien wirklich gut vermittelt, auch wenn von den Teilnehmern durchaus kritische Bemerkungen oder zweifelnde Fragen kamen.  Ihm merkte man auch in solchen Diskussionen an, dass er die Prinzipien der GfK wirklich verinnerlicht hat und dass er sie nicht nur unterrichtet, sondern auch lebt.

Dienstag, 31. Dezember 2013

Bunter Nudelsalat

Bunter Nudelsalat in der Schüssel
Okay, für die Silvesterparty kommt das Rezept jetzt wohl ein bisschen zu spät. Aber dennoch eignet sich dieser Nudelsalat gut als Mitbringsel zu Feten jeder Art, da er gut auf jedes Party-Buffet passt, man ihn zudem guten Gewissens genießen kann und er verlässlich verhindern kann, dass man auf einer ansonsten unveganen Party hungern muss. Zudem ist er auch wirklich einfach und schnell gemacht, da nur die Nudeln gekocht werden müssen und man ansonsten nur ein bisschen schnibbeln und rühren muss.

Zutaten (ca. 8 Portionen):
Eine Portion Sojanaise
1/2 Liter Gemüsebrühe, gut gesalzen
500 g Vollkorn-Spiralnudeln
250 g (Tiefkühl-)Erbsen
250 g Cherry-Tomaten
1 mittelgroßes Glas Bio-Gewürzgurken (ohne Aromen)
1 Hand voll gehackte Petersilie
1 große Karotte


Zubereitung
Die Vollkorn-Nudeln nach Packungsangaben kochen und in einem Sieb mit kaltem Wasser abschrecken. Während die Nudeln kochen, die Sojanaise nach Rezept zubereiten. Die gekochten Nudeln in eine sehr große Schüssel geben. Die Sojanaise und die Brühe miteinander verrühren und über die Nudeln verteilen. (Das Sojanaise-Brühe-Gemisch ist sehr viel Flüssigkeit, die aber später von den Nudeln weitgehend aufgesogen wird.) Die (aufgetauten) Erbsen und die gehackte Petersilie hinzugeben. Die Gewürzgurken klein schneiden, die Cherry-Tomaten vierteln, die Karotte raspeln und alles ebenfalls hinzugeben. Alles gut unterheben und ein paar Stunden ziehen lassen.

Tipp: Bei den Zutaten lässt sich je nach Saison und Laune natürlich beliebig variieren. Z.B. würde sich sicher auch Stangensellerie,  Paprika oder Räuchertofu gut darin machen.

Allen Leserinnen und Lesern meines Blogs ein frohes neues Jahr!

Sonntag, 15. Dezember 2013

Als Veganer im Steakhaus

Na toll, da hatten die Kollegen der Abteilung sich für das diesjährige Weihnachtsessen mehrheitlich für das Steakhaus "Colina" im Herzen Kölns entschieden, obwohl sie nicht nur wissen, dass ich vegan lebe, sondern von zwei weiteren Kollegen der Abteilung bekannt ist, dass sie Fleisch vermeiden. Erschwerend kam hinzu, dass das ausgewählte Steak-Restaurant im Gegensatz zu den meisten anderen Gastronomiebetrieben dieser Art noch nicht einmal eine Salat-Bar aufweisen konnte.

Wie üblich rief ich einen Tag vor dem Essen im Restaurant an, um die veganen Optionen zu eruieren. Immerhin sollte es sich nach der im Internet publizierten Speisekarte um kubanische Küche handeln, so dass sich auch ein paar grundsätzlich vegetabile Gerichte wie gekochter Maniok und Reis mit schwarzen Bohnen ("Moros y Cristianos", zu deutsch "Mauren und Christen") im Angebot fanden. Leider ergab meine Anfrage, dass der Restaurantbetreiber entschieden hatte, dass Reis und Bohnen nur mit Speck schmecken. (Wohingegen ich mich frage, wie man ein so perfektes Gericht damit im wahrsten Sinne des Wortes versauen kann, statt ihm einfach eine würzige und leckere Salsa hinzuzufügen.) Den gekochten Maniok meinte man wohl auch nicht ganz ernst und verwies auf die frittierte Variante.

Nachdem ich noch einmal aufgezählt hatte, was bei vegan nicht in Frage kommt (natürlich kein Fleisch, aber auch keine Butter, keine Eier, keine Sahne, kein Quark usw.) und auch erwähnte, dass mein Essen möglichst nicht frittiert sein und auch sonst nur wenig Öl enthalten solle, konnte ich förmlich durch den Hörer wahrnehmen, dass für meinen Gesprächspartner damit alles überhaupt Essenswerte ausgeschlossen war. Er versicherte mir aber, dass der Chefkoch schon ein passendes Menü kreieren werde. (Was das Öl angeht, mache ich beim Auswärts-Essen schon eine Ausnahme vom völligen Verzicht, da ich damit erfahrungsgemäß auch die vegan-freundlichsten Köche überfordere.) Am Abend zuvor sei schon eine Abteilung des Versicherungskonzerns X da gewesen "und da war auch ein Veganer dabei". Immerhin kommt also wohl kein Restaurant mehr um Anfragen für vegane Speisen herum. Wenn wir Veganer also "dran" bleiben und weiter nerven, schaffen es die meisten Restaurants vielleicht auch irgendwann einmal, ein oder zwei vegane Hauptgerichte auf die Karte zu setzen, die diese Bezeichnung auch verdienen.

Ich bezweifle mal, dass das fleisch- und öltriefende Angebot dieses Steakhauses irgendetwas mit authentischer kubanischer Küche zu tun hat. Schließlich kann ein armes Land wie Kuba es sich gar nicht leisten, die wertvollen Makro- und Mikronährstoffe ganzer Pflanzen zu vergeuden, indem es sie fast komplett an Tiere verfüttert oder aus ihnen das reine Fett herauspresst.

Meine Zweifel daran, dass mir tatsächlich etwas rein pflanzliches, sättigendes und  fettarmes serviert würde, blieben erst einmal und wurden am nächsten Abend auch prompt bestätigt: Der Chefkoch hatte zwar ein paar Tomatenhälften mit Olivenpaste und ein paar weitere mit blanchierten Zwiebelwürfeln und etwas Balsamico-Creme präpariert. Zusätzlich gab es einen Teller mit gegrilltem und gewürztem Gemüse (ein paar Paprika-Streifen, ein paar Auberginen-Scheiben und eine in Ringe geschnittene Zwiebel), alles leider in Öl schwimmend.

Ich fand das ja einerseits sehr rührend und aufmerksam. Andererseits fragte ich mich jedoch, wie jemand das ernsthaft als echte Mahlzeit, geschweige denn als Menü ansehen kann. Sollte man auf Kuba tatsächlich noch nicht von Reis, Bohnen oder Kartoffeln ohne die Zugabe von zerstückelten Tieren oder sonstigen Tierprodukten gehört haben? Eigentlich bietet die lateinamerikanische Küche doch eine große und köstliche Auswahl rein pflanzlicher und sättigender Kost.

Meine Zusatzbestellung für den gekochten Maniok, der ja nun mal immerhin auf der Karte stand, wurde erneut nur widerstrebend entgegen genommen. ("Der frittierte schmeckt viel besser.") Dieser kam dann in einer recht übersichtlichen Schale (zum Preis von immerhin € 6,80) und war leider auch mit Öl übergossen, das ihn aber immerhin noch nicht sehr durchdrungen und sich überwiegend auf dem Boden der Schale gesammelt hatte. Tatsächlich erwies sich dieses Gericht dann auch als sehr wohlschmeckend und halbwegs sättigend, wobei ihm eine leckere Salsa natürlich auch noch etwas mehr Pfiff hätte geben können. (Die laut Speisekarte auch dazu gehört hätte.)

Kurzum: Das servierte Essen war seinen Preis nicht wert.

Aufgrund der erwähnten Zweifel an den veganen Kochkünsten dieses "kubanischen" Steakhauses hatte ich immerhin vorgesorgt. Das gute an Firmenessen ist, dass man zu ihnen mit einer Aktentasche erscheinen kann, und dass gute an Aktentaschen wiederum ist, dass man in ihnen auch Essen in ein Restaurant schmuggeln kann. In meiner hatte ich denn auch eine Plastikbox mit gebackenem Hokkaido-Kürbis (mit etwas Kräutersalz und Garam Masala gewürzt) sowie gebackenen Süßkartoffeln mitgebracht, und verfrachtete den Inhalt in einem halbwegs unbeobachteten Moment auf meinen Teller. Meine neben mir sitzenden vegetarischen Kollegen durften diese einfach zubereiteten Köstlichkeiten auch mal probieren.  So wurde der Abend (den stinkenden Rauchschwaden vom Grill zum Trotz) ein durchaus netter mit vielen lustigen Geschichten, interessanten Unterhaltungen und ganz ohne Magenknurren.

Ich war jedoch wieder einmal in meiner Erkenntnis bestätigt, dass das Angebot der meisten Restaurants völlig einfallslos, uninspiriert und dem körperlichen Wohlergehen abträglich ist. Solange dieses schlechte Angebot aber auf eine entsprechende Nachfrage trifft, wird es wohl auch dabei bleiben.

Erstaunlich finde ich den Umstand, dass Restaurants überhaupt mit offenen Grills im Gästebereich operieren dürfen, während das Rauchen in allen Gastronomiebetrieben nach den NRW-Gesetzen strengstens verboten ist. Vielleicht hat sich ja noch nicht herumgesprochen, dass der Rauch eines Grills das mehrtausendfache an Karzinogenen enthält wie der Rauch einer Zigarette.