In meinem letzten Tipp habe ich beschrieben, warum Samen, Nüsse, Oliven und andere pflanzliche Lebensmittel mit höherem Fettanteil die bessere Alternative zu Pflanzenölen sind und man letztere besser vermeiden sollte. Insbesondere für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Omega-3-Fettsäuren (vor allem Alpha-Linolensäure) und Omega-6-Fettsäuren (vor allem Linolsäure) ist es gut, letztere nur in Maßen zu konsumieren, was bei der Verwendung von Pflanzenölen oft schon nicht mehr möglich ist.
Von den Omega-6-Fettsäuren nimmt man über ganze Pflanzen schon automatisch die empfohlene Menge von 2,5 Prozent des Gesamtenergiebedarfs auf. (Z.B. über Vollgetreide.) Bei den Omega-3-Fettsäuren kann man hingegen noch etwas nachhelfen: Sie sind nur in ganz bestimmten pflanzlichen Lebensmitteln in nennenswerten Anteilen enthalten. Neben Walnüssen, Spinat und speziellen Mikroalgen zählen dazu vor allem Leinsamen, die sich wunderbar in viele Mahlzeiten intergrieren lassen, z.B. in das morgendliche Müsli, den morgendlichen Frischkornbrei oder in Selbstgebackenes wie Brot oder Pizza.
Dummerweise können Leinsamen den Körper vollkommen unverdaut passieren, wenn sie im Ganzen aufgenommen werden. Die Inhaltsstoffe können dann nicht verwertet werden. Um aus Leinsamen also einen Nutzen für die Ernährung ziehen zu können, müssen sie in geschroteter Form gegessen werden. Nun könnte man sie zwar auch fertig geschrotet im Laden kaufen, jedoch hat dies wieder einen anderen Nachteil: Omega-3-Fettsäuren oxidieren sehr schnell, d.h. sie werden schnell ranzig. Dann können sie ebenfalls mehr schaden als nutzen. Bei fertig geschroteten Leinsamen im Laden weiß man nie so genau, wie lange sie dort schon stehen und wie weit ihre Verranzung damit schon fortgeschritten ist.
Dazu gibt es eine einfache Lösung: Eine kleine elektrische Kaffemühle mit Schlagwerk eignet sich hervorragend, um damit ganze Leinsamen selber zu schroten. Sie ist für wenig Geld (so ab ca. 15 Euro) erhältlich und sieht z.B. so aus:
Mit so einer Kaffemühle kann man sich jeweils einen Wochenvorrat an Leinsamen (d.h. so ca. 2 Teelöffel pro Tag) schroten und diesen dann in einem geeigneten Behältnis im Kühlschrank aufbewahren. Jeden Tag entnimmt man dann die benötigte Menge, um sie z.B. dem Müsli zuzufügen.
Damit sind die Leinsamen zum einen vom Körper verwertbar und zum anderen gleichzeitig auch möglichst frisch und unranzig.
Auf NutritionFacts.org werden unter http://nutritionfacts.org/video/flaxseed-vs-prostate-cancer/ übrigens mehrere neuere Studien zitiert, wonach der tägliche Konsum von Leinsamen bei Männern wohl aufgrund der darin enthaltenen Lignane auch zur Bekämpfung von Prostatakrebs in bestimmten frühen Stadien nützlich ist.
