In der letzten Woche rauschte mal wieder eine ernährungsbezogene Aussage durch den Blätterwald, nämlich die, dass Eier nun doch gesund seien und man Herz und Arterien etwas Gutes tue, indem man täglich ein Ei esse. Die Artikel bezogen sich auf eine Studie, die in der Reihe "Heart" des British Medical Journal veröffentlicht wurde. (http://heart.bmj.com/content/early/2018/04/17/heartjnl-2017-312651)
Der Studie liegen die Daten von einer halben Millionen Chinesen zugrunde. Unseren Medien zufolge hat die Studie ergeben, dass der tägliche Konsum eines Eies mit einem reduzierten Risiko für Herzinfarkt und hämorrhagischen Schlaganfall einhergehe.
Also alles gut und ran an die Eier? Moment mal! Erst einmal wurde auch hier nur eine Korrelation, d.h. ein statistischer Gleichlauf, und kein kausaler Zusammenhang gezeigt. Wer auf prospektive Kohorten-Studien hinweist, in denen Vegetarier_innen und Veganer_innen eine niedrigere Sterblichkeit aufweisen, bekommt ja auch immer gleich zu hören, dass das erst mal gar nichts beweise und Vegetarier_innen ja auch allgemein einen gesünderen Lebensstil pflegten, indem sie sich mehr bewegten und seltener rauchten. (Allerdings bleibt die niedrigere Sterblichkeit in solchen Studien auch dann erhalten, wenn man diese Störfaktoren herausrechnet.) Die Studienautoren schreiben selbst, dass diejenigen Chinesen, die täglich ein Ei aßen, gebildeter und wohlhabender gewesen seien, als diejenigen, die praktisch keine Eier aßen. Vielleicht machten die Eier-Esser also mehrheitlich den Eier-Konsum durch mehr Sport, häufigere Vorsorgeuntersuchungen und zusätzlichen Gemüse- und Obstkonsum wett? Das würde zumindest dazu passen, dass sich in China durch die wirtschaftliche Entwicklung eine große Mittelschicht herausbildet, die in Vielem westliche Verhaltensweisen übernimmt. Es geht aus der Zusammenfassung der Studie nicht hervor, ob und wie die errechneten Korrelationen um solche möglichen Störfaktoren bereinigt wurden. Das Risiko für ischämische Herzerkrankungen war bei den täglichen Eieressern übrigens 12 Prozent geringer als bei den Eiervermeidern, das Risiko für hämorrhagischen Schlaganfall lag um 26 Prozent niedriger.
Wer die Studien von Dr. Esselstyn kennt, weiß aber, dass sich das Risiko für einen Herzinfarkt und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch um sage und schreibe 99 Prozent reduzieren lässt: Nämlich durch eine vollwertig pflanzliche und ölfreie Ernährung, die damit logischerweise auch Eier ganz ausschließt.
Wer ein möglichst geringes Risiko für Herzinfarkt haben möchte, fährt also mit der Ernährung a lá Dr. Esselstyn um ein Vielfaches besser als mit mehr oder weniger Eierkonsum: Mit ihr wird der Herzinfarkt praktisch ausgeschlossen.
Abgesehen davon war wieder mal in keinem der Artikel von den ethischen Problemen der Eierproduktion die Rede: Von den auf Hochleistung getrimmten Qualzuchten, über die überwiegend schlimmen Haltungsbedingungen bis zu dem weiterhin praktizierten Schreddern der frisch geschlüpften männlichen Küken. Fühlende Tiere als reine Produktionsfaktoren zu behandeln und die Hälfte von ihnen sogar erst auszubrüten und gleich, nachdem sie neugierig und lebenshungrig das Licht der Welt erblickt haben, wieder kaltblütig umzubringen, ist ein unglaublicher Zynismus, den niemand guten Gewissens durch den Konsum von Eiern unterstützen kann.
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Donnerstag, 31. Mai 2018
Freitag, 30. März 2018
Low-Carb- und Paleo-Märchen 2: Der Cholesterinwert sagt nichts über das Herzinfarktrisiko aus
Das Märchen:
Es war einmal ein Land, in dem lebten ein paar Millionen Menschen. In diesem Land bekamen jedes Jahr viele Tausend Menschen plötzlich und unerwartet einen Herzinfarkt und über ein Drittel derjenigen, die es erwirschte, starben daran. Wenn der Gestorbene prominent war, wie z.B. ein Sänger namens Udo Jürgens, ein Publizist namens Frank Schirrmacher oder ein Schauspieler namens Ulrich Pleitgen, zeigten sich ihnen nahe stehende Menschen in den Medien immer erschüttert und fassungslos.
Wissenschaftler und Mediziner versuchten die Gründe dafür herauszufinden und stellten eine gewagte Theorie auf: Vielleicht erhöht ja ein hoher Cholesterinwert das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden? Sogleich wurden Statistiken erstellt: Es wurde geschaut, welche Cholesterinwerte die verstorbenen und die überlebenden Herzinfarktpatienten vor dem Schicksalsschlag hatten und diese Werte wurden mit denen von Menschen verglichen, die noch nie einen Herzinfarkt hatten. Doch dabei kam heraus, dass ein Drittel der Opfer eines Herzinfarktes einen niedrigen Cholesterinwert von unter 200 mg/dl gehabt hatten, also sogar 30 mg/dl besser als der durchschnittliche Wert von 230 mg/dl der Menschem im Lande. Damit war bewiesen, dass der Cholesterinwert nichts über das Herzinfarktrisiko aussagt. Die Menschen waren beruhigt, aßen wie bisher weiter viel Speck, Eier, Butter und Käse und wenn sie nicht ans Herzinfarkt gestorben sind, dann wird es vielleicht noch passieren.
Die Wahrheit:
Das Argument, ein Drittel aller Herzinfarktopfer habe einen niedrigen Cholesterinwert, hängt an der Definition von "niedrig". In einer Gesellschaft, in der der durchschnittliche Cholesterinwert bei 230 mg/dl liegt, mag ein Wert unter 200 mg/dl niedrig erscheinen. Jedoch lagen die Cholesterinwerte von Menschen in den ländlichen Regionen Asiens oder Afrikas, wo vor der Ankunft von Industrienahrung viele stärkehaltige pflanzliche Grundnahrungsmittel wie Reis oder Maniok gegessen wurden, fast immer unter 150 mg/dl. Gleichzeitig kamen Herzinfarkte in diesen Regionen praktisch nicht vor. Neugeborene haben übrigens meist Cholesterinwerte unter 140 mg/dl.
Genauso gut könnte man sagen, die Hälfte aller Auffahrunfälle mit Todesopfern geschehen bei "niedrigen" Geschwindigkeiten, also hat die Fahrgeschwindigkeit eines Autos nichts mit dem Risiko eines tödlichen Auffahrunfalls auf ein anderes Auto zu tun. Die erste Aussage wäre sogar wohl richtig, wenn man als "niedrige" Geschwindigkeit z.B. alles unter 170 km/h definiert. Und man unterschlägt dann einfach, dass Fahrzeuge bei unter 70 km/h wirklich kaum Unfälle dieser Art verursachen. Jedenfalls sind die Raten tödlicher Autounfälle auf Autobahnen nun mal in solchen Ländern niedriger, in denen auf diesen eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h gilt.
Der Zusammenhang zwischen den Blut-Cholesterinwerten und dem Risiko für einen Herzinfarkt ist in hunderten von Bevölkerungsstudien nachgewiesen. Dabei spielt es nicht einmal eine Rolle, ob das Cholesterin im Blut ursächlich für Herzinfarkte ist, oder ob es lediglich ein Indikator für andere Faktoren ist, die zu einem Herzinfarkt führen können. Es gilt trotzdem: Je höher ihr Cholesterinwert, desto höher Ihr Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden. Sollte Ihnen dieses Schicksal einmal widerfahren und sollten Sie aber das Glück haben, sich statt beim Bestatter nur im Krankenhaus wiederzufinden, so werden die Ärztinnen und Ärzte mit Ihnen keine Diskussion über die Schädlichkeit oder Unschädlichkeit hoher Cholesterinwerte beginnen. Sie werden Ihnen einfach Cholesterinsenker verschreiben und fertig, und zwar völlig im Einklang mit der wissenschaftlichen Studienlage.
Die gute Nachricht: Hohe Cholesterinwerte sind ebenso wenig ein unabwendbares Schicksal wie ein Herzinfarkt. Wie Dr. Caldwell Esselstyn in mittlerweile zwei Studien gezeigt hat, können Sie mit einer vollwertig pflanzlichen Ernährung ohne extrahierte Pflanzenfette Ihr persönliches Risiko für einen Herzinfarkt gegen Null bringen. Zitat Dr. Esselstyn: "Koronare Arterienerkankungen sind ein zahnloser Papiertiger, der gar nicht existieren müsste und der -wo er existiert- nicht fortschreiten müsste." Wenn Sie diese Ernährungsweise nur einmal für drei Wochen ausprobieren, werden Sie feststellen, dass auch Ihre Cholesterinwerte ganz ohne Medikamente und deren unschöne Nebenwirkungen sinken und sinken.
Das Märchen von der fehlenden Aussagekraft von hohen Cholesterinwerten für das Herzinfarktrisiko ist genau das: Nur ein Märchen.
Es war einmal ein Land, in dem lebten ein paar Millionen Menschen. In diesem Land bekamen jedes Jahr viele Tausend Menschen plötzlich und unerwartet einen Herzinfarkt und über ein Drittel derjenigen, die es erwirschte, starben daran. Wenn der Gestorbene prominent war, wie z.B. ein Sänger namens Udo Jürgens, ein Publizist namens Frank Schirrmacher oder ein Schauspieler namens Ulrich Pleitgen, zeigten sich ihnen nahe stehende Menschen in den Medien immer erschüttert und fassungslos.
Wissenschaftler und Mediziner versuchten die Gründe dafür herauszufinden und stellten eine gewagte Theorie auf: Vielleicht erhöht ja ein hoher Cholesterinwert das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden? Sogleich wurden Statistiken erstellt: Es wurde geschaut, welche Cholesterinwerte die verstorbenen und die überlebenden Herzinfarktpatienten vor dem Schicksalsschlag hatten und diese Werte wurden mit denen von Menschen verglichen, die noch nie einen Herzinfarkt hatten. Doch dabei kam heraus, dass ein Drittel der Opfer eines Herzinfarktes einen niedrigen Cholesterinwert von unter 200 mg/dl gehabt hatten, also sogar 30 mg/dl besser als der durchschnittliche Wert von 230 mg/dl der Menschem im Lande. Damit war bewiesen, dass der Cholesterinwert nichts über das Herzinfarktrisiko aussagt. Die Menschen waren beruhigt, aßen wie bisher weiter viel Speck, Eier, Butter und Käse und wenn sie nicht ans Herzinfarkt gestorben sind, dann wird es vielleicht noch passieren.
Die Wahrheit:
Das Argument, ein Drittel aller Herzinfarktopfer habe einen niedrigen Cholesterinwert, hängt an der Definition von "niedrig". In einer Gesellschaft, in der der durchschnittliche Cholesterinwert bei 230 mg/dl liegt, mag ein Wert unter 200 mg/dl niedrig erscheinen. Jedoch lagen die Cholesterinwerte von Menschen in den ländlichen Regionen Asiens oder Afrikas, wo vor der Ankunft von Industrienahrung viele stärkehaltige pflanzliche Grundnahrungsmittel wie Reis oder Maniok gegessen wurden, fast immer unter 150 mg/dl. Gleichzeitig kamen Herzinfarkte in diesen Regionen praktisch nicht vor. Neugeborene haben übrigens meist Cholesterinwerte unter 140 mg/dl.
Genauso gut könnte man sagen, die Hälfte aller Auffahrunfälle mit Todesopfern geschehen bei "niedrigen" Geschwindigkeiten, also hat die Fahrgeschwindigkeit eines Autos nichts mit dem Risiko eines tödlichen Auffahrunfalls auf ein anderes Auto zu tun. Die erste Aussage wäre sogar wohl richtig, wenn man als "niedrige" Geschwindigkeit z.B. alles unter 170 km/h definiert. Und man unterschlägt dann einfach, dass Fahrzeuge bei unter 70 km/h wirklich kaum Unfälle dieser Art verursachen. Jedenfalls sind die Raten tödlicher Autounfälle auf Autobahnen nun mal in solchen Ländern niedriger, in denen auf diesen eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h gilt.
Der Zusammenhang zwischen den Blut-Cholesterinwerten und dem Risiko für einen Herzinfarkt ist in hunderten von Bevölkerungsstudien nachgewiesen. Dabei spielt es nicht einmal eine Rolle, ob das Cholesterin im Blut ursächlich für Herzinfarkte ist, oder ob es lediglich ein Indikator für andere Faktoren ist, die zu einem Herzinfarkt führen können. Es gilt trotzdem: Je höher ihr Cholesterinwert, desto höher Ihr Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden. Sollte Ihnen dieses Schicksal einmal widerfahren und sollten Sie aber das Glück haben, sich statt beim Bestatter nur im Krankenhaus wiederzufinden, so werden die Ärztinnen und Ärzte mit Ihnen keine Diskussion über die Schädlichkeit oder Unschädlichkeit hoher Cholesterinwerte beginnen. Sie werden Ihnen einfach Cholesterinsenker verschreiben und fertig, und zwar völlig im Einklang mit der wissenschaftlichen Studienlage.
Die gute Nachricht: Hohe Cholesterinwerte sind ebenso wenig ein unabwendbares Schicksal wie ein Herzinfarkt. Wie Dr. Caldwell Esselstyn in mittlerweile zwei Studien gezeigt hat, können Sie mit einer vollwertig pflanzlichen Ernährung ohne extrahierte Pflanzenfette Ihr persönliches Risiko für einen Herzinfarkt gegen Null bringen. Zitat Dr. Esselstyn: "Koronare Arterienerkankungen sind ein zahnloser Papiertiger, der gar nicht existieren müsste und der -wo er existiert- nicht fortschreiten müsste." Wenn Sie diese Ernährungsweise nur einmal für drei Wochen ausprobieren, werden Sie feststellen, dass auch Ihre Cholesterinwerte ganz ohne Medikamente und deren unschöne Nebenwirkungen sinken und sinken.
Das Märchen von der fehlenden Aussagekraft von hohen Cholesterinwerten für das Herzinfarktrisiko ist genau das: Nur ein Märchen.
Dienstag, 31. Oktober 2017
Rückenschmerzen durch Arteriosklerose
Ein im deutschsprachigen Teil des Internets praktisch nicht vorhandenes (oder zumindest kaum auffindbares) Thema ist der Zusammenhang zwischen Arteriosklerose einerseits und Rückenschmerzen, inbesondere des unteren Rückens, andererseits.
Jahrzehntelang galt das Paradigma, dass sich die Bandscheiben, also die knorpelartigen Pufferelemente zwischen den Rückenwirbeln, bei den Menschen im Laufe ihres Lebens einfach immer weiter abnutzen. Man glaubte, dass man diesen Prozess durch rückenschonende Verhaltensweisen -- z.B. beim Heben schwerer Gegenstände oder bei sitzenden Tätigkeiten-- allenfalls verlangsamen könne. Ich selbst kann mich an eine Ergonomie-Schulung vor etwa 20 Jahren durch meinen damaligen Arbeitgeber erinnern, bei der es so dargestellt wurde.
Inzwischen ist man auch hier schlauer, doch wie gesagt findet man dazu kaum etwas auf deutsch, was darauf hindeutet, dass das neue Wissen selbst bei deutschen Orthopäden noch nicht allzu verbreitet ist.
Zahlreiche Studien belegen nämlich, dass die sogenannte Degeneration der Bandscheiben meistens eine Folge unzureichender Durchblutung der sie umgebenden Blutgefäße ist, die selbst wiederum die Folge fortschreitender Arteriosklerose ist. Dazu sollte man wissen, dass die knorpeligen Bandscheiben selbst nicht von Blutgefäßen durchzogen werden, sondern dass stattdessen Blutgefäße um die Bandscheiben herumführen. Die Nährstoffe, die von den Zellen dieses Knorpelgewebes benötigt werden, können sie nur durch Diffusion erreichen, also dadurch, dass diese aus dem umliegenden, durchbluteten Gewebe in die Knorpelzellen einwandern. Sind nun also die Rückenarterien in dem umliegenden Gewebe verengt und durch Ablagerungen verstopft, so können umso weniger Nährstoffe die Zellen der Bandscheiben erreichen und umso eher "verhungern" diese und bauen sich ab. Die Blutgefäße, welche die Bandscheiben umfließen, sind übrigens Abzweigungen der Bauchaorta, die selbst Teil der Aorta, also der zentralen und größten Schlagader des menschlichen Körpers ist.
Eine 25-Jahre-Nachfolgestudie zur Framingham Heart Study kommt zu der Schlussfolgerung, dass fortgeschrittene Arteriosklerose dieser Bauchaorta, die sich in Form von Kalzifikationen (Verkalkungen) der hinteren Wand zeigt, das Risiko für Bandscheibendegenerationen erhöht und mit dem Auftreten von Rückenschmerzen assoziiert ist. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9253101)
Eine Studie von Leena Kauppila aus dem Jahr 2004 untersuchte die Bauchaorten und die Cholesterinwerte von 51 Patientinnen und Patienten, die seit langem unter nicht-spezifischen Schmerzen des unteren Rückens litten. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15454707) Über drei Viertel von ihnen wiesen Verengungen der Arterien auf, die den unteren Rücken mit Blut versorgen. Bei Autopsiematerial von Menschen entsprechenden Alters fanden sich hingegen nur bei etwa 30 Prozent solche Verengungen, wobei ja nicht einmal gesagt ist, ob und wie viele der Körperspenderinnen und -spender zu Lebzeiten beschwerdefrei gewesen sein mögen. Die Degeneration der Bandscheiben war auch hier mit dem Verschluss der rückenversorgenden Arterien assoziiert. Während Patientinnen und Patienten mit verengten Arterien oder signifikanter Bandscheibendegeneration keine schlimmeren Beschwerden beklagten die als anderen, klagten doch solche mit erhöhten LDL-Cholesterinwerten häufiger über schwere Schmerzen.
Und schon im Jahr 1999 kam eine andere Studie aus Finnland zu der Schlussfolgerung, dass eine signifikante Assoziation zwischen Plaques an den Wänden der Bauchaorta und Schmerzen des unteren Rückens besteht, wobei diese Plaques bereits als Vorstufe der oben erwähnten Kalzifikationen auftreten. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10543002)
Eine eindrucksvolle Präsentation von Leena Kauppila mit erschreckenden Bildern von verfetteteten und entzündeten Baucharterien findet man (auf English) hier: http://pcrm.org/sites/default/files/pdfs/Leena-Kauppila.pdf
Was sind nun die praktischen Schlussfolgerungen? Nun, wer die Arbeit von Dr. Esselstyn oder meine Berichte darüber auf diesem Blog kennt, weiß bereits, dass Arteriosklerose eine Folge falscher, nämlich tierproduktelastiger und fettreicher Ernährung ist und mit einer vollwertig pflanzlichen Ernährung ohne extrahierte Pflanzenfette vollkommen vermeidbar ist. (http://dresselstyn.com/JFP_06307_Article1.pdf)
Dies spricht dafür, dass diese Ernährung in vielen Fällen nicht nur das Risiko für Herzinfarkte und ischämische Schlaganfälle auf praktisch Null senken kann, sondern auch viele Menschen mit chronischen Schmerzen des unteren Rückens von dieser Ernährung profitieren könnten und viele andere vor solchen Schmerzen für die Zukunft schützen könnte.
Natürlich ist die gegenwärtige westliche Ernährung ebenso wie die entgegen aller Wissenschaft populäre Low-Carb-Ernährung ungefähr das Gegenteil einer vollwertig pflanzlichen und fettarmen Ernährung. Sie ist reich an Tierprodukten, entsprechend reich an gesättigten Fetten und wird überdies oft noch um extrahierte Pflanzenfette zum Beispiel in Form von Frittierfett "bereichert". Da wundert es nicht, das bereits zehn Prozent der Zwanzigjährigen fortgeschrittene Blockaden der Rückenarterien aufweisen. (http://www.ejves.com/article/S1078-5884%2809%2900090-2/fulltext)
Eine proteinreiche Low-Carb-Ernährung erhöht nachweislich Arterienablagerungen um 40 bis 50 Prozent, und dies gegenüber der ohnehin schon nicht arterienfreundlichen westlichen Standardernährung. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11108325)
Also: Auch Rückenschmerzen können ein Wecksignal des Körpers sein, statt auf Tierprodukte auf vollwertige pflanzliche Nahrungsmittel zu setzen! (Und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind es fast immer.)
Quellen:
http://www.practicalpainmanagement.com/meeting-summary/link-between-atherosclerosis-degenerative-disc-disease
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19328027
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10543002
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9253101
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15454707
http://robertbeckmd.com/Degenerative_Disc_Disease_and_Atherosclerosis.html
http://www.ejves.com/article/S1078-5884%2809%2900090-2/fulltext
http://dresselstyn.com/JFP_06307_Article1.pdf
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11108325
Mittwoch, 6. September 2017
PURE-Studie im Lancet: Verzicht auf Fette erhöht Ihre Sterblichkeit (wenn Sie ein unterernährter Bangladeshi sind)
Letzte Woche sorgte wieder einmal eine Studie für Schlagzeilen, die die geneigten Leser in Ihren schlechten Gewohnheiten bestätigen sollten. Tenor dieser Schlagzeilen war, dass im angesehenen medizinischen Wissenschaftsjournal "The Lancet" Ergebnisse der groß angelegten PURE-Studie veröffentlicht wurden und diese zeigten, dass der Konsum zusätzlicher Fette die Sterblichkeit senke bzw. der Verzicht auf Fette sie erhöhe. Wie üblich wurde vorsoglich auch wieder vor der tödlichen Gefahr eines erhöhten Verzehrs von Kohlenhydraten gewarnt. Die tausenden Studien der vergangenen Jahrzehnte, die den Zusammenhang zwischen gesättigten Fetten und erhöhter Sterblichkeit sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen belegen (darunter nicht nur Bevölkerungsstudien, sondern auch die noch wesentlich aussagestärkeren Interventionsstudien), sollten also angeblich mal wieder hinfällig sein, weil diese eine Studie das schon längst gesicherte Wissen wieder komplett umstoße. Bei der Pharmazeutischen Zeitung hieß es "Fett besser nicht gegen Kohlenhydrate austauschen". Nun steht hinter dieser Zeitung natürlich sowieso erkennbar die Pharma-Industrie, die nun einmal ein Interesse daran hat, möglichst viele Cholesterin-Senker, blutdrucksenkende Mittel und künstliches Insulin zu verkaufen. Der einstmals kritische britische Independent titelte in reißerischster Manier: "Low-fat diets could kill you", also "Fettarme Ernährungsweisen können Sie töten". BILD erklärte Fette statt Kohlenhydrate gleich mal zum neuen Ernährungstrend, obwohl dieser gefährliche Low-Carb-Unsinn spätestens seit den siebziger Jahren ausgehend von der Atkins-Diät die Runde macht und achtzig Prozent der Diät-Bücher in den Buchhandlungen ihn schon seit vielen Jahren propagieren. Parallel dazu haben übrigens Übergewicht und Diabetes epidemische Ausmaße angenommen und Millionen Menschen, die sich auf den Low-Carb-Pfad begaben, konnten damit wohl übergangsweise abnehmen, haben sich aber -wie eine Studie nach der anderen zeigt- damit auch völlig unnötigen Gesundheitsrisiken wie Prä-Diabetes, Fettleber und Arteriosklerose ausgesetzt.
(An dieser Stelle schon der Gratis-Hinweis, den ich weiter unten noch einmal genauer erläutern werde: Mit einer vollwertig pflanzlichen Ernährung ist es sehr einfach möglich, immer satt und dabei schlank und gesund zu bleiben. Aber das geht natürlich mit einem Verzicht auf Eier, Käse und Speck einher - für viele Menschen selbst versuchsweise für einen Zeitraum von drei Wochen eine schlimmere Horror-Vorstellung als die Gefahr eines plötzlichen und tödlichen Herzinfarkts.)
Jetzt aber langsam und von vorne: PURE steht für "Prospective Urban Rural Epidemiology Study", also etwa "Prospektive städtisch-ländliche Bevölkerungsstudie", wobei es sich in der Tat um eine groß und langfristig angelegte Studie mit über 135.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 18 Ländern handelt, die im Durchschnitt 7,4 Jahre dabei waren. (Durchschnitt hier im Sinne eines Medians, d.h. die eine Hälfte war länger, die andere kürzer dabei.) Die Besonderheit dieser Studie besteht darin, dass unter den 18 Ländern, in denen die Daten der Teilnehmer erhoben werden, bewusst auch Entwicklungs- und Schwellenländer eingeschlossen wurden. Die Auswahl der Länder erscheint dann allerdings doch auch schon etwas willkürlich: So sind unter den besonders reichen Ländern z.B. mit Kanada, Schweden und Argentinien hauptsächlich solche, die eine besonders tierproduktlastige Ernährung haben, wohingegen das ebenso reiche Japan mit seinem höheren pflanzlichen Anteil an der Ernährung und seiner besonders hohen Lebenserwartung nicht vertreten ist. Umgekehrt sind unter den besonders armen Ländern wie Tansania, Sudan und Bangladesh vor allen Dingen solche, in denen für eine Mehrheit der Bevölkerung Tierprodukte schlicht außerhalb ihrer finanziellen Möglichkeiten liegen und und viele Menschen sich selbst aus dem pflanzlichen Nahrungsmittelangebot wohl nur Produkte der billigsten Sorte wie z.B. weißen Reis oder Produkte mit weißem Mehl und raffiniertem Zucker leisten können. Ziel und Zweck der PURE-Studie ist es auch, Erkenntnisse speziell zur Ernährungssituation in Entwicklungsländern zu sammeln, um daraus Schlüsse für deren Verbesserung ziehen zu können. Grundsätzlich ist an dieser Studie als solcher also nichts verkehrt, auch wenn ein methodisches Manko darin besteht, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils nur einmal ganz am Anfang zu ihrer üblichen Ernährung befragt wurden. Man ging also davon aus, dass sich diese im weiteren Verlauf der vielen Folgejahre nicht ändern würde, was zumindest etwas gewagt aber in der Mehrzahl der Fälle möglicherweise zutreffend ist.
Ganz anders sieht es jedoch mit den Studien aus, die nun Ende August im Lancet veröffentlicht wurden und die aus den Rohdaten der PURE-Studie ihre eigenen, oben schon angedeuteten Schlüsse ziehen, die jedoch glatte Fehlschlüsse sind. Leider ist der Zugang zum vollen Text der Studie nur für über 30 US-Dollar erhältlich, die ich für einen solchen schon von außen erkennbaren Unsinn nicht zu zahlen bereit war. Glücklicherweise konnte ich den Großteil der Inhalte und Vorgehensweisen dieser Studien einem guten und ausführlichen Artikel von Dr. David L. Katz in der Huffington Post entnehmen. Dr. Katz ist Gründungsdirektor des Yale University Prevention Research Center und Präsident des American College of Lifestyle Medicine. Er hat über 200 wissenschaftliche Artikel und 25 Bücher veröffentlicht. Er weiß also über Ernährung und Medizin bestens bescheid, in offensichtlichem Gegensatz zu den Hauptautoren der nun im Lancet veröffentlichten Studien, von denen der mit dem höchsten wissenschaftlichen Rang ein Hilfsprofessor ("associate professor") ist. Falls hier jemand einwenden möchte, dass Wissenschaft demokratisch ist und mein Hinweis auf die wissenschaftlichen Meriten der jeweiligen Autoren ein Autoritätsargument und als solches ein Fehlschluss ist: Das Autoritätsargument ist als Argument durchaus zulässig, wenn es um eine Sache geht, bei der eine Autorität (hier Dr. Katz) nachweislich eine große und überdurchschnittliche Expertise aufweist.
Zu den in den Lancet-Studien verwendeten statistischen Methoden merkt Dr. Katz richtigerweise an, dass Beobachtungsstudien wie die PURE-Studie im Normalfall dazu dienen, mittels beobachteter Korrelationen, also statistisch auffälliger Zusammenhänge, eine Hypothese über einen kausalen Zusammenhang zu formulieren. Um diese Hypothese dann eingehender zu testen, werden üblicherweise noch Interventionsstudien durchgeführt, bei denen man bei einer Untersuchungsgruppe einen vermuteten kausalen Faktor verändert, während man es bei einer Kontrollgruppe nicht tut. Idealerweise sind solche Studien "doppel-blind", d.h. weder Untersucher noch Untersuchte wissen während der Durchführung der Studie, wer zu welcher Gruppe gehört. Das ist bei Ernährungsstudien natürlich praktisch unmöglich, da eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer an einer solchen Studie ja meistens erkennen kann, was sie oder er als Nahrung aufnimmt. Bei Medikamententests hingegen kann man Versuchspersonen auch Placebos ohne Wirkstoff verabreichen, die von Pillen mit einem Wirkstoff nicht unterscheidbar sind.
Low-Carb- und Paleo-Blogger wischen sehr oft sämtliche Erkenntnisse aus großen Bevölkerungsstudien wie der China-Study, der Adventist Health Study oder der Framingham Heart Study mit dem ebenso bequemen wie dummen Argument beiseite, diese würden ja immer nur Korrelationen und nie eine Kausalität zeigen. Wer dieses Argument schon gebracht hat, darf sich nun folgerichtig auch nicht auf Daten und Ergebnisse der PURE-Studie berufen. Nach diesem Argument hätte auch nie die Schädlichkeit des Rauchens nachgewiesen werden können, da ja auch zwischen Zigarettenkonsum und Lungenkrebs immer nur eine Korrelation gezeigt werden konnte, während man nie zeigen konnte, dass das Rauchen einer bestimmten Zigarette zur Entstehung einer bestimmten Krebszelle führte. Außerdem ignorieren solche Leute schlicht auch die tausenden schon durchgeführten Interventionsstudien, die z.B. einen Zusammenhang zwischen dem Konsum gesättigter Fette und erhöhten Cholesterinwerten ebenso eindeutig nachweisen wie den zwischen erhöhten Cholesterinwerten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und ischämischem Schlaganfall.
Eine der nun im Lancet veröffentlichten Studien zur PURE-Studie beschäftigt sich mit dem Einfluss des Konsums von Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten auf die Sterblichkeit. Interessanterweise kommt auch diese Studie zu dem nicht gerade revolutionären Ergebnis, dass Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte allesamt die Sterblichkeit reduzieren. Hier tut sich schon ein erster Widerspruch auf: Der entscheidende Makronährstoff bei Gemüsen, Obst und Hülsenfrüchten sind doch komplexe und einfache Kohlenhydrate. Mit der Ausnahme von Avocados sind sie meist auch sehr fettarm. Aber angeblich sollen Kohlenhydrate doch gefährlich sein und die Sterblichkeit erhöhen, während ein Mehrkonsum von Fetten sie senken soll. Wie passt das denn zusammen? Nun die Studie rettet sich über diesen Widerspruch hinweg, indem sie darlegt, dass der Vorteil von Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten sich nur bei bis zu drei Portionen am Tag zeige, während er darüber hinaus verschwinde. Dies tut er jedoch nur, wenn man mittels eines statistischen Verfahren, der sogenannten Regressionsanalyse, andere vorteilhafte Faktoren wie Nichtrauchen, sportliche Tätigkeit und gutes Einkommen heraus rechnet, die ja ebenfalls allesamt zu einer niedrigeren Sterblichkeit führen. Diese "Adjustierung", also das Herausrechnen von Störfaktoren ist grundsätzlich richtig, allerdings nur, wenn man sie als unabhängig voneinander und von der zu prüfenden Größe annehmen kann. Anderenfalls kann man auch leicht "überadjustieren" und einen vorhandenen Zusammenhang damit unsichtbar machen. Z.B. dürften die Größen Zigarettenkonsum und sportliche Aktivität nicht ganz unabhängig voneinander sein, denn wer raucht, neigt auch schon wegen verschlechterter Atmung zu geringerer Aktivität. Und wer ein höheres Einkommen hat, hat meistens auch einen höheren Bildungsgrad und wird deshalb mehr Sport treiben und mit geringerer Wahrscheinlichkeit rauchen. Nun zeigen die Daten aus der PURE-Studie allesamt, dass die Sterblichkeit mit steigendem Konsum von Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten auch über drei Portionen am Tag hinaus abnimmt. Nur nimmt sie eben auch mit steigender sportlicher Aktivität, höherem Einkommen und sinkendem Zigarettenkonsum ab und wenn man diese alle als unabhängig annimmt, was sie wie gesagt nicht sind, und dann heraus rechnet, kann man den Vorteil dieser Lebensmittelgruppen auch bei einer größeren Anzahl an täglichen Portionen abrakadabra zum Verschwinden bringen.
Bei der zweiten nun im Lancet zu den PURE-Daten veröffentlichten Studie wird es nun vollends abstrus. Sie trägt den Titel "Associations of fats and carbohydrate intake with cardiovascular disease and mortality in 18 countries from five continents (PURE): a prospective cohort study", also etwa "Zusammenhänge von Fett- und Kohlenhydrataufnahme mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit in 18 Ländern aus fünf Kontinenten". In dieser Veröffentlichung wurden aus den Ernährungsfragebögen die Anteile von Makronährstoffen an der Gesamtkalorienaufnahme ermittelt, wobei Kohlenhydrate allesamt zusammen addiert wurden, unabhängig davon, ob sie aus Zucker und Weißmehl oder aus Kartoffeln, Bohnen und Vollgetreide stammten. Bei den Fetten hingegen wurde feinsäuberlich nach einfach und mehrfach ungesättigten wie nach gesättigten Fettsäuren unterschieden. Dabei muss bemerkt werden, dass der Anteil sowohl an der Gesamtfettaufnahme (mit 18 bis 30 Prozent) als auch der an gesättigten Fettsäuren (mit 6 bis 11 Prozent) in den 18 Ländern deutlich unter dem lag, was in den USA und Deutschland üblich ist. Schon von daher können die Daten keinerlei Aussage rechtfertigen, wonach eine weitere Steigerung der Aufnahme von Fetten über die hier schon üblichen Mengen hinaus irgendwelche positiven Effekte hätte.
Der eigentliche Skandal mit diesem Papier besteht nun aber darin, dass die laut Titel geprüften Zusammenhänge der Makronährstoffgruppen mit der Sterblichkeit hier um ganz offensichtlich vorhandene Störfaktoren wie den sozioökonomischen Status nicht adjustiert wurden. Nun könnte es sein, dass der sozioökonomische Status der Versuchsteilnehmerinnen und -teilnehmer im Fragebogen gar nicht erfasst wurde, dann hätte man aber zumindest die Gesamtkalorienaufnahme berechnen und als unabhängige Störvariable herausrechnen müssen, da sie ein klarer Indikator für Armut oder Reichtum ist. Und Armut oder Reichtum wiederum stehen in den meisten Ländern der Erde in einem klaren Zusammenhang mit dem Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung. Es ist schließlich bekannt, dass Unterernährung, mangelnde Bildung und fehlender Zugang zu medizinischer Versorgung, wie sie viele Menschen in Ländern wie Bangladesh und Sudan betreffen, auch mit Krankheit und frühem Tod einhergehen. In diesen Ländern sterben immer noch große Teile der Menschen an Infektionskrankheiten wie Malaria. Und es ist auch bekannt, dass gesättigte Fette in der Nahrung zum größten Teil aus Tierprodukten stammen und der Anteil an Tierprodukten in der Nahrung wiederum ein Indikator für den sozioökonomischen Status ist, da z.B. ein armer Bangladeshi im Laufe seines Lebens wohl ebenso wenig ein Rindersteak auf dem Teller wie eine Klinik von innen sieht. Wenn ein Mensch im Sudan sich nur mit ein wenig Reis am leben halten kann und dann wegen fehlender Ärzte, Kliniken und Medikamente an Malaria stirbt, soll man dann seinen Tod wirklich auf die bösen Kohlenhydrate in seinem Reis schieben? Das ist wirklich absolut lächerlich.
Während man also im ersten Papier überadjustiert hat, um die Vorteile von Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten über drei Portionen am Tag hinaus weg zu "zaubern", hat man hier praktisch die wichtigsten Adjustierungen einfach "vergessen". Und mit diesem völlig verfehlten Ansatz kommt die Studie dann auch zu so scheinbar "überraschenden" Ergebnissen, wie dem, dass ein höherer Anteil von Fetten in der Nahrung mit reduzierter Sterblichkeit einhergehe, während ein höherer Anteil von Kohlenhydraten in der Nahrung die Sterblichkeit erhöhe. Es spricht auch Bände, dass dieser vermeintliche Zusammenhang dann nur bei der Gesamtsterblichkeit zu Tage tritt (also bei der, die Infektionskrankheiten und Hungertod einschließt), während er bei der Sterblichkeit aus Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und ischämischem Schlaganfall selbstverständlich nicht festzustellen war. Wie David L. Katz in seinem Artikel polemisch aber zutreffend fragt: Schützt einen das Essen von gesättigten Fetten davor zu sterben, wenn man von einem Ochsen übertrampelt wird, oder ist es nicht eher so, dass wer gesättigte Fette verzehrt, wohl an einem Ort lebt, wo Ochsen geschlachtet werden, bevor sie einen übertrampeln können und wo man im Falle, dass es doch geschieht, auch in eine Klinik eingeliefert und behandelt werden kann?
Alles, was diese Studie also wirklich belegt, ist laut Katz also Folgendes: "Sehr arme Menschen, die kaum etwas zu essen haben, werden krank und sterben früher als wohlhabendere Menschen, die sowohl Zugang zu reichlicher Nahrung als auch zu Krankenhäusern haben." Und dies wird dann in unseren Medien so umgestrickt, dass die Menschen glauben sollen, es sei gut für sie, noch mehr Speck, Käse und Butter als schon bisher zu essen.
Merkwürdigerweise haben die Studien von Dr. Esselstyn nie für irgendwelche Schlagzeilen gesorgt, wo sie doch eindeutig bewiesen haben, dass man durch den Verzicht auf Tierprodukte (und damit auch auf die in ihnen enthaltenen gesättigten Fette) und extrahierte Pflanzenfette zuverlässig Herzinfarkte ausschließen und Arteriosklerose sogar wieder rückgängig machen kann. Vielleicht weil die meisten Menschen so etwas nicht gerne lesen würden? Dr. Esselstyns Ergebnisse sind so eindeutig und zwingend, dass sie auch durch noch so viele willkürlich manipulierte neue Studien nicht unwahr gemacht werden können. Also für alle, die meinen Blog zum ersten Mal besuchen: Herzinfarkt ist eine unnötige und vermeidbare Krankheit. Sie bekommen keinen Herzinfarkt und keine fortschreitende Arteriosklerose, wenn sie sich vollwertig pflanzlich ernähren und dabei auch auf extrahierte Pflanzenfette verzichten. Ob sie dabei eine Handvoll Nüsse am Tag verzehren und wie hoch dabei der Kohlenhydrat- oder Fettanteil der von ihnen aufgenommenen Nahrungsenergie ist, ist unerheblich. Nur diese Art der Ernährung kann nachweislich diese schützende Wirkung entfalten, für keine andere Ernährungsweise, sei es Low-Carb, Atkins, Trennkost, Paleo, Ovo-Lacto-Vegetarisch, Glyx-Diät oder der jeweils neueste Ernährungshype ist ein solcher Effekt nachgewiesen.
Nun zum Schluss noch eine Anmerkung, die diejenigen kaum überraschen dürfte, die schon aus Büchern wie "China Study" von T. Colin Campbell oder Filmen wie "Gabel statt Skalpell" oder dem aktuellen und sehr empfehlenswerten "What the Health" wissen, wie die Lobbys der Pharma- und Lebensmittelindustrien in der Politik mitmischen, um für ihren Profit schädliche Gesetze zu verhindern oder durch von ihnen selbst bezahlte Studien die Ergebnisse öffentlich und unabhängig finanzierter Studien zu relativieren: Auch die hier besprochenen Lancet-Studien zur PURE-Studie wurden von zahlreichen Pharma-Firmen wie Sanofi-Aventis, Astra-Seneca, Boehringer-Ingelheim, Glaxo Smith Kline und Servier durch "unbeschränkte" Zuwendungen mitfinanziert. Diese Firmen verkaufen z.B. Cholesterinsenker, die man mit einer vollwertig pflanzlichen Ernährung überhaupt nicht benötigt, denn alle Interventionsstudien zeigen eindeutig, dass mit dem Verzicht auf tierische Fette auch die Cholesterinwerte sinken. Außerdem verdienen diese Firmen an Blutdrucksenkern und künstlichem Insulin für Diabetiker, die man an vollwertige Pflanzenköstler ebenfalls kaum los wird. (Ausnahme sind natürlich Typ-I-Diabetiker, deren Bauchspeicheldrüse selbst nicht mehr die nötige Menge an Insulin produzieren kann, woran auch eine vegane Ernährung nichts ändern kann.) Aber wir wollen natürlich nicht annehmen, dass die Autoren der Lancet-Studien sich davon beeinflussen ließen, wer ihre "Forschung" bezahlt hat, und dass die hier aufgezeigten methodischen Fehler ihrer Arbeit rein zufällig waren.
Übrigens sind diese Firmen zur Sicherung ihrer Profite nicht darauf angewiesen, seriöse Studien zu verhindern oder zu unterdrücken. Wie auch der Film "What the Health" aufzeigt, reicht es ihnen schon, mit Studien, die scheinbar das Gegenteil der seriösen Studien belegen, Verwirrung und Zweifel zu säen. Sie können sich dann auf die Bequemlichkeit und die Liebe zur Gewohnheit der Verbraucherinnen und Verbraucher verlassen. Die nehmen natürlich die folgende Botschaft mit: "Die einen sagen, dass gesättigte Fette schlecht für mich sind, die anderen sagen, dass sie gut für mich sind. Also esse ich doch einfach weiter, was mir schmeckt." Dabei können sie dann sogar noch auf die Mithilfe der jeweiligen nationalen Herz-, Krebs- und Diabetesverbände rechnen, die sie mit einem Teil ihrer Profite natürlich auch großzügig unterstützen und die sich dann meist an dem unwürdigen Spiel zum Schaden der betroffenen Patientinnen und Patienten beteiligen.
(An dieser Stelle schon der Gratis-Hinweis, den ich weiter unten noch einmal genauer erläutern werde: Mit einer vollwertig pflanzlichen Ernährung ist es sehr einfach möglich, immer satt und dabei schlank und gesund zu bleiben. Aber das geht natürlich mit einem Verzicht auf Eier, Käse und Speck einher - für viele Menschen selbst versuchsweise für einen Zeitraum von drei Wochen eine schlimmere Horror-Vorstellung als die Gefahr eines plötzlichen und tödlichen Herzinfarkts.)
Jetzt aber langsam und von vorne: PURE steht für "Prospective Urban Rural Epidemiology Study", also etwa "Prospektive städtisch-ländliche Bevölkerungsstudie", wobei es sich in der Tat um eine groß und langfristig angelegte Studie mit über 135.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 18 Ländern handelt, die im Durchschnitt 7,4 Jahre dabei waren. (Durchschnitt hier im Sinne eines Medians, d.h. die eine Hälfte war länger, die andere kürzer dabei.) Die Besonderheit dieser Studie besteht darin, dass unter den 18 Ländern, in denen die Daten der Teilnehmer erhoben werden, bewusst auch Entwicklungs- und Schwellenländer eingeschlossen wurden. Die Auswahl der Länder erscheint dann allerdings doch auch schon etwas willkürlich: So sind unter den besonders reichen Ländern z.B. mit Kanada, Schweden und Argentinien hauptsächlich solche, die eine besonders tierproduktlastige Ernährung haben, wohingegen das ebenso reiche Japan mit seinem höheren pflanzlichen Anteil an der Ernährung und seiner besonders hohen Lebenserwartung nicht vertreten ist. Umgekehrt sind unter den besonders armen Ländern wie Tansania, Sudan und Bangladesh vor allen Dingen solche, in denen für eine Mehrheit der Bevölkerung Tierprodukte schlicht außerhalb ihrer finanziellen Möglichkeiten liegen und und viele Menschen sich selbst aus dem pflanzlichen Nahrungsmittelangebot wohl nur Produkte der billigsten Sorte wie z.B. weißen Reis oder Produkte mit weißem Mehl und raffiniertem Zucker leisten können. Ziel und Zweck der PURE-Studie ist es auch, Erkenntnisse speziell zur Ernährungssituation in Entwicklungsländern zu sammeln, um daraus Schlüsse für deren Verbesserung ziehen zu können. Grundsätzlich ist an dieser Studie als solcher also nichts verkehrt, auch wenn ein methodisches Manko darin besteht, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils nur einmal ganz am Anfang zu ihrer üblichen Ernährung befragt wurden. Man ging also davon aus, dass sich diese im weiteren Verlauf der vielen Folgejahre nicht ändern würde, was zumindest etwas gewagt aber in der Mehrzahl der Fälle möglicherweise zutreffend ist.
Ganz anders sieht es jedoch mit den Studien aus, die nun Ende August im Lancet veröffentlicht wurden und die aus den Rohdaten der PURE-Studie ihre eigenen, oben schon angedeuteten Schlüsse ziehen, die jedoch glatte Fehlschlüsse sind. Leider ist der Zugang zum vollen Text der Studie nur für über 30 US-Dollar erhältlich, die ich für einen solchen schon von außen erkennbaren Unsinn nicht zu zahlen bereit war. Glücklicherweise konnte ich den Großteil der Inhalte und Vorgehensweisen dieser Studien einem guten und ausführlichen Artikel von Dr. David L. Katz in der Huffington Post entnehmen. Dr. Katz ist Gründungsdirektor des Yale University Prevention Research Center und Präsident des American College of Lifestyle Medicine. Er hat über 200 wissenschaftliche Artikel und 25 Bücher veröffentlicht. Er weiß also über Ernährung und Medizin bestens bescheid, in offensichtlichem Gegensatz zu den Hauptautoren der nun im Lancet veröffentlichten Studien, von denen der mit dem höchsten wissenschaftlichen Rang ein Hilfsprofessor ("associate professor") ist. Falls hier jemand einwenden möchte, dass Wissenschaft demokratisch ist und mein Hinweis auf die wissenschaftlichen Meriten der jeweiligen Autoren ein Autoritätsargument und als solches ein Fehlschluss ist: Das Autoritätsargument ist als Argument durchaus zulässig, wenn es um eine Sache geht, bei der eine Autorität (hier Dr. Katz) nachweislich eine große und überdurchschnittliche Expertise aufweist.
Zu den in den Lancet-Studien verwendeten statistischen Methoden merkt Dr. Katz richtigerweise an, dass Beobachtungsstudien wie die PURE-Studie im Normalfall dazu dienen, mittels beobachteter Korrelationen, also statistisch auffälliger Zusammenhänge, eine Hypothese über einen kausalen Zusammenhang zu formulieren. Um diese Hypothese dann eingehender zu testen, werden üblicherweise noch Interventionsstudien durchgeführt, bei denen man bei einer Untersuchungsgruppe einen vermuteten kausalen Faktor verändert, während man es bei einer Kontrollgruppe nicht tut. Idealerweise sind solche Studien "doppel-blind", d.h. weder Untersucher noch Untersuchte wissen während der Durchführung der Studie, wer zu welcher Gruppe gehört. Das ist bei Ernährungsstudien natürlich praktisch unmöglich, da eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer an einer solchen Studie ja meistens erkennen kann, was sie oder er als Nahrung aufnimmt. Bei Medikamententests hingegen kann man Versuchspersonen auch Placebos ohne Wirkstoff verabreichen, die von Pillen mit einem Wirkstoff nicht unterscheidbar sind.
Low-Carb- und Paleo-Blogger wischen sehr oft sämtliche Erkenntnisse aus großen Bevölkerungsstudien wie der China-Study, der Adventist Health Study oder der Framingham Heart Study mit dem ebenso bequemen wie dummen Argument beiseite, diese würden ja immer nur Korrelationen und nie eine Kausalität zeigen. Wer dieses Argument schon gebracht hat, darf sich nun folgerichtig auch nicht auf Daten und Ergebnisse der PURE-Studie berufen. Nach diesem Argument hätte auch nie die Schädlichkeit des Rauchens nachgewiesen werden können, da ja auch zwischen Zigarettenkonsum und Lungenkrebs immer nur eine Korrelation gezeigt werden konnte, während man nie zeigen konnte, dass das Rauchen einer bestimmten Zigarette zur Entstehung einer bestimmten Krebszelle führte. Außerdem ignorieren solche Leute schlicht auch die tausenden schon durchgeführten Interventionsstudien, die z.B. einen Zusammenhang zwischen dem Konsum gesättigter Fette und erhöhten Cholesterinwerten ebenso eindeutig nachweisen wie den zwischen erhöhten Cholesterinwerten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und ischämischem Schlaganfall.
Eine der nun im Lancet veröffentlichten Studien zur PURE-Studie beschäftigt sich mit dem Einfluss des Konsums von Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten auf die Sterblichkeit. Interessanterweise kommt auch diese Studie zu dem nicht gerade revolutionären Ergebnis, dass Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte allesamt die Sterblichkeit reduzieren. Hier tut sich schon ein erster Widerspruch auf: Der entscheidende Makronährstoff bei Gemüsen, Obst und Hülsenfrüchten sind doch komplexe und einfache Kohlenhydrate. Mit der Ausnahme von Avocados sind sie meist auch sehr fettarm. Aber angeblich sollen Kohlenhydrate doch gefährlich sein und die Sterblichkeit erhöhen, während ein Mehrkonsum von Fetten sie senken soll. Wie passt das denn zusammen? Nun die Studie rettet sich über diesen Widerspruch hinweg, indem sie darlegt, dass der Vorteil von Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten sich nur bei bis zu drei Portionen am Tag zeige, während er darüber hinaus verschwinde. Dies tut er jedoch nur, wenn man mittels eines statistischen Verfahren, der sogenannten Regressionsanalyse, andere vorteilhafte Faktoren wie Nichtrauchen, sportliche Tätigkeit und gutes Einkommen heraus rechnet, die ja ebenfalls allesamt zu einer niedrigeren Sterblichkeit führen. Diese "Adjustierung", also das Herausrechnen von Störfaktoren ist grundsätzlich richtig, allerdings nur, wenn man sie als unabhängig voneinander und von der zu prüfenden Größe annehmen kann. Anderenfalls kann man auch leicht "überadjustieren" und einen vorhandenen Zusammenhang damit unsichtbar machen. Z.B. dürften die Größen Zigarettenkonsum und sportliche Aktivität nicht ganz unabhängig voneinander sein, denn wer raucht, neigt auch schon wegen verschlechterter Atmung zu geringerer Aktivität. Und wer ein höheres Einkommen hat, hat meistens auch einen höheren Bildungsgrad und wird deshalb mehr Sport treiben und mit geringerer Wahrscheinlichkeit rauchen. Nun zeigen die Daten aus der PURE-Studie allesamt, dass die Sterblichkeit mit steigendem Konsum von Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten auch über drei Portionen am Tag hinaus abnimmt. Nur nimmt sie eben auch mit steigender sportlicher Aktivität, höherem Einkommen und sinkendem Zigarettenkonsum ab und wenn man diese alle als unabhängig annimmt, was sie wie gesagt nicht sind, und dann heraus rechnet, kann man den Vorteil dieser Lebensmittelgruppen auch bei einer größeren Anzahl an täglichen Portionen abrakadabra zum Verschwinden bringen.
Bei der zweiten nun im Lancet zu den PURE-Daten veröffentlichten Studie wird es nun vollends abstrus. Sie trägt den Titel "Associations of fats and carbohydrate intake with cardiovascular disease and mortality in 18 countries from five continents (PURE): a prospective cohort study", also etwa "Zusammenhänge von Fett- und Kohlenhydrataufnahme mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit in 18 Ländern aus fünf Kontinenten". In dieser Veröffentlichung wurden aus den Ernährungsfragebögen die Anteile von Makronährstoffen an der Gesamtkalorienaufnahme ermittelt, wobei Kohlenhydrate allesamt zusammen addiert wurden, unabhängig davon, ob sie aus Zucker und Weißmehl oder aus Kartoffeln, Bohnen und Vollgetreide stammten. Bei den Fetten hingegen wurde feinsäuberlich nach einfach und mehrfach ungesättigten wie nach gesättigten Fettsäuren unterschieden. Dabei muss bemerkt werden, dass der Anteil sowohl an der Gesamtfettaufnahme (mit 18 bis 30 Prozent) als auch der an gesättigten Fettsäuren (mit 6 bis 11 Prozent) in den 18 Ländern deutlich unter dem lag, was in den USA und Deutschland üblich ist. Schon von daher können die Daten keinerlei Aussage rechtfertigen, wonach eine weitere Steigerung der Aufnahme von Fetten über die hier schon üblichen Mengen hinaus irgendwelche positiven Effekte hätte.
Der eigentliche Skandal mit diesem Papier besteht nun aber darin, dass die laut Titel geprüften Zusammenhänge der Makronährstoffgruppen mit der Sterblichkeit hier um ganz offensichtlich vorhandene Störfaktoren wie den sozioökonomischen Status nicht adjustiert wurden. Nun könnte es sein, dass der sozioökonomische Status der Versuchsteilnehmerinnen und -teilnehmer im Fragebogen gar nicht erfasst wurde, dann hätte man aber zumindest die Gesamtkalorienaufnahme berechnen und als unabhängige Störvariable herausrechnen müssen, da sie ein klarer Indikator für Armut oder Reichtum ist. Und Armut oder Reichtum wiederum stehen in den meisten Ländern der Erde in einem klaren Zusammenhang mit dem Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung. Es ist schließlich bekannt, dass Unterernährung, mangelnde Bildung und fehlender Zugang zu medizinischer Versorgung, wie sie viele Menschen in Ländern wie Bangladesh und Sudan betreffen, auch mit Krankheit und frühem Tod einhergehen. In diesen Ländern sterben immer noch große Teile der Menschen an Infektionskrankheiten wie Malaria. Und es ist auch bekannt, dass gesättigte Fette in der Nahrung zum größten Teil aus Tierprodukten stammen und der Anteil an Tierprodukten in der Nahrung wiederum ein Indikator für den sozioökonomischen Status ist, da z.B. ein armer Bangladeshi im Laufe seines Lebens wohl ebenso wenig ein Rindersteak auf dem Teller wie eine Klinik von innen sieht. Wenn ein Mensch im Sudan sich nur mit ein wenig Reis am leben halten kann und dann wegen fehlender Ärzte, Kliniken und Medikamente an Malaria stirbt, soll man dann seinen Tod wirklich auf die bösen Kohlenhydrate in seinem Reis schieben? Das ist wirklich absolut lächerlich.
Während man also im ersten Papier überadjustiert hat, um die Vorteile von Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten über drei Portionen am Tag hinaus weg zu "zaubern", hat man hier praktisch die wichtigsten Adjustierungen einfach "vergessen". Und mit diesem völlig verfehlten Ansatz kommt die Studie dann auch zu so scheinbar "überraschenden" Ergebnissen, wie dem, dass ein höherer Anteil von Fetten in der Nahrung mit reduzierter Sterblichkeit einhergehe, während ein höherer Anteil von Kohlenhydraten in der Nahrung die Sterblichkeit erhöhe. Es spricht auch Bände, dass dieser vermeintliche Zusammenhang dann nur bei der Gesamtsterblichkeit zu Tage tritt (also bei der, die Infektionskrankheiten und Hungertod einschließt), während er bei der Sterblichkeit aus Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und ischämischem Schlaganfall selbstverständlich nicht festzustellen war. Wie David L. Katz in seinem Artikel polemisch aber zutreffend fragt: Schützt einen das Essen von gesättigten Fetten davor zu sterben, wenn man von einem Ochsen übertrampelt wird, oder ist es nicht eher so, dass wer gesättigte Fette verzehrt, wohl an einem Ort lebt, wo Ochsen geschlachtet werden, bevor sie einen übertrampeln können und wo man im Falle, dass es doch geschieht, auch in eine Klinik eingeliefert und behandelt werden kann?
Alles, was diese Studie also wirklich belegt, ist laut Katz also Folgendes: "Sehr arme Menschen, die kaum etwas zu essen haben, werden krank und sterben früher als wohlhabendere Menschen, die sowohl Zugang zu reichlicher Nahrung als auch zu Krankenhäusern haben." Und dies wird dann in unseren Medien so umgestrickt, dass die Menschen glauben sollen, es sei gut für sie, noch mehr Speck, Käse und Butter als schon bisher zu essen.
Merkwürdigerweise haben die Studien von Dr. Esselstyn nie für irgendwelche Schlagzeilen gesorgt, wo sie doch eindeutig bewiesen haben, dass man durch den Verzicht auf Tierprodukte (und damit auch auf die in ihnen enthaltenen gesättigten Fette) und extrahierte Pflanzenfette zuverlässig Herzinfarkte ausschließen und Arteriosklerose sogar wieder rückgängig machen kann. Vielleicht weil die meisten Menschen so etwas nicht gerne lesen würden? Dr. Esselstyns Ergebnisse sind so eindeutig und zwingend, dass sie auch durch noch so viele willkürlich manipulierte neue Studien nicht unwahr gemacht werden können. Also für alle, die meinen Blog zum ersten Mal besuchen: Herzinfarkt ist eine unnötige und vermeidbare Krankheit. Sie bekommen keinen Herzinfarkt und keine fortschreitende Arteriosklerose, wenn sie sich vollwertig pflanzlich ernähren und dabei auch auf extrahierte Pflanzenfette verzichten. Ob sie dabei eine Handvoll Nüsse am Tag verzehren und wie hoch dabei der Kohlenhydrat- oder Fettanteil der von ihnen aufgenommenen Nahrungsenergie ist, ist unerheblich. Nur diese Art der Ernährung kann nachweislich diese schützende Wirkung entfalten, für keine andere Ernährungsweise, sei es Low-Carb, Atkins, Trennkost, Paleo, Ovo-Lacto-Vegetarisch, Glyx-Diät oder der jeweils neueste Ernährungshype ist ein solcher Effekt nachgewiesen.
Nun zum Schluss noch eine Anmerkung, die diejenigen kaum überraschen dürfte, die schon aus Büchern wie "China Study" von T. Colin Campbell oder Filmen wie "Gabel statt Skalpell" oder dem aktuellen und sehr empfehlenswerten "What the Health" wissen, wie die Lobbys der Pharma- und Lebensmittelindustrien in der Politik mitmischen, um für ihren Profit schädliche Gesetze zu verhindern oder durch von ihnen selbst bezahlte Studien die Ergebnisse öffentlich und unabhängig finanzierter Studien zu relativieren: Auch die hier besprochenen Lancet-Studien zur PURE-Studie wurden von zahlreichen Pharma-Firmen wie Sanofi-Aventis, Astra-Seneca, Boehringer-Ingelheim, Glaxo Smith Kline und Servier durch "unbeschränkte" Zuwendungen mitfinanziert. Diese Firmen verkaufen z.B. Cholesterinsenker, die man mit einer vollwertig pflanzlichen Ernährung überhaupt nicht benötigt, denn alle Interventionsstudien zeigen eindeutig, dass mit dem Verzicht auf tierische Fette auch die Cholesterinwerte sinken. Außerdem verdienen diese Firmen an Blutdrucksenkern und künstlichem Insulin für Diabetiker, die man an vollwertige Pflanzenköstler ebenfalls kaum los wird. (Ausnahme sind natürlich Typ-I-Diabetiker, deren Bauchspeicheldrüse selbst nicht mehr die nötige Menge an Insulin produzieren kann, woran auch eine vegane Ernährung nichts ändern kann.) Aber wir wollen natürlich nicht annehmen, dass die Autoren der Lancet-Studien sich davon beeinflussen ließen, wer ihre "Forschung" bezahlt hat, und dass die hier aufgezeigten methodischen Fehler ihrer Arbeit rein zufällig waren.
Übrigens sind diese Firmen zur Sicherung ihrer Profite nicht darauf angewiesen, seriöse Studien zu verhindern oder zu unterdrücken. Wie auch der Film "What the Health" aufzeigt, reicht es ihnen schon, mit Studien, die scheinbar das Gegenteil der seriösen Studien belegen, Verwirrung und Zweifel zu säen. Sie können sich dann auf die Bequemlichkeit und die Liebe zur Gewohnheit der Verbraucherinnen und Verbraucher verlassen. Die nehmen natürlich die folgende Botschaft mit: "Die einen sagen, dass gesättigte Fette schlecht für mich sind, die anderen sagen, dass sie gut für mich sind. Also esse ich doch einfach weiter, was mir schmeckt." Dabei können sie dann sogar noch auf die Mithilfe der jeweiligen nationalen Herz-, Krebs- und Diabetesverbände rechnen, die sie mit einem Teil ihrer Profite natürlich auch großzügig unterstützen und die sich dann meist an dem unwürdigen Spiel zum Schaden der betroffenen Patientinnen und Patienten beteiligen.
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Sonntag, 9. Juli 2017
Kein Öl! Auch kein Kokosöl!
Kokosöl und Kokosfett sind Beispiele für Trendnahrungsmittel, deren gesundheitsschädliche Wirkungen alles andere als "trendy" sind. Als rein pflanzliches (aber eben nicht vollwertiges) Nahrungsmittel führt es auch Veganerinnen und Veganer auf Abwege, die zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen können.
Die Sucht nach Fett scheint bei vielen Menschen so groß zu sein, das sie zu immer neuen Formen von extrahierten und konzentrierten Fetten greifen, die nun aber wirklich gesund sein sollen. Der neueste Hype dabei ist Kokosfett, das sich in seinen Koch- und Backeigenschaften wie Butter verhält, aber im Gegensatz zu dieser rein pflanzlich ist. Auch steuert es einen Eigengeschmack bei, der für süßes Backwerk besser passt als z.B. der von Olivenöl. Damit ist es natürlich gerade für vegan lebende Menschen äußerst verführerisch. Leider kann es aber ebenso wie alle anderen extrahierten Öle und Fette die möglichen gesundheitlichen Vorteile einer pflanzlichen Ernährungsweise zunichte machen.
Wer Dr. Esselstyns Studien, sein Buch "Essen gegen Herzinfarkt" (original "Prevent and Reverse Heart Disease") oder meine Berichte (z.B. hier, hier und hier) darüber kennt, wusste ja schon, dass es keine gesundheitsförderlichen extrahierten Öle oder Fette gibt, und dass man sich nur mit dem Verzicht auf sie (und auf Tierprodukte) statistisch sicher vor Herzinfarkt und ischämischem Schlaganfall schützen kann. Seinen Bedarf an den essenziellen Omega-3-Fettsäuren kann man mit vollwertig pflanzlichen Lebensmitteln wie geschroteten Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen oder Walnüssen wunderbar abdecken ohne damit seine Arterien zu beschädigen und die ebenfalls essenziellen Omega-6-Fettsäuren bekommt man über Vollgetreide- und Sojaprodukte ohnehin in ausreichendem Maße. Wer sich ein paar Wochen vollwertig pflanzlich ohne extrahierte Öle und Fette ernährt, wird zudem merken, dass die "Fettsucht" verschwindet und man im Gegenteil bald einen Widerwillen gegen alles Fetttriefende entwickelt. In dem Sinne musste Dr. Esselstyn schon gegen den ungerechtfertigt guten Ruf von Olivenöl anschreiben und -sprechen, das zwar weniger gesundheitsschädlich als Butter mit ihren gesättigten Fettsäuren ist, aber damit natürlich noch lange nicht gesundheitsförderlich.
Gibt man aber der Sucht zu Fettigem nach und greift nun neuerdings zum angeblichen Superfood Kokosöl, treibt man allen Wunderberichten zum Trotz den Teufel mit dem Beelzebub aus. Dies hat jetzt auch ein Artikel der American Heart Association noch einmal klar gestellt. Auch Dr. Greger zitiert bei Nutrition Facts eine Interventionsstudie, welche zeigt, dass Kokosöl und Butter zu gleich hohen Cholesterinwerten führen. In einem anderen Video zeigt er, dass die Lebensmittelindustrie bei Kokosfett ähnliche Strategien zur Irreführung der Verbraucherinnen und Verbraucher wie bei Fleisch verwendet, um die mit den entsprechenden Produkten verbundenen Gesundheitsrisiken herunterzuspielen:
Was von den ganzen angeblich durch Studien belegten Wunderwirkungen von Kokosöl und Kokosfett gegen Demenz und Karies und Sonstiges zu halten ist, hat übrigens die Verbaucherzentrale Hamburg in einem schönen Online-Artikel zusammengefasst.
Der Grund für die schädliche Wirkung von Kokosfett auf Cholesterinwerte und Arterien ist natürlich ganz einfach: Kokosfett hat einen sogar noch höheren Anteil an arterienschädlichen gesättigten Fettsäuren als Butter. Nun gibt es ja auch noch immer Zeitgenossinen und -genossen, die den Zusammenhang zwischen gesättigten Fetten einerseits und hohem Cholesterin und Herzkrankheiten andererseits bestreiten, entweder weil sie damit Bücher verkaufen können, dass sie den Menschen Gutes über ihre schlechten Gewohnheiten erzählen, oder weil sie eben Gutes über ihre schlechten Gewohnheiten erfahren und glauben wollen. Das ist sozusagen die medizinische und ernährungswissenschaftliche Entsprechung zu den Klima-"Experten" und ihrem Publikum, die einen Zusammenhang zwischen menschengemachtem CO2 und globaler Erwärmung bestreiten. In einem weiteren Video zeigt Dr. Greger auf, wie dabei die wissenschaftliche Methode missbraucht wird, um Zweifel bei Verbraucherinnen und Verbrauchern zu säen und sie davon abzuhalten, für sie schädliche Produkte zu vermeiden. Für die, die des Englischen nicht so mächtig sind, stelle ich die wichtigsten von Dr. Greger geschilderten Sachverhalte in den nachfolgenden Abschnitten noch einmal auf Deutsch und in meinen Worten dar.
Gerade Low-Carb- und Paleo-Anhänger berufen sich immer wieder gerne auf eine Meta-Studie von 2010 durch Siri-Tarino, Sun, Hu und Krauss im American Journal of Clinical Nutrition, die mehrere Bevölkerungsstudien zusammenfasst, und zu dem Ergebnis kommt, dass in diesen kein Zusammenhang (der in Statistik-Chinesisch als "statistisch signifikante Korrelation" bezeichnet wird) zwischen der Nahrungsaufnahme von gesättigten Fetten einerseits und Cholesterinwerten andererseits besteht. Wie kann das sein? Seit Jahrzehnten wurden hunderte von kontrollierten Interventionsstudien veröffentlicht, die zeigen, dass der Cholesterinspiegel jedes Menschen innerhalb von Wochen steigt, wenn man ihm mehr gesättigte Fette zu essen gibt, und dass er innerhalb von Wochen wieder sinkt, wenn man die gesättigten Fette in seinem Essen wieder reduziert. Es gibt dafür sogar eine Formel, die Hegstedt-Gleichung, mit der die Änderung im Serum-Cholesterin aus der Änderung der gegessenen gesättigten Fette berechnet werden kann. Wer ein Cholesterinmessgerät bei sich zu Hause hat, kann es an sich selbst ausprobieren. Außerdem gibt es weitere hunderte kontrollierte Interventionsstudien, die ebenso zeigen, dass mit dem Cholesterinspiegel auch das Herzinfarktrisiko von Patienten sinkt, wenn sie die gesättigten Fette in ihrem Essen reduzieren.
Und nun kommt eine Studie, sogar eine Meta-Studie, also eine Studie, die viele andere Studien zusammenfasst, und widerlegt die Ergebnisse von Hunderten über mehrere Jahrzehnte durchgeführten Studien, die klar einen Zusammenhang zwischen gesättigten Fetten und Herzinfarktrisiko aufzeigten?
Natürlich nicht. Die Meta-Studie von Siri-Tarino, Sun, Hu und Krauss wurde einfach bewusst von Anfang an so entworfen, dass schlicht kein Zusammenhang festgestellt werden konnte. Gerade Bevölkerungsstudien innerhalb von Bevölkerungsgruppen mit relativ homogenen Essgewohnheiten sind nämlich nicht geeignet, diesen Zusammenhang aufzuzeigen. Das liegt daran, dass die Schwankungsbreite der Cholesterinwerte (in Statistik-Chinesisch die Varianz) innerhalb solcher Bevölkerungsgruppen genetisch bedingt recht groß ist. Auch zwei Menschen, die das vollkommen Gleiche essen, können durch ihre verschiedenen Anlagen völlig verschiedene Cholesterinwerte haben. Die Änderungen in den Cholesterinwerten, wenn sie mehr oder weniger gesättigte Fette essen, sind im Vergleich zu den Unterschieden zwischen den einzelnen Menschen eher gering. Die hohe Varianz bei den absoluten Cholesterinwerten erzeugt also ein "Grundrauschen", in dem die individuellen Änderungen in Abhängigkeit vom Konsum gesättigter Fette untergehen. In Statistik-Chinesisch sagt man, dass Bevölkerungsstudien nicht die statistische "Power" haben, um diesen Zusammenhang zu belegen. Ein guter Wissenschaftler weiß also von vorneherein, dass hier schon rein mathematisch nichts zu holen ist.
In dem Zusammenhang ist es sicher interessant zu wissen, dass der Co-Autor Dr. Robert M. Krauss für seine Forschungen großzügig mit Geldern des National Dairy Councils, also dem amerikanischen Milchverband, sowie der National Cattlemen's Beef Association, also dem amerikanischen Rinderzuchtverband unterstützt wird. Die Autoren der Meta-Studie haben nicht im technischen Sinne gelogen. Sie haben lediglich genau die Art von Studien, die keinen Beleg für die Schädlichkeit gesättigter Fette finden konnte, zu einer Meta-Studie zusammengefasst, aus der sich dann logischerweise ergab, dass sich kein Beleg für die Schädlichkeit gesättigter Fette finden ließ.
Nach der gleichen problematischen Methode wurde dann 2014 im Journal Annals of Internal Medicine noch einmal mit einer weiteren Meta-Studie nachgelegt, wobei hier als Autor Dr. R. Chowdhury und als ein Co-Autor Dr. Dariush Mozaffarian firmieren. Diese Studie wurde wegen ihrer methodischen Mängel von der Fachwelt zerrissen bis hin zu Forderungen, das Magazin möge sie widerrufen. Von Dr. McDougall gibt es übrigens einen eigenen Artikel, der die methodischen Fehler beider Studien heraus arbeitet.
Letztlich geht es der Nahrungsmittelindustrie darum, die Verbraucherinnen und Verbraucher zu verwirren. Bei ihnen bleibt hängen, dass es zu allen Studien ja auch Gegenstudien gibt und sie entscheiden sich dann einfach für das Produkt, das ihnen schmeckt und von dem sie glauben können, dass es ihnen nicht schadet, auch wenn es das objektiv tut. Dr. Greger vergleicht dies zum Schluss seines Videos mit der früheren Strategie der Tabakindustrie, die sich ebenfalls ihre Studien kaufte und intern den Zweifel als ihr eigentliches Produkt bezeichnete.
Nun, wenn Sie, liebe Leserin und lieber Leser, nun auch zweifeln, ob man denn dem Autor dieses Blogs etwas glauben soll, obwohl anerkannte Wissenschaftler etwas anderes sagen, verweise ich einfach zum wiederholten Mal auf die jüngste Studie von Dr. Esselstyn, die zweifelsfrei zeigt, dass ein Verzicht auf Tierprodukte und extrahierte Pflanzenfette und Öle Sie vor einem Herzinfarkt und vermutlich auch vor ischämischen Schlaganfall schützen kann. So kann man sich alle Streitereien, welche Art von Fett denn nun die beste oder die schädlichste ist, einfach sparen. Machen Sie wie inzwischen mehrere Menschen aus meinem Kollegen- und Bekanntenkreis (z.B. J. Bemmé) einfach den Selbsttest: Gehen Sie in eine Apotheke oder zum Arzt und lassen Sie Ihren Cholesterinwert bestimmen. Nun ernähren Sie sich drei Wochen lang vollwertig pflanzlich und ohne extrahierte Öle und Fette. Anregungen und Rezepte dazu finden Sie hier auf meinem Blog oder auch inzwischen in mehreren auf deutsch erschienenen Kochbüchern, wie z.B. "Essen was das Herz begehrt" der Familie Esselstyn. (Wenn Ihnen das zu kompliziert ist, essen Sie einfach drei Wochen lang nur Haferbrei mit frisch geschroteten Leinsamen zum Frühstück, sowie gegarte Kartoffeln, gegarten Reis und gegarte Bohnen -je nach Bedarf mit etwas Ketchup- zum Mittag- und Abendessen. Etwas buntes Gemüse sollte auch dabei sein.) Nach diesen drei Wochen gehen Sie wieder in die Apotheke und lassen erneut ihren Cholesterinwert bestimmen. Vermutlich werden Sie ebenso wie in allen mir bisher persönlich bekannten Fällen nicht nur einen deutlich gesunkenen Cholesterinwert aufweisen, nach Dr. Esselstyn können Sie sich auch daran erfreuen, nun gegen die Todesursache Nummer Eins, nämlich koronare Herzerkrankungen, immun zu sein. Herzlichen Glückwunsch! Übrigens freue ich mich jederzeit über Erfahrungsberichte egal welchen Ausgangs.
Die Sucht nach Fett scheint bei vielen Menschen so groß zu sein, das sie zu immer neuen Formen von extrahierten und konzentrierten Fetten greifen, die nun aber wirklich gesund sein sollen. Der neueste Hype dabei ist Kokosfett, das sich in seinen Koch- und Backeigenschaften wie Butter verhält, aber im Gegensatz zu dieser rein pflanzlich ist. Auch steuert es einen Eigengeschmack bei, der für süßes Backwerk besser passt als z.B. der von Olivenöl. Damit ist es natürlich gerade für vegan lebende Menschen äußerst verführerisch. Leider kann es aber ebenso wie alle anderen extrahierten Öle und Fette die möglichen gesundheitlichen Vorteile einer pflanzlichen Ernährungsweise zunichte machen.
Wer Dr. Esselstyns Studien, sein Buch "Essen gegen Herzinfarkt" (original "Prevent and Reverse Heart Disease") oder meine Berichte (z.B. hier, hier und hier) darüber kennt, wusste ja schon, dass es keine gesundheitsförderlichen extrahierten Öle oder Fette gibt, und dass man sich nur mit dem Verzicht auf sie (und auf Tierprodukte) statistisch sicher vor Herzinfarkt und ischämischem Schlaganfall schützen kann. Seinen Bedarf an den essenziellen Omega-3-Fettsäuren kann man mit vollwertig pflanzlichen Lebensmitteln wie geschroteten Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen oder Walnüssen wunderbar abdecken ohne damit seine Arterien zu beschädigen und die ebenfalls essenziellen Omega-6-Fettsäuren bekommt man über Vollgetreide- und Sojaprodukte ohnehin in ausreichendem Maße. Wer sich ein paar Wochen vollwertig pflanzlich ohne extrahierte Öle und Fette ernährt, wird zudem merken, dass die "Fettsucht" verschwindet und man im Gegenteil bald einen Widerwillen gegen alles Fetttriefende entwickelt. In dem Sinne musste Dr. Esselstyn schon gegen den ungerechtfertigt guten Ruf von Olivenöl anschreiben und -sprechen, das zwar weniger gesundheitsschädlich als Butter mit ihren gesättigten Fettsäuren ist, aber damit natürlich noch lange nicht gesundheitsförderlich.
Gibt man aber der Sucht zu Fettigem nach und greift nun neuerdings zum angeblichen Superfood Kokosöl, treibt man allen Wunderberichten zum Trotz den Teufel mit dem Beelzebub aus. Dies hat jetzt auch ein Artikel der American Heart Association noch einmal klar gestellt. Auch Dr. Greger zitiert bei Nutrition Facts eine Interventionsstudie, welche zeigt, dass Kokosöl und Butter zu gleich hohen Cholesterinwerten führen. In einem anderen Video zeigt er, dass die Lebensmittelindustrie bei Kokosfett ähnliche Strategien zur Irreführung der Verbraucherinnen und Verbraucher wie bei Fleisch verwendet, um die mit den entsprechenden Produkten verbundenen Gesundheitsrisiken herunterzuspielen:
Was von den ganzen angeblich durch Studien belegten Wunderwirkungen von Kokosöl und Kokosfett gegen Demenz und Karies und Sonstiges zu halten ist, hat übrigens die Verbaucherzentrale Hamburg in einem schönen Online-Artikel zusammengefasst.
Der Grund für die schädliche Wirkung von Kokosfett auf Cholesterinwerte und Arterien ist natürlich ganz einfach: Kokosfett hat einen sogar noch höheren Anteil an arterienschädlichen gesättigten Fettsäuren als Butter. Nun gibt es ja auch noch immer Zeitgenossinen und -genossen, die den Zusammenhang zwischen gesättigten Fetten einerseits und hohem Cholesterin und Herzkrankheiten andererseits bestreiten, entweder weil sie damit Bücher verkaufen können, dass sie den Menschen Gutes über ihre schlechten Gewohnheiten erzählen, oder weil sie eben Gutes über ihre schlechten Gewohnheiten erfahren und glauben wollen. Das ist sozusagen die medizinische und ernährungswissenschaftliche Entsprechung zu den Klima-"Experten" und ihrem Publikum, die einen Zusammenhang zwischen menschengemachtem CO2 und globaler Erwärmung bestreiten. In einem weiteren Video zeigt Dr. Greger auf, wie dabei die wissenschaftliche Methode missbraucht wird, um Zweifel bei Verbraucherinnen und Verbrauchern zu säen und sie davon abzuhalten, für sie schädliche Produkte zu vermeiden. Für die, die des Englischen nicht so mächtig sind, stelle ich die wichtigsten von Dr. Greger geschilderten Sachverhalte in den nachfolgenden Abschnitten noch einmal auf Deutsch und in meinen Worten dar.
Gerade Low-Carb- und Paleo-Anhänger berufen sich immer wieder gerne auf eine Meta-Studie von 2010 durch Siri-Tarino, Sun, Hu und Krauss im American Journal of Clinical Nutrition, die mehrere Bevölkerungsstudien zusammenfasst, und zu dem Ergebnis kommt, dass in diesen kein Zusammenhang (der in Statistik-Chinesisch als "statistisch signifikante Korrelation" bezeichnet wird) zwischen der Nahrungsaufnahme von gesättigten Fetten einerseits und Cholesterinwerten andererseits besteht. Wie kann das sein? Seit Jahrzehnten wurden hunderte von kontrollierten Interventionsstudien veröffentlicht, die zeigen, dass der Cholesterinspiegel jedes Menschen innerhalb von Wochen steigt, wenn man ihm mehr gesättigte Fette zu essen gibt, und dass er innerhalb von Wochen wieder sinkt, wenn man die gesättigten Fette in seinem Essen wieder reduziert. Es gibt dafür sogar eine Formel, die Hegstedt-Gleichung, mit der die Änderung im Serum-Cholesterin aus der Änderung der gegessenen gesättigten Fette berechnet werden kann. Wer ein Cholesterinmessgerät bei sich zu Hause hat, kann es an sich selbst ausprobieren. Außerdem gibt es weitere hunderte kontrollierte Interventionsstudien, die ebenso zeigen, dass mit dem Cholesterinspiegel auch das Herzinfarktrisiko von Patienten sinkt, wenn sie die gesättigten Fette in ihrem Essen reduzieren.
Und nun kommt eine Studie, sogar eine Meta-Studie, also eine Studie, die viele andere Studien zusammenfasst, und widerlegt die Ergebnisse von Hunderten über mehrere Jahrzehnte durchgeführten Studien, die klar einen Zusammenhang zwischen gesättigten Fetten und Herzinfarktrisiko aufzeigten?
Natürlich nicht. Die Meta-Studie von Siri-Tarino, Sun, Hu und Krauss wurde einfach bewusst von Anfang an so entworfen, dass schlicht kein Zusammenhang festgestellt werden konnte. Gerade Bevölkerungsstudien innerhalb von Bevölkerungsgruppen mit relativ homogenen Essgewohnheiten sind nämlich nicht geeignet, diesen Zusammenhang aufzuzeigen. Das liegt daran, dass die Schwankungsbreite der Cholesterinwerte (in Statistik-Chinesisch die Varianz) innerhalb solcher Bevölkerungsgruppen genetisch bedingt recht groß ist. Auch zwei Menschen, die das vollkommen Gleiche essen, können durch ihre verschiedenen Anlagen völlig verschiedene Cholesterinwerte haben. Die Änderungen in den Cholesterinwerten, wenn sie mehr oder weniger gesättigte Fette essen, sind im Vergleich zu den Unterschieden zwischen den einzelnen Menschen eher gering. Die hohe Varianz bei den absoluten Cholesterinwerten erzeugt also ein "Grundrauschen", in dem die individuellen Änderungen in Abhängigkeit vom Konsum gesättigter Fette untergehen. In Statistik-Chinesisch sagt man, dass Bevölkerungsstudien nicht die statistische "Power" haben, um diesen Zusammenhang zu belegen. Ein guter Wissenschaftler weiß also von vorneherein, dass hier schon rein mathematisch nichts zu holen ist.
In dem Zusammenhang ist es sicher interessant zu wissen, dass der Co-Autor Dr. Robert M. Krauss für seine Forschungen großzügig mit Geldern des National Dairy Councils, also dem amerikanischen Milchverband, sowie der National Cattlemen's Beef Association, also dem amerikanischen Rinderzuchtverband unterstützt wird. Die Autoren der Meta-Studie haben nicht im technischen Sinne gelogen. Sie haben lediglich genau die Art von Studien, die keinen Beleg für die Schädlichkeit gesättigter Fette finden konnte, zu einer Meta-Studie zusammengefasst, aus der sich dann logischerweise ergab, dass sich kein Beleg für die Schädlichkeit gesättigter Fette finden ließ.
Nach der gleichen problematischen Methode wurde dann 2014 im Journal Annals of Internal Medicine noch einmal mit einer weiteren Meta-Studie nachgelegt, wobei hier als Autor Dr. R. Chowdhury und als ein Co-Autor Dr. Dariush Mozaffarian firmieren. Diese Studie wurde wegen ihrer methodischen Mängel von der Fachwelt zerrissen bis hin zu Forderungen, das Magazin möge sie widerrufen. Von Dr. McDougall gibt es übrigens einen eigenen Artikel, der die methodischen Fehler beider Studien heraus arbeitet.
Letztlich geht es der Nahrungsmittelindustrie darum, die Verbraucherinnen und Verbraucher zu verwirren. Bei ihnen bleibt hängen, dass es zu allen Studien ja auch Gegenstudien gibt und sie entscheiden sich dann einfach für das Produkt, das ihnen schmeckt und von dem sie glauben können, dass es ihnen nicht schadet, auch wenn es das objektiv tut. Dr. Greger vergleicht dies zum Schluss seines Videos mit der früheren Strategie der Tabakindustrie, die sich ebenfalls ihre Studien kaufte und intern den Zweifel als ihr eigentliches Produkt bezeichnete.
Nun, wenn Sie, liebe Leserin und lieber Leser, nun auch zweifeln, ob man denn dem Autor dieses Blogs etwas glauben soll, obwohl anerkannte Wissenschaftler etwas anderes sagen, verweise ich einfach zum wiederholten Mal auf die jüngste Studie von Dr. Esselstyn, die zweifelsfrei zeigt, dass ein Verzicht auf Tierprodukte und extrahierte Pflanzenfette und Öle Sie vor einem Herzinfarkt und vermutlich auch vor ischämischen Schlaganfall schützen kann. So kann man sich alle Streitereien, welche Art von Fett denn nun die beste oder die schädlichste ist, einfach sparen. Machen Sie wie inzwischen mehrere Menschen aus meinem Kollegen- und Bekanntenkreis (z.B. J. Bemmé) einfach den Selbsttest: Gehen Sie in eine Apotheke oder zum Arzt und lassen Sie Ihren Cholesterinwert bestimmen. Nun ernähren Sie sich drei Wochen lang vollwertig pflanzlich und ohne extrahierte Öle und Fette. Anregungen und Rezepte dazu finden Sie hier auf meinem Blog oder auch inzwischen in mehreren auf deutsch erschienenen Kochbüchern, wie z.B. "Essen was das Herz begehrt" der Familie Esselstyn. (Wenn Ihnen das zu kompliziert ist, essen Sie einfach drei Wochen lang nur Haferbrei mit frisch geschroteten Leinsamen zum Frühstück, sowie gegarte Kartoffeln, gegarten Reis und gegarte Bohnen -je nach Bedarf mit etwas Ketchup- zum Mittag- und Abendessen. Etwas buntes Gemüse sollte auch dabei sein.) Nach diesen drei Wochen gehen Sie wieder in die Apotheke und lassen erneut ihren Cholesterinwert bestimmen. Vermutlich werden Sie ebenso wie in allen mir bisher persönlich bekannten Fällen nicht nur einen deutlich gesunkenen Cholesterinwert aufweisen, nach Dr. Esselstyn können Sie sich auch daran erfreuen, nun gegen die Todesursache Nummer Eins, nämlich koronare Herzerkrankungen, immun zu sein. Herzlichen Glückwunsch! Übrigens freue ich mich jederzeit über Erfahrungsberichte egal welchen Ausgangs.
Sonntag, 24. Januar 2016
Trauer um einen unnötig verstorbenen Kollegen
Ich trauere um meinen besonders netten Kollegen Volker, der diese Woche mitten während der Arbeit zusammenbrach und dort noch notärztlich versorgt wurde. Ich war gerade auf dem Weg in das Gebäude, in welchem er sein Büro hatte, als er im Schnellschritt von Sanitätern auf einer Krankenliege durch den Hauptgang an mir vorbei zum draußen stehenden Rettungswagen gerollt wurde, aschfahl und offenbar schon bewusstlos. Ich hoffte noch inständig, dass man ihm würde helfen können. Leider kam dann am nächsten Tag die Rundmail der Geschäftsleitung, die die bösesten Vorahnungen zu einer traurigen Gewissheit machte: Er war noch am selben Tag verstorben.
Man konnte mit Volker immer ein paar freundliche Worte austauschen, ob man ihn nun an der Straßenbahnhaltestelle traf oder in der Kantine. Wenn man ein Problem hatte, welches in sein Fachgebiet fiel, hat er einem die Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt und erläutert. Er war der Typ Mensch, von dem man sich nicht vorstellen konnte, dass er irgendwem etwas Böses wollte. Er strahlte immer Ruhe und Besonnenheit aus. Volker war erst 57 Jahre alt und wurde von einem Moment auf den anderen mitten aus seinem Leben gerissen. Meine Gedanken gelten auch seinen Angehörigen, die völlig unerwartet einen unsäglichen Verlust ertragen müssen.
Die Todesursache war vermutlich ein Herzinfarkt und wahrscheinlich hat der Arzt es auch so auf dem Totenschein eingetragen. Da ja kein Hinweis auf eine unnatürliche Todesursache vorliegt (weil ein Herzinfarkt ja als "natürlich" gilt), wird Volkers sterbliche Hülle sicher nicht obduziert werden, so dass man es nie mit letzter Sicherheit erfahren wird.
Leser meines Blogs oder der Bücher von Dr. Esselstyn oder Dr. McDougall wissen ja, dass ein Herzinfarkt eine vermeidbare Wohlstandskrankheit ist. Volker wusste es wohl nicht. Wahrscheinlich ahnte er auch gar nicht, dass er in akuter Lebensgefahr war, denn man hat ja immer die Vorstellung, dass wenn es einen mal erwischen sollte, man das ja sicher überleben würde und sich dann immer noch Gedanken über eine gesündere Lebensweise machen könnte. Hätte er es aber geahnt und hätte er auch die Information gehabt, dass ein bloßer Verzicht auf Tierprodukte und extrahierte Fette diese Gefahr hätte ausschließen können, so bin ich sicher, dass er diese Möglichkeit genutzt hätte.
Leider wird die Öffentlichkeit weiter nicht über diese Möglichkeit informiert und stattdessen werden weiter Halbwahrheiten verbreitet, die die Menschen davon abhalten, sie für sich zu nutzen. So lief erst am Freitag auf 3sat eine Sendung mit dem Titel "Die Wahrheit über Fette", in der alles Mögliche gesagt und gezeigt wurde, aber eben nicht die entscheidende Wahrheit, dass die Fette in vollwertiger pflanzlicher Nahrung einschließlich ein paar Nüssen und geschroteten Leinsamen dem Körper einerseits vollkommen ausreichen und andererseits im Gegensatz zu tierischen und extrahierten pflanzlichen Fetten nicht zu einer Enstehung oder einem Fortschreiten von Arteriosklerose beitragen.
Ich habe es mir nicht angetan, die ganze Sendung anzusehen, da ich die Machart und den üblichen Tenor schon kenne. (Mediterrane Kost besser als sogenannte "fettarme" Ernähung mit 30 Prozent Fett, bla, kalt gepresstes Olivenöl, bla bla. Fettarmes Essen schmeckt nicht, bla, und verleitet zum Konsum von zuviel Kohlehydraten, bla bla, Blutzuckerschwankungen, Heißhunger, Übergewicht, bla bla bla. Seltsam, dass nie erwähnt wird, dass z.B. ein Stück Fleisch eine viel höhere Insulinantwort des Körpers produziert als eine noch so große Portion Nudeln. Selbst wenn also Insulin und seine Schwankungen böse wären -was sie natürlich nicht sind, denn es ist genau das Insulin, welches Blutzucker und Appetit reguliert- müssten diese Experten vom Konsum von Tierprodukten abraten.)
Aber natürlich wurde auch wieder die eine Halbwahrheit verbreitet, die auf eine ganze Lüge hinausläuft: Sinngemäß wurde wieder gesagt, dass ein Drittel aller Herzinfarktpatienten schlank sei und niedrige Cholesterinwerte habe. Daraus soll der geneigte Zuschauer natürlich schließen, dass eine Senkung des Cholesterinspiegels einen nicht vor einem Herzinfarkt schützen könne.
Nur: Die Aussage ist genauso sinnvoll wie die Aussage "Die Hälfte aller Autounfälle mit Toten geschieht bei niedrigen Geschwindigkeiten." Die Aussage ist sogar in jedem Fall wahr: Ich muss nur alle Autounfälle mit Toten hernehmen und prüfen, bei welchen Geschwindigkeiten sie sich ereigneten. Sagen wir, die Bandbreite läge zwischen 28 und 317 Stundenkilometern. Nun sortiere ich die tödlichen Autounfälle aufsteigend nach der Geschwindigkeit, bei der sie sich ereigneten, und zähle die Hälfte der so sortierten Reihe ab. Ich lande bei einem Autounfall, der sich bei einer Geschwindigkeit von z.B. 147 Stundenkilometern ereignete. Nun sage ich einfach, dass eine Geschwindigkeit von unter 150 Stundenkilometer niedrig sei. Schon kann ich sogar sagen, dass sich über die Hälfte aller Autounfälle mit Todesfolge bei "niedrigen" Geschwindigkeiten ereignet. Damit habe ich ein prima Argument, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht gegen Verkehrstote helfen.
Die Aussage, dass ein Drittel aller Herzinfarktpatienten niedrige Cholesterinwerte habe, fällt in die gleiche Kategorie, denn bei uns werden Gesamtcholesterinwerte von unter 200 mg/dl völlig willkürlich als niedrig deklariert. Ernährt man sich hingegen vollwertig pflanzlich und ohne extrahierte Fette, so bekommt man einen Wert von unter 150 mg/dl. Das ist dann tatsächlich so niedrig, dass man vor einem Herzinfarkt geschützt ist, wie Dr. Esselstyn in seinen Studien bewiesen hat.
Diese Studien wurden natürlich in der Sendung wieder nicht erwähnt, obwohl sie so revolutionär sind, dass Dr. Esselstyn dafür den Nobelpreis für Medizin verdient hätte. Es bleibt die Hoffnung, dass sich die dadurch gewonnenen Erkenntnisse auch ohne unsere Medien durch Mund-zu-Mund-Propaganda verbreiten, zumindest bei denen, die tatsächlich schon von kardiovaskulären Erkrankungen betroffen sind und diese bisher überlebt haben. Rollenvorbilder wie das von Bill Clinton könnten dabei helfen und auch ich hoffe, mit meinem Blog dazu einen bescheidenen Beitrag leisten zu können.
Man konnte mit Volker immer ein paar freundliche Worte austauschen, ob man ihn nun an der Straßenbahnhaltestelle traf oder in der Kantine. Wenn man ein Problem hatte, welches in sein Fachgebiet fiel, hat er einem die Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt und erläutert. Er war der Typ Mensch, von dem man sich nicht vorstellen konnte, dass er irgendwem etwas Böses wollte. Er strahlte immer Ruhe und Besonnenheit aus. Volker war erst 57 Jahre alt und wurde von einem Moment auf den anderen mitten aus seinem Leben gerissen. Meine Gedanken gelten auch seinen Angehörigen, die völlig unerwartet einen unsäglichen Verlust ertragen müssen.
Die Todesursache war vermutlich ein Herzinfarkt und wahrscheinlich hat der Arzt es auch so auf dem Totenschein eingetragen. Da ja kein Hinweis auf eine unnatürliche Todesursache vorliegt (weil ein Herzinfarkt ja als "natürlich" gilt), wird Volkers sterbliche Hülle sicher nicht obduziert werden, so dass man es nie mit letzter Sicherheit erfahren wird.
Leser meines Blogs oder der Bücher von Dr. Esselstyn oder Dr. McDougall wissen ja, dass ein Herzinfarkt eine vermeidbare Wohlstandskrankheit ist. Volker wusste es wohl nicht. Wahrscheinlich ahnte er auch gar nicht, dass er in akuter Lebensgefahr war, denn man hat ja immer die Vorstellung, dass wenn es einen mal erwischen sollte, man das ja sicher überleben würde und sich dann immer noch Gedanken über eine gesündere Lebensweise machen könnte. Hätte er es aber geahnt und hätte er auch die Information gehabt, dass ein bloßer Verzicht auf Tierprodukte und extrahierte Fette diese Gefahr hätte ausschließen können, so bin ich sicher, dass er diese Möglichkeit genutzt hätte.
Leider wird die Öffentlichkeit weiter nicht über diese Möglichkeit informiert und stattdessen werden weiter Halbwahrheiten verbreitet, die die Menschen davon abhalten, sie für sich zu nutzen. So lief erst am Freitag auf 3sat eine Sendung mit dem Titel "Die Wahrheit über Fette", in der alles Mögliche gesagt und gezeigt wurde, aber eben nicht die entscheidende Wahrheit, dass die Fette in vollwertiger pflanzlicher Nahrung einschließlich ein paar Nüssen und geschroteten Leinsamen dem Körper einerseits vollkommen ausreichen und andererseits im Gegensatz zu tierischen und extrahierten pflanzlichen Fetten nicht zu einer Enstehung oder einem Fortschreiten von Arteriosklerose beitragen.
Ich habe es mir nicht angetan, die ganze Sendung anzusehen, da ich die Machart und den üblichen Tenor schon kenne. (Mediterrane Kost besser als sogenannte "fettarme" Ernähung mit 30 Prozent Fett, bla, kalt gepresstes Olivenöl, bla bla. Fettarmes Essen schmeckt nicht, bla, und verleitet zum Konsum von zuviel Kohlehydraten, bla bla, Blutzuckerschwankungen, Heißhunger, Übergewicht, bla bla bla. Seltsam, dass nie erwähnt wird, dass z.B. ein Stück Fleisch eine viel höhere Insulinantwort des Körpers produziert als eine noch so große Portion Nudeln. Selbst wenn also Insulin und seine Schwankungen böse wären -was sie natürlich nicht sind, denn es ist genau das Insulin, welches Blutzucker und Appetit reguliert- müssten diese Experten vom Konsum von Tierprodukten abraten.)
Aber natürlich wurde auch wieder die eine Halbwahrheit verbreitet, die auf eine ganze Lüge hinausläuft: Sinngemäß wurde wieder gesagt, dass ein Drittel aller Herzinfarktpatienten schlank sei und niedrige Cholesterinwerte habe. Daraus soll der geneigte Zuschauer natürlich schließen, dass eine Senkung des Cholesterinspiegels einen nicht vor einem Herzinfarkt schützen könne.
Nur: Die Aussage ist genauso sinnvoll wie die Aussage "Die Hälfte aller Autounfälle mit Toten geschieht bei niedrigen Geschwindigkeiten." Die Aussage ist sogar in jedem Fall wahr: Ich muss nur alle Autounfälle mit Toten hernehmen und prüfen, bei welchen Geschwindigkeiten sie sich ereigneten. Sagen wir, die Bandbreite läge zwischen 28 und 317 Stundenkilometern. Nun sortiere ich die tödlichen Autounfälle aufsteigend nach der Geschwindigkeit, bei der sie sich ereigneten, und zähle die Hälfte der so sortierten Reihe ab. Ich lande bei einem Autounfall, der sich bei einer Geschwindigkeit von z.B. 147 Stundenkilometern ereignete. Nun sage ich einfach, dass eine Geschwindigkeit von unter 150 Stundenkilometer niedrig sei. Schon kann ich sogar sagen, dass sich über die Hälfte aller Autounfälle mit Todesfolge bei "niedrigen" Geschwindigkeiten ereignet. Damit habe ich ein prima Argument, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht gegen Verkehrstote helfen.
Die Aussage, dass ein Drittel aller Herzinfarktpatienten niedrige Cholesterinwerte habe, fällt in die gleiche Kategorie, denn bei uns werden Gesamtcholesterinwerte von unter 200 mg/dl völlig willkürlich als niedrig deklariert. Ernährt man sich hingegen vollwertig pflanzlich und ohne extrahierte Fette, so bekommt man einen Wert von unter 150 mg/dl. Das ist dann tatsächlich so niedrig, dass man vor einem Herzinfarkt geschützt ist, wie Dr. Esselstyn in seinen Studien bewiesen hat.
Diese Studien wurden natürlich in der Sendung wieder nicht erwähnt, obwohl sie so revolutionär sind, dass Dr. Esselstyn dafür den Nobelpreis für Medizin verdient hätte. Es bleibt die Hoffnung, dass sich die dadurch gewonnenen Erkenntnisse auch ohne unsere Medien durch Mund-zu-Mund-Propaganda verbreiten, zumindest bei denen, die tatsächlich schon von kardiovaskulären Erkrankungen betroffen sind und diese bisher überlebt haben. Rollenvorbilder wie das von Bill Clinton könnten dabei helfen und auch ich hoffe, mit meinem Blog dazu einen bescheidenen Beitrag leisten zu können.
Sonntag, 18. August 2013
Wikipedia verbreitet lebensgefährliche Desinformation
Die Aussage, wonach eine halbe Wahrheit eine ganze Lüge ist, wird dem britischen Staatsmann, Premiermminister und Autor Benjamin Disraeli zugeschrieben. Leider ist auch das Internet voll mit Quellen solcher Lügen und manchmal betrifft dies sogar Plattformen wie Wikipedia, die durch Nutzung von Schwarmintelligenz eigentlich zu den besseren Informationsquellen werden sollten.
Wenn man sich den Wikipedia-Eintrag zum Stichwort Arteriosklerose durchliest, findet man dort (Stand 17.8.2013) bemerkenswerte Aussagen:
a) Kümmere Dich nicht im Deinen Cholesterinwert. Das ist eh alles "ungeklärt".
b) Kümmere Dich nicht um den Fettgehalt in Deiner Nahrung. Mediterran ist besser und jeder weiß ja, dass dazu jede Menge Olivenöl gehört.
c) Ölsäure ist super für Dich. Da sie reichlich in Olivenöl vorhanden ist, kannst Du davon gar nicht genug bekommen.
Nun hat aber Dr. Esselstyn bereits gezeigt, dass Herzpatienten, die sich vollwertig pflanzlich und ohne Öl ernähren, ihre Herzkrankheit stoppen und Arteriosklerose sogar wieder rückgängig machen können. Auch wer noch keine koronare Herzerkrankung hat, kann mit einer solchen Ernährung vermeiden, jemals ein Herzpatient zu werden. Dies ist der einzige bekannte Ansatz, der das nachgewiesenermaßen und reproduzierbar vermag. Nur bei einer solchen Ernährung sinkt der Gesamtcholesterinwert (außer bei ganz seltenen genetischen Dispositionen) unter 150 mg/dL und der LDL-Wert unter 80 mg/dL. Es ist kein Fall dokumentiert, in dem jemand mit solchen Werten einen Herzinfarkt erlitten hätte, auch nicht bei groß angelegten prospektiven Bevölkerungsstudien wie der Framingham Heart Study.
Geradezu tragikomisch ist es, wenn man sich die angegebenen Quellen für die Aussagen im Artikel ansieht. Für die erste mit dem angeblich unklaren Zusammenhang zwischen Cholesterin und Arteriosklerose wird "Gerhard Thews: Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie des Menschen: 140 Tabellen. Wiss. Verlag-Ges., Stuttgart 2007: Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie des Menschen: 140 Tabellen. Wiss. Verlag-Ges., Stuttgart 2007" angeführt. Ohne Seitenangabe. Soll man sich zur Prüfung dieser Aussage nun also für fast 70 Euro dieses Anatomiebuch kaufen und dann selber schauen, ob man unter den 140 Tabellen eine findet, die belegt, dass der Zusammenhang zwischen Cholesterinwerten und der Aufnahme tierischer (und damit vor allen Dingen gesättigter) Fette einerseits und der Schwere von Arteriosklerose andererseits "umstritten" oder "unklar" ist?
Für die zweite Aussage von der angeblichen Überlegenheit einer mediterranen gegenüber einer fettarmen Ernährung wird als Quelle "J. O. Gebbers: Atherosclerosis, cholesterol, nutrition, and statins – a critical review. (Atherosklerose, Cholesterin, Ernährung und Statine – eine kritische Übersicht). In: Ger Med Sci. 2007;5;Doc04" angegeben, immerhin mit einem Link auf die Online-Version. Die einzige Stelle in dieser Studie, in der überhaupt kritisch auf eine fettarme Ernährung eingegangen wird, nennt selbst als Quelle die spanische Studie mit dem Titel "Primary Prevention of Cardiovascular Disease with a Mediterranean Diet" von Estruch et al., die am 25. Februar 2013 im New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlicht wurde. Tatsächlich wurde diese Studie sogar in der Ärztezeitung mit der Schlagzeile "Mittelmeerküche schlägt fettarme Kost" zusammengefasst und auch sonst in der Tagespresse in diesem Sinne zitiert.
Was aber hat diese Studie wirklich gezeigt? Bei ihr wurden die Versuchspersonen, die Diabetes II oder einen Risikofaktor für Schlaganfall und Herzinfarkt hatten in drei gleich große Gruppen eingeteilt. Eine sollte zu viel Gemüse und Hülsenfrüchten täglich Olivenöl einnehmen, eine sollte viel Gemüse und Hülsenfrüchte durch Nüsse ergänzen, während die dritte "Kontrollgruppe" lediglich auf rotes Fleisch verzichten sollte, was den Fettanteil ihrer ingesamt aufgenommenen Nahrungsenergie von 39 Prozent auf gerade einmal 37 Prozent senkte. Das ist alles andere als fettarm. Wie schon an anderer Stelle geschrieben kommt man bei einer vollwertigen pflanzlichen Ernährung ohne Öl auf einen Fettanteil von gerade einmal 10 Prozent. Das wäre fettarm!
Es ist auch nicht klar, wie sicher gestellt wurde, dass die drei Gruppen tatsächlich gleiche statistische Krankheitsrisiken aufwiesen. Jedenfalls hatten sich nach fünf Jahren bei der Olivenöl-Gruppe 96 kardiovaskuläre Ereignisse gezeigt, bei der Nüsse-Gruppe 83 und bei der Kontrollgruppe 109.
Das war's. Das ist das ganze tolle Ergebnis der mediterranen Ernährung, womit aber nebenbei auf jeden Fall noch klar wurde, der Konsum ganzer Nüsse allemal besser sein dürfte als der von Olivenöl.
Dr. Esselstyn hat aber bereits gezeigt, dass eine vierte Kontrollgruppe mit einer pflanzlichen vollwertigen Ernährung ohne Öle nach allen Gesetzen der Wahrscheinlichkeit wohl überhaupt keine kardiovaskulären Ereignisse mehr gehabt hätte. So hat er das Ergebnis dieser Studie gegenüber der New York Times denn auch folgerichtig wie folgt zusammengefasst:
Nun noch zu der dritten von mir zitierten Aussage im Wikipedia-Artikel zu der angeblich cholesterinsenkenden Wirkung der im Olivenöl reichlich vorhandenen Ölsäure. Nun, erstens enthält Olivenöl nicht nur Ölsäure, und zweitens gibt es keine Studie, die tatsächlich zeigt, dass allein die Einnahme von Olivenöl oder Ölsäure die Cholesterinwerte verbessern könnte. Dementsprechend kann der Artikel hier auch gar keine Quelle nennen. Es gibt lediglich einige Studien, die eine Verbesserung der Cholesterinwerte nachweisen, wenn man die gesättigten Fette in der Nahrung, wie sie vor allem in tierischen Produkten wie Fleisch und Butter vorkommen, durch einfach und mehrfach ungesättigte Fette ersetzt, die nun mal hauptsächlich pflanzlichen Ursprung sind. (Siehe z.B. diese Stellungnahme des "Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies" der European Food Safety Agency, EFSA.) Man kann also sagen, dass pflanzliche Fette besser sind als tierische, dass es aber dennoch am besten ist, sowohl auf tierische Fette, als auch auf zugesetzte pflanzliche Fette in der Nahrung zu verzichten. Eine Studie, die man an dieser Stelle hätte zitieren können, nämlich Oakley FR, Sanders TA, Miller GJ. Am J Clin Nutr. 1998 Dec;68(6):1202-7, hat gezeigt, dass Ölsäure aus Sonnenblumenöl ebenso zu einer Aktivierung von Faktor VII und damit zur Verklumpung roter Blutkörperchen führt wie Butter. Aber der Hinweis auf diese Studie wäre wohl der offensichtlichen Absicht eines oder mehrerer Wikipedia-Autoren zuwidergelaufen, Oliven- und Sonnenblumenöl entgegen der Faktenlage als heilsam gegen Arteriosklerose darzustellen.
Warum stehen also in der Wikipedia irreführende Aussagen, die sogar noch Herzkranke dazu ermuntern könnten, ihrem Essen reichlich Olivenöl zuzufügen und damit ihre Krankheit noch zu fördern? Ich weiß es nicht, kann mir aber auch nicht vorstellen, dass sich da jemand als Autor hervorgetan hat, der es einfach nur nicht besser weiß. Auch die völlig verqueren Quellenangaben sprechen dagegen, denn offenbar soll mit ihnen ja eine nicht gegebene Seriösität vorgespiegelt werden. Die Autorenschaft an einem Wikipedia-Artikel setzt ja für gewöhnlich ein gewisses Interesse an dem jeweiligen Thema und damit auch eine gewisse Grundkenntnis voraus. Vielleicht muss man hier wieder die schöne lateinische Frage stellen: "Cui bono", also zu wessen Nutzen ist die Verbreitung solcher Fehlinformationen? Mir würden da schon ein paar einfallen. Große Lebensmittelkonzerne, deren Oliven- und Sonneblumenölmarken in den Regalen praktisch aller Supermärkte dieser Republik stehen. Solche Konzerne hätten auch die Mittel, PR-Agenturen zu beauftragen, die wiederum ein paar Auftragsschreiber mit der wohlwollenden Darstellung von Pflanzenölen in Wikipedia-Artikeln beschäftigen könnten.
Um auch gleich dem Einwand vorzubeugen, dass Wikipedia ja eine offene Plattform sei und ich ja nun meinen Beitrag leisten könne, um dort enthaltene Fehlinformationen zu korrigieren: Nein, ich muss in der Woche meine Brötchen verdienen und kann meine Zeit daher leider nicht damit verbringen, in irgendwelche Editierschlachten gegen bezahlte Auftragsschreiber zu ziehen.
Mit diesem Eintrag hier möchte ich lediglich klarmachen, dass auch Wikipedia mit sehr kritischen Augen gelesen werden muss und keinesfalls als objektive Informationsquelle betrachtet werden darf. Der Artikel zu Arteriosklerose gehört jedenfalls eher in die Rubrik "Desinformation".
Wenn man sich den Wikipedia-Eintrag zum Stichwort Arteriosklerose durchliest, findet man dort (Stand 17.8.2013) bemerkenswerte Aussagen:
"Der Zusammenhang zwischen Cholesterin, LDL-Cholesterin, Aufnahme von tierischen Fetten mit der Nahrung und der Schwere und den Folgen der Arteriosklerose ist ungeklärt und umstritten und sie (sic) scheint weniger bedeutend zu sein, als bisher angenommen. [5]
Es gibt jedoch Indizien, die nahelegen, dass die Qualität der Ernährung und die Zusammenstellung eine Rolle spielen, wobei eine mediterrane einer fettarmen überlegen zu sein scheint. [6]"Und weiter unten:
"Die einfach ungesättigte Ölsäure, reichlich vorhanden in Oliven- und Rapsöl, senkt das LDL-Cholesterin ohne das nützliche HDL-Cholesterin zu verändern."Was muss der geneigte Leser dieser Sätze wohl für Schlussfolgerungen ziehen, insbesondere wenn er vielleicht schon einen Herzinfarkt hatte und einen oder mehrere Bypässe gelegt bekam?
a) Kümmere Dich nicht im Deinen Cholesterinwert. Das ist eh alles "ungeklärt".
b) Kümmere Dich nicht um den Fettgehalt in Deiner Nahrung. Mediterran ist besser und jeder weiß ja, dass dazu jede Menge Olivenöl gehört.
c) Ölsäure ist super für Dich. Da sie reichlich in Olivenöl vorhanden ist, kannst Du davon gar nicht genug bekommen.
Nun hat aber Dr. Esselstyn bereits gezeigt, dass Herzpatienten, die sich vollwertig pflanzlich und ohne Öl ernähren, ihre Herzkrankheit stoppen und Arteriosklerose sogar wieder rückgängig machen können. Auch wer noch keine koronare Herzerkrankung hat, kann mit einer solchen Ernährung vermeiden, jemals ein Herzpatient zu werden. Dies ist der einzige bekannte Ansatz, der das nachgewiesenermaßen und reproduzierbar vermag. Nur bei einer solchen Ernährung sinkt der Gesamtcholesterinwert (außer bei ganz seltenen genetischen Dispositionen) unter 150 mg/dL und der LDL-Wert unter 80 mg/dL. Es ist kein Fall dokumentiert, in dem jemand mit solchen Werten einen Herzinfarkt erlitten hätte, auch nicht bei groß angelegten prospektiven Bevölkerungsstudien wie der Framingham Heart Study.
Geradezu tragikomisch ist es, wenn man sich die angegebenen Quellen für die Aussagen im Artikel ansieht. Für die erste mit dem angeblich unklaren Zusammenhang zwischen Cholesterin und Arteriosklerose wird "Gerhard Thews: Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie des Menschen: 140 Tabellen. Wiss. Verlag-Ges., Stuttgart 2007: Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie des Menschen: 140 Tabellen. Wiss. Verlag-Ges., Stuttgart 2007" angeführt. Ohne Seitenangabe. Soll man sich zur Prüfung dieser Aussage nun also für fast 70 Euro dieses Anatomiebuch kaufen und dann selber schauen, ob man unter den 140 Tabellen eine findet, die belegt, dass der Zusammenhang zwischen Cholesterinwerten und der Aufnahme tierischer (und damit vor allen Dingen gesättigter) Fette einerseits und der Schwere von Arteriosklerose andererseits "umstritten" oder "unklar" ist?
Für die zweite Aussage von der angeblichen Überlegenheit einer mediterranen gegenüber einer fettarmen Ernährung wird als Quelle "J. O. Gebbers: Atherosclerosis, cholesterol, nutrition, and statins – a critical review. (Atherosklerose, Cholesterin, Ernährung und Statine – eine kritische Übersicht). In: Ger Med Sci. 2007;5;Doc04" angegeben, immerhin mit einem Link auf die Online-Version. Die einzige Stelle in dieser Studie, in der überhaupt kritisch auf eine fettarme Ernährung eingegangen wird, nennt selbst als Quelle die spanische Studie mit dem Titel "Primary Prevention of Cardiovascular Disease with a Mediterranean Diet" von Estruch et al., die am 25. Februar 2013 im New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlicht wurde. Tatsächlich wurde diese Studie sogar in der Ärztezeitung mit der Schlagzeile "Mittelmeerküche schlägt fettarme Kost" zusammengefasst und auch sonst in der Tagespresse in diesem Sinne zitiert.
Was aber hat diese Studie wirklich gezeigt? Bei ihr wurden die Versuchspersonen, die Diabetes II oder einen Risikofaktor für Schlaganfall und Herzinfarkt hatten in drei gleich große Gruppen eingeteilt. Eine sollte zu viel Gemüse und Hülsenfrüchten täglich Olivenöl einnehmen, eine sollte viel Gemüse und Hülsenfrüchte durch Nüsse ergänzen, während die dritte "Kontrollgruppe" lediglich auf rotes Fleisch verzichten sollte, was den Fettanteil ihrer ingesamt aufgenommenen Nahrungsenergie von 39 Prozent auf gerade einmal 37 Prozent senkte. Das ist alles andere als fettarm. Wie schon an anderer Stelle geschrieben kommt man bei einer vollwertigen pflanzlichen Ernährung ohne Öl auf einen Fettanteil von gerade einmal 10 Prozent. Das wäre fettarm!
Es ist auch nicht klar, wie sicher gestellt wurde, dass die drei Gruppen tatsächlich gleiche statistische Krankheitsrisiken aufwiesen. Jedenfalls hatten sich nach fünf Jahren bei der Olivenöl-Gruppe 96 kardiovaskuläre Ereignisse gezeigt, bei der Nüsse-Gruppe 83 und bei der Kontrollgruppe 109.
Das war's. Das ist das ganze tolle Ergebnis der mediterranen Ernährung, womit aber nebenbei auf jeden Fall noch klar wurde, der Konsum ganzer Nüsse allemal besser sein dürfte als der von Olivenöl.
Dr. Esselstyn hat aber bereits gezeigt, dass eine vierte Kontrollgruppe mit einer pflanzlichen vollwertigen Ernährung ohne Öle nach allen Gesetzen der Wahrscheinlichkeit wohl überhaupt keine kardiovaskulären Ereignisse mehr gehabt hätte. So hat er das Ergebnis dieser Studie gegenüber der New York Times denn auch folgerichtig wie folgt zusammengefasst:
"Alles, was die Studie gezeigt hat, war, dass sowohl die mediterrane Ernährung als auch die fürchterliche Ernährung der Kontrollgruppe in der Lage waren, bei Menschen Krankheiten hervorzurufen, die sie vorher nicht hatten."
Nun noch zu der dritten von mir zitierten Aussage im Wikipedia-Artikel zu der angeblich cholesterinsenkenden Wirkung der im Olivenöl reichlich vorhandenen Ölsäure. Nun, erstens enthält Olivenöl nicht nur Ölsäure, und zweitens gibt es keine Studie, die tatsächlich zeigt, dass allein die Einnahme von Olivenöl oder Ölsäure die Cholesterinwerte verbessern könnte. Dementsprechend kann der Artikel hier auch gar keine Quelle nennen. Es gibt lediglich einige Studien, die eine Verbesserung der Cholesterinwerte nachweisen, wenn man die gesättigten Fette in der Nahrung, wie sie vor allem in tierischen Produkten wie Fleisch und Butter vorkommen, durch einfach und mehrfach ungesättigte Fette ersetzt, die nun mal hauptsächlich pflanzlichen Ursprung sind. (Siehe z.B. diese Stellungnahme des "Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies" der European Food Safety Agency, EFSA.) Man kann also sagen, dass pflanzliche Fette besser sind als tierische, dass es aber dennoch am besten ist, sowohl auf tierische Fette, als auch auf zugesetzte pflanzliche Fette in der Nahrung zu verzichten. Eine Studie, die man an dieser Stelle hätte zitieren können, nämlich Oakley FR, Sanders TA, Miller GJ. Am J Clin Nutr. 1998 Dec;68(6):1202-7, hat gezeigt, dass Ölsäure aus Sonnenblumenöl ebenso zu einer Aktivierung von Faktor VII und damit zur Verklumpung roter Blutkörperchen führt wie Butter. Aber der Hinweis auf diese Studie wäre wohl der offensichtlichen Absicht eines oder mehrerer Wikipedia-Autoren zuwidergelaufen, Oliven- und Sonnenblumenöl entgegen der Faktenlage als heilsam gegen Arteriosklerose darzustellen.
Warum stehen also in der Wikipedia irreführende Aussagen, die sogar noch Herzkranke dazu ermuntern könnten, ihrem Essen reichlich Olivenöl zuzufügen und damit ihre Krankheit noch zu fördern? Ich weiß es nicht, kann mir aber auch nicht vorstellen, dass sich da jemand als Autor hervorgetan hat, der es einfach nur nicht besser weiß. Auch die völlig verqueren Quellenangaben sprechen dagegen, denn offenbar soll mit ihnen ja eine nicht gegebene Seriösität vorgespiegelt werden. Die Autorenschaft an einem Wikipedia-Artikel setzt ja für gewöhnlich ein gewisses Interesse an dem jeweiligen Thema und damit auch eine gewisse Grundkenntnis voraus. Vielleicht muss man hier wieder die schöne lateinische Frage stellen: "Cui bono", also zu wessen Nutzen ist die Verbreitung solcher Fehlinformationen? Mir würden da schon ein paar einfallen. Große Lebensmittelkonzerne, deren Oliven- und Sonneblumenölmarken in den Regalen praktisch aller Supermärkte dieser Republik stehen. Solche Konzerne hätten auch die Mittel, PR-Agenturen zu beauftragen, die wiederum ein paar Auftragsschreiber mit der wohlwollenden Darstellung von Pflanzenölen in Wikipedia-Artikeln beschäftigen könnten.
Um auch gleich dem Einwand vorzubeugen, dass Wikipedia ja eine offene Plattform sei und ich ja nun meinen Beitrag leisten könne, um dort enthaltene Fehlinformationen zu korrigieren: Nein, ich muss in der Woche meine Brötchen verdienen und kann meine Zeit daher leider nicht damit verbringen, in irgendwelche Editierschlachten gegen bezahlte Auftragsschreiber zu ziehen.
Mit diesem Eintrag hier möchte ich lediglich klarmachen, dass auch Wikipedia mit sehr kritischen Augen gelesen werden muss und keinesfalls als objektive Informationsquelle betrachtet werden darf. Der Artikel zu Arteriosklerose gehört jedenfalls eher in die Rubrik "Desinformation".
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Donnerstag, 30. Mai 2013
Dr. Ellsworth Wareham - ein 98 Jahre alter veganer Herz-Lungen-Chirurg
Über ProVegan bin ich auf ein YouTube-Video gestoßen, in dem Dr. Ellsworth Wareham, ein 98 Jahre alter veganer Herz-Lungen-Chirurg - mit 95 Jahren (!) in den Ruhestand gegangen - etwas zum optimalen Cholesterinwert erzählt und wie man ihn erreicht. (Leser des Buches von Dr. Caldwell B. Esselstyn, "Prevent and Reverse Heart Disease" oder auch meines Blogs wissen es natürlich schon: Nämlich mit einer veganen, fettarmen Ernährung.)
Besonders interessant finde ich die Stelle (ab 4:38), an der er etwas zum Geschmacksargument sagt, das man immer wieder als Argument gegen eine gesunde Ernährung hört: "Ohne Öl / Salz / Kuhmilch / Fleisch / Käse / Eier (oder sonstiges) kann ich nicht leben, weil mir das so schmeckt." Jedoch ist jeglicher Geschmack (außer dem für Muttermilch) erworben, kann also auch bis ins hohe Alter noch angepasst werden, indem man einfach einmal eine gewisse Zeit "durchhält" oder graduell das vom Ernährungsplan zu streichende Produkt reduziert. Das entspricht hundertprozentig meiner Erfahrung, denn ich esse heute jegliche Art von Gemüse auch ohne Öl und Salz mit einem Ausmaß von Genuss, dass ich früher nie für möglich gehalten hätte.
Hut ab vor diesem Mann. Er wurde sogar erst etwas später im Leben vegan als ich (hat aber auch schon vorher nur wenig Tierprodukte konsumiert) und ist heute mit 98 Jahren geistig noch vollkommen frisch und körperlich offenbar immer noch fitter als so mancher 70-Jährige. Ich würde mir wünschen, dass ich auch einmal in so einem Zustand auf so viele Lebensjahre zurückblicken kann.
Besonders interessant finde ich die Stelle (ab 4:38), an der er etwas zum Geschmacksargument sagt, das man immer wieder als Argument gegen eine gesunde Ernährung hört: "Ohne Öl / Salz / Kuhmilch / Fleisch / Käse / Eier (oder sonstiges) kann ich nicht leben, weil mir das so schmeckt." Jedoch ist jeglicher Geschmack (außer dem für Muttermilch) erworben, kann also auch bis ins hohe Alter noch angepasst werden, indem man einfach einmal eine gewisse Zeit "durchhält" oder graduell das vom Ernährungsplan zu streichende Produkt reduziert. Das entspricht hundertprozentig meiner Erfahrung, denn ich esse heute jegliche Art von Gemüse auch ohne Öl und Salz mit einem Ausmaß von Genuss, dass ich früher nie für möglich gehalten hätte.
Hut ab vor diesem Mann. Er wurde sogar erst etwas später im Leben vegan als ich (hat aber auch schon vorher nur wenig Tierprodukte konsumiert) und ist heute mit 98 Jahren geistig noch vollkommen frisch und körperlich offenbar immer noch fitter als so mancher 70-Jährige. Ich würde mir wünschen, dass ich auch einmal in so einem Zustand auf so viele Lebensjahre zurückblicken kann.
Samstag, 4. Mai 2013
Die aktuellsten Werte
Vor kurzem habe ich nach über einem Jahr mal wieder vom Arzt meine Blutwerte checken lassen. Hier nun die wesentlichen Ergebnisse:
Kleines Blutbild: Alles in den Normbereichen. Nach Aussage meine Arztes lässt sich daraus schließen, dass in meinem Körper keine stärkeren Entzündungsprozesse stattfinden
Blutzucker nüchtern: 75 mg/dL (Normbereich 50 - 100 mg/dL)
Gesamtcholesterin: 119 mg/dL (Damit deutlich unter 150 mg/dL, der von Dr. Esselstyn gesetzten Obergrenze)
LDL-Cholesterin: 60,5 mg/dL
HDL-Cholesterin: 33,6 mg/dL
LDL/HDL-Quotient: 1,8 (Ziel < 3)
Triclyceride: 76,0 mg/dL (Normbereich < 150 mg/dL)
Kalium, Calcium, Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin D3: alle im oberen Normbereich
Nun mögen manche Omnivoren und öl-liebende Veggies maulen, dass mein HDL-Wert ja ziemlich niedrig sei und dieser Wert ja am besten über 40 mg/dL liegen solle. Das mag unter normalen Bedingungen zwar stimmen, aber der HDL-Wert spielt ja nur insofern eine Rolle, als er wohl anzeigt, wieviel vom "schlechten" LDL-Cholesterin wieder zurück in die Leber transportiert werden kann. Bei meinen niedrigen Gesamtcholesterin- und LDL-Werten ist er laut Dr. Esselstyn hingegen irrelevant. (Wie man auch am immer noch rekordverdächtigen LDL/HDL-Quotienten erkennen kann.) Trotz der Bezeichnung des HDL-Cholesterins als "gutes" Cholesterin gibt die Studienlage nicht die Schlussfolgerung her, dass der einzelne Mensch durch eine Steigerung seines HDL-Wertes sein Herzinfarktrisiko senken könne.
Hingegen ist eindeutig belegt, dass dies durch eine Senkung des LDL-Wertes möglich ist. Nach Dr. Esselstyn ist man mit einem durch entsprechende Ernährung erreichten Gesamtcholesterinwert von unter 150 mg/dL und einem LDL-Wert von unter 80 mg/dL sogar "heart-attack-proof", also vor Herzinfarkt geschützt. Wer das ebenfalls sein möchte, sei noch einmal daran erinnert, dass sich solche Werte ohne Medikamente nur mit einer pflanzenbasierten- und ölfreien Ernährung erzielen lassen. (Die entgegen landläufiger Meinung dann keineswegs fettfrei ist, bei der aber alle Fette nur in der natürlichen, pflanzengebundenen Form aufgenommen werden.)
Paläo- und Low-Carb-Anhänger behaupten ja gerne, dass eine Ernährung, bei der der Großteil der zugeführten Nahrungsenergie aus Kohlehydraten stammt, zu erhöhten Triclyceridwerten führe. Ich kann versichern, dass der Anteil von Kohlehydraten an der Gesamtnahrungsenergie meines Essens mindestens 70 Prozent ausmacht. Damit ist diese Behauptung der Low-Carber also auch schon widerlegt. Der entscheidende Punkt ist natürlich, dass die von mir reichlich konsumierten Kohlehydrate in erster Linie aus langkettigen Mehrfachzuckern, sogenannten Polysacchariden bestehen, die vom Körper ganz anders verstoffwechselt werden als z.B. Einfachzuckermoleküle.
Als Zugabe zu meiner pflanzenbasierten und ölfreien Ernährung gab es übrigens bei mir noch den sehr willkommenen, völlig flachen Bauch. (Sowohl eine Messung mit Infrarot im Rahmen einer Gesundheitswoche als auch eine Messung mit Hilfe einzelner Körpermaße nach einer Formel der U.S.-Marines ergab bei mir einen Körperfettanteil von unter 14 Prozent.) Damit ist gleich auch noch die Warnung vieler Carbo-Phobiker vor dem sogenannten "wheat-belly" oder "Weizenbauch" als Blödsinn nachgewiesen, denn Vollkornprodukte vom morgendlichen Müsli oder Frischkornbrei über Dinkel-Knabber-Stückchen als Nachmittagssnack bis zum Vollkornbrot am Abend machen in meiner Ernährung einen sehr hohen Anteil aus.
Erwähnt sei noch, dass mein Arzt mir zu meinem Blut-Lipid-Profil gratuliert und mich dabei auch gleich in meiner Ernährungsweise bestärkt hat. Dies hat mich gerade angesichts seines schon fortgeschritteneren Alters sehr gefreut, denn immer wieder treffen Veganköstler ja auch auf oft sogar jüngere Ärzte, die eine pflanzenbasierte Ernährung als Mangelernährung betrachten und dabei mit so ganz alten und abgelutschten Kamellen wie der vermeintlichen Minderwertigkeit pflanzlicher Proteine oder der mangelnden Zufuhr von Eisen argumentieren.
Kleines Blutbild: Alles in den Normbereichen. Nach Aussage meine Arztes lässt sich daraus schließen, dass in meinem Körper keine stärkeren Entzündungsprozesse stattfinden
Blutzucker nüchtern: 75 mg/dL (Normbereich 50 - 100 mg/dL)
Gesamtcholesterin: 119 mg/dL (Damit deutlich unter 150 mg/dL, der von Dr. Esselstyn gesetzten Obergrenze)
LDL-Cholesterin: 60,5 mg/dL
HDL-Cholesterin: 33,6 mg/dL
LDL/HDL-Quotient: 1,8 (Ziel < 3)
Triclyceride: 76,0 mg/dL (Normbereich < 150 mg/dL)
Kalium, Calcium, Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin D3: alle im oberen Normbereich
Nun mögen manche Omnivoren und öl-liebende Veggies maulen, dass mein HDL-Wert ja ziemlich niedrig sei und dieser Wert ja am besten über 40 mg/dL liegen solle. Das mag unter normalen Bedingungen zwar stimmen, aber der HDL-Wert spielt ja nur insofern eine Rolle, als er wohl anzeigt, wieviel vom "schlechten" LDL-Cholesterin wieder zurück in die Leber transportiert werden kann. Bei meinen niedrigen Gesamtcholesterin- und LDL-Werten ist er laut Dr. Esselstyn hingegen irrelevant. (Wie man auch am immer noch rekordverdächtigen LDL/HDL-Quotienten erkennen kann.) Trotz der Bezeichnung des HDL-Cholesterins als "gutes" Cholesterin gibt die Studienlage nicht die Schlussfolgerung her, dass der einzelne Mensch durch eine Steigerung seines HDL-Wertes sein Herzinfarktrisiko senken könne.
Hingegen ist eindeutig belegt, dass dies durch eine Senkung des LDL-Wertes möglich ist. Nach Dr. Esselstyn ist man mit einem durch entsprechende Ernährung erreichten Gesamtcholesterinwert von unter 150 mg/dL und einem LDL-Wert von unter 80 mg/dL sogar "heart-attack-proof", also vor Herzinfarkt geschützt. Wer das ebenfalls sein möchte, sei noch einmal daran erinnert, dass sich solche Werte ohne Medikamente nur mit einer pflanzenbasierten- und ölfreien Ernährung erzielen lassen. (Die entgegen landläufiger Meinung dann keineswegs fettfrei ist, bei der aber alle Fette nur in der natürlichen, pflanzengebundenen Form aufgenommen werden.)
Paläo- und Low-Carb-Anhänger behaupten ja gerne, dass eine Ernährung, bei der der Großteil der zugeführten Nahrungsenergie aus Kohlehydraten stammt, zu erhöhten Triclyceridwerten führe. Ich kann versichern, dass der Anteil von Kohlehydraten an der Gesamtnahrungsenergie meines Essens mindestens 70 Prozent ausmacht. Damit ist diese Behauptung der Low-Carber also auch schon widerlegt. Der entscheidende Punkt ist natürlich, dass die von mir reichlich konsumierten Kohlehydrate in erster Linie aus langkettigen Mehrfachzuckern, sogenannten Polysacchariden bestehen, die vom Körper ganz anders verstoffwechselt werden als z.B. Einfachzuckermoleküle.
Als Zugabe zu meiner pflanzenbasierten und ölfreien Ernährung gab es übrigens bei mir noch den sehr willkommenen, völlig flachen Bauch. (Sowohl eine Messung mit Infrarot im Rahmen einer Gesundheitswoche als auch eine Messung mit Hilfe einzelner Körpermaße nach einer Formel der U.S.-Marines ergab bei mir einen Körperfettanteil von unter 14 Prozent.) Damit ist gleich auch noch die Warnung vieler Carbo-Phobiker vor dem sogenannten "wheat-belly" oder "Weizenbauch" als Blödsinn nachgewiesen, denn Vollkornprodukte vom morgendlichen Müsli oder Frischkornbrei über Dinkel-Knabber-Stückchen als Nachmittagssnack bis zum Vollkornbrot am Abend machen in meiner Ernährung einen sehr hohen Anteil aus.
Erwähnt sei noch, dass mein Arzt mir zu meinem Blut-Lipid-Profil gratuliert und mich dabei auch gleich in meiner Ernährungsweise bestärkt hat. Dies hat mich gerade angesichts seines schon fortgeschritteneren Alters sehr gefreut, denn immer wieder treffen Veganköstler ja auch auf oft sogar jüngere Ärzte, die eine pflanzenbasierte Ernährung als Mangelernährung betrachten und dabei mit so ganz alten und abgelutschten Kamellen wie der vermeintlichen Minderwertigkeit pflanzlicher Proteine oder der mangelnden Zufuhr von Eisen argumentieren.
Samstag, 23. Februar 2013
Sie haben es in der Hand
Wussten Sie schon,
Oder schauen Sie sich den Film "Gabel statt Skalpell" an. Hier können Sie den Trailer sehen:
Die Lösung ist in der Tat erstaunlich einfach: Eine vielfältige und vollwertige pflanzenbasierte Ernährung.
Mehr darüber, warum entgegen landläufiger Meinung Pflanzenöle einschließlich Olivenöls und Rapsöls nicht gesundheitsförderlich, sondern im Gegenteil Mittäter bei der Arteriosklerose sind, können Sie im Beitrag "Wie ich zum Vollwertveggie wurde" nachlesen. Viele der der Arteriosklerose zugrunde liegenden Mechanismen, bei denen z.B. die Substanz Stickstoffmonoxid eine schützende Funktion einnimmt, wurden erst in den 1980er-Jahren verstanden und konnten daher früheren Ernährungswissenschaftlern, deren Lehren heute noch in vielen Köpfen sind, noch nicht bekannt sein.
Mit den Tipps und Rezepten in diesem Blog möchte ich allen helfen, die eine solche Ernährungsweise ohne wesentliche Abstriche beim Genuss umsetzen oder auch nur einmal ausprobieren möchten. Die Belohnung ist ein Gewinn an Vitalität und Lebensfreude.
- dass so gut wie jeder Herzinfarkt vermeidbar wäre, ganz ohne Medikamente und Operationen?
- dass in vielen Kulturen dieser Welt Cholesterinwerte unter 150 mg/dL die Norm sind, und dass in diesen Kulturen kaum jemand einen Herzinfarkt bekommt?
- dass auch die meisten Hirninfarkte vermeidbar wären?
- dass sich diese Krankheitsrisiken allein durch eine Umstellung der Nahrung auf nahezu Null bringen lassen? (Und dementsprechend in Kulturen mit bestimmten anderen Nahrungsgewohnheiten auch so gering sind?)
- dass selbst bei bereits aufgetretenen koronaren Herzerkrankungen wie Angina Pectoris allein eine Umstellung der Ernährung die Beschwerden eindämmen und teilweise ganz beseitigen kann?
- dass Sie auch im Alter von 90 Jahren noch genauso freie und elastische Arterien haben könnten wie im Alter von 9 Jahren?
- dass all dies unabhängig von ihrer erblichen Veranlagung gilt, es also in Ihrer Hand liegt, ob eine eventuelle Veranlagung für Arteriosklerose zum Zuge kommt oder nicht?
- dass die dafür benötigte Umstellung der Ernährung ohne Nachteile für Ihre Körperfunktionen möglich ist und sich im Gegenteil sogar auch in anderer Hinsicht positiv auf Ihre Gesundheit, Ihr Wohlbefinden und Ihre Vitalität auswirkt, sowie gleichzeitig Ihr Risiko für weitere Krankheiten wie Prostata-, Brust- und Dickdarmkrebs senkt?
- dass die dafür benötigte Umstellung Ihrer Ernährung bereits nach drei Wochen das Risiko eines Herzinfarktes eliminiert?
- dass der frühere US-Präsident und Herzpatient Bill Clinton aufgrund dieser Fakten seine Ernährung bereits umgestellt hat?
- dass die dafür benötigte Umstellung der Ernährung gleichzeitig noch hilft, die Ackerbauflächen dieser Welt effizienter zu nutzen, Tieren Leid zu ersparen und den CO2-Ausstoß signifikant zu reduzieren?
Oder schauen Sie sich den Film "Gabel statt Skalpell" an. Hier können Sie den Trailer sehen:
Die Lösung ist in der Tat erstaunlich einfach: Eine vielfältige und vollwertige pflanzenbasierte Ernährung.
Mehr darüber, warum entgegen landläufiger Meinung Pflanzenöle einschließlich Olivenöls und Rapsöls nicht gesundheitsförderlich, sondern im Gegenteil Mittäter bei der Arteriosklerose sind, können Sie im Beitrag "Wie ich zum Vollwertveggie wurde" nachlesen. Viele der der Arteriosklerose zugrunde liegenden Mechanismen, bei denen z.B. die Substanz Stickstoffmonoxid eine schützende Funktion einnimmt, wurden erst in den 1980er-Jahren verstanden und konnten daher früheren Ernährungswissenschaftlern, deren Lehren heute noch in vielen Köpfen sind, noch nicht bekannt sein.
Mit den Tipps und Rezepten in diesem Blog möchte ich allen helfen, die eine solche Ernährungsweise ohne wesentliche Abstriche beim Genuss umsetzen oder auch nur einmal ausprobieren möchten. Die Belohnung ist ein Gewinn an Vitalität und Lebensfreude.
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Dienstag, 1. Januar 2013
Wie ich zu einem Wohlernährungs-Veggie wurde
Nach der Lektüre von Karin Duves Buch "Anständig Essen" Ende 2010 stieg ich, Hauke Dressel, Jahrgang 1967, von einer Woche auf die andere aus ethischen Gründen von einer flexitarischen, d.h. überwiegend ovo-lacto-"vegetarischen" Ernährung mit ziemlich seltenem Konsum von Tierleichenteilen auf eine konsequent vegetarische, d.h. vegane Ernährung um. Dass auch für die Produktion von Eiern und Milch Tiere getötet bzw. turbogemästet und dann getötet werden, hatte ich bis dahin irgendwie noch erfolgreich ignoriert. Nach dem Lesen dieses Buches ging das aber nicht mehr. (Ich hörte übrigens gleichzeitig auch auf, Kleidung mit Leder oder Wolle zu kaufen und begann, mich nach entsprechenden Alternativen umzusehen. Nachdem ich z.B. die schönen, extrem langlebigen und pflegeleichten Schuhe und Gürtel der Firma "Vegetarian Shoes" für mich entdeckt hatte, konnte ich überhaupt nicht mehr verstehen, wieso man überhaupt noch Schuhe und Gürtel aus Leder produziert.)Die schädlichen Folgen der "Produktion" tierischer Lebensmittel für die Welternährung und die Ökologie einschließlich des Weltklimas will ich hier gar nicht erst erwähnen, das kann man im Internet und in zahlreichen Büchern mittlerweile alles nachlesen. Besonders gut übrigens im neuen Buch "Kein Fleisch macht glücklich" von Andreas Grabolle. (Später werde ich mich hier aber noch einmal eingehender mit dem Thema Ethik befassen.)
Dabei war es anfänglich noch mein Bestreben, für alle meine gewohnten Lebensmittel einen entsprechenden "Ersatz" zu finden. Ich wollte meinem Umfeld und mir beweisen, dass bei einer veganen Ernährung keinerlei ernsthafter Verzicht notwendig ist und man vom Salami-ähnlichen Würstchen, über Käsiges bis zur Schwarzwälder Kirschtorte auch alles in rein pflanzlicher Form kaufen oder selbst herstellen kann. (Was in der Tat der Fall ist.) Gleichzeitig begann ich aber auch, mich wesentlich stärker mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen - schließlich wollte ich ja wissen, ob mir durch meine neue, von vielen Mitmenschen immer noch als "extrem" angesehene Ernährungsweise irgendwelche schlimmen Mangelerscheinungen drohten. (Die dabei gewonnenen Erkenntnisse möchte ich später gerne ebenfalls hier mit anderen Veganern und Veganköstlern teilen. Hier nur schon mal soviel: Vitamin B12 auf jeden Fall in genügend hoher Dosis supplementieren! Alles andere ist nachrangig. Die ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Jod lässt sich auch wunderbar ohne Lebensmittel tierischen Ursprungs sicherstellen.)
Es war von Anfang an ein tolles Gefühl, nun mit meinem Essen kein Tierleid mehr zu verursachen. Allein das nahm eine große Last von mir und ließ mich von da an wesentlich unbeschwerter durch das Leben gehen.
Nach ca. 9 Monaten veganer Ernährung ging es mir auch vom Körpergefühl besser als zu meinen omnivoren Zeiten. Unter anderem waren die Tiefs nach den Mittagspausen wesentlich kürzer und flacher als zu den Zeiten, in denen ich noch das mit tierischen Fetten und Eiweißen befrachtete Kantinenessen "genossen" hatte. Ich hatte bei 180 cm Körpergröße von ca. 73 kg auf etwa 71 kg abgenommen. Die Verdauung hatte sich beschleunigt und ich hatte nur noch ein einziges Mal ein Problem mit dem abendlichen Einschlafen. (Wobei die Einschlafprobleme schon vorher dank regelmäßiger Yoga-Praxis recht selten geworden waren.)
Zur Sicherheit ließ ich jedoch beim Arzt einen Bluttest machen und stellte entäuscht fest, dass -obwohl soweit alles in Ordnung war- meine Cholesterinwerte sich trotz meiner rein pflanzlichen und damit ja auch cholesterinfreien Ernährung und trotz der mäßigen Gewichtsabnahme sogar noch erhöht hatten. (Sie lagen zwar immer noch klar unter 200 mg/dL, was von den meisten Ärzten fälschlicherweise als harmlos angesehen wird, aber deutlich über dem Wert von 150 mg/dL, der für die meisten Menschen die tatsächliche Schwelle zwischen dem risikolosen und dem risikoträchtigen Bereich in Bezug auf kardiovaskuläre Krankheiten wie z.B. Herzinfarkt markiert.)
Noch ein paar Monate und Bücher später war mir dann auch klar warum: Unter anderem hatte ich das Buch "The China Study" von Prof. T. Colin Campbell gelesen, in der dieser den Zusammenhang zwischen dem Konsum tierischer Eiweiße und Fette und zahlreichen Zivilisationskrankheiten wie Herzinfarkt, Diabetes II und einzelnen Krebsarten deutlich belegt. (Einem verbreiteten Internet-Mythos zufolge wurde "The China Study" von einer bloggenden Studentin namens Denise Minger widerlegt. Diese vermeintliche Widerlegung ignoriert aber sowohl weite Teile des Buches selbst als auch die analytischen Methoden epidemiologischer Forschung, die weit über die als Regressionsanalyse bekannte reine Zahlenspielerei hinausgehen. Zwar gibt es auch einige gültige Einwände gegen manche Schlussfolgerungen im Buch, das selbst nicht den Rang einer wissenschaftlichen Veröffentlichung beansprucht. Der erwähnte Zusammenhang zwischen dem Konsum tierischer Lebensmittel und den erwähnten Zivilisationskrankheiten bleibt aber trotz solcher Einwände gut belegt. Mehr dazu später.)
Tierische Eiweisse und Fette hatte ich ja aber schon monatelang nicht mehr zu mir genommen. Die konnten also bei mir nicht die Ursache für meinen höheren Cholesterinspiegel und das damit einhergehende höhere Herzinfarktrisiko gewesen sein.
Jedoch hatte schon T. Colin Campbell in seinem Buch der üblichen tierproduktlastigen westlichen Ernährung nicht einfach eine beliebige tierproduktfreie Ernährung, sondern eine vollwertige, pflanzenbasierte Ernährung ("whole-foods, plant-based diet") entgegengestellt. So wäre z.B. eine Ernährung, die alle drei Tage pflanzliche Bratwurst mit Fritten und Ketchup sowie dann noch ein Stück vegane Torte einschließt, zwar wohl vegan, aber auch alles andere als vollwertig und der Gesundheit kaum förderlich. Merke: Vegane Ernährung ist nicht per se gesundheitsschädlich oder gesundheitsförderlich. Jedoch ist eine vollwertige, vielseitige und ausgewogene pflanzliche Ernährung bei Beachtung einiger Punkte die beste, die man sich und seinem Körper angedeihen lassen kann. (Übrigens hat jeder Supermarkt eine große vollwertige Vegan-Abteilung: Es ist die Obst- und Gemüseabteilung. Weitere vollwertige Vegan-Produkte, die es in den hinteren Regalen eines jedes Lebensmittelgeschäftes gibt, sind Vollkornmehl, Vollkorn-Hartweizengries-Nudeln, Naturreis, Haferflocken sowie Bohnen, Erbsen und Linsen.)
Über T. Colin Campbells Buch bin ich dann auf das Buch "Prevent an Reverse Heart Disease" von Dr. Caldwell B. Esselstyn gestoßen, in dem dieser schildert, wie er als ehemaliger Chirurg an der renommierten Cleveland Clinic über einem Dutzend schwer kranker und von den Kardiologen-Kollegen schon "austherapierter" Herzpatienten ein neues Leben schenken konnte, indem er sie lediglich mit cholesterinsenkenden Statinen und einer pflanzlichen, ölfreien Ernährung therapierte. Pflanzenöle, mit denen viele vegane "Ersatzprodukte" nur so vollgestopft sind, zählen entgegen landläufiger Meinung nämlich nicht zu einer gesundheitsförderlichen pflanzlichen Ernährung. Auch nicht Oliven- oder Rapsöl. Sie sind ebenso wie Zucker und weißes Mehl hochkonzentrierte Träger fast leerer Kalorien, aus denen die meisten wertvollen Vitalstoffe der pflanzlichen Ausgangsprodukte wie z.B. Pflanzenfaserstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe entfernt wurden. In Bezug auf ihre Auswirkungen auf den Körper, nämlich Entzündungen der Endothelschicht der Arterien, Anstieg des Blutcholesterins und in der Folge Plaquebildung mit dem sich graduell immer weiter steigernden Risiko eines Herzinfarktes, übertreffen Öle in ihrer Schädlichkeit Zucker und weißes Mehl sogar noch bei weitem. Außer über die Erhöhung des Cholesterinwertes die Arteriosklerose zu befördern, behindern sie auch die Produktion der für die Arterien guten und schützenden Substanz Stickstoffmonoxid. Manche dieser Mechanismen wurden erst ab den 1980er-Jahren verstanden, so dass frühere Konzepte einer vollwertigen Ernährung dies noch nicht berücksichtigen konnten und oftmals Pflanzenöle erlaubt haben. Drei der Entdecker der Bedeutung von Stickstoffmonoxid für die Arterien erhielten dafür übrigens im Jahr 1998 den Nobelpreis für Medizin.
Der Mythos vom gesunden Olivenöl ist das Ergebnis einer unzulässigen Verkürzung einzelner Studien zur sogenannten mediterranen Ernährung. Diese Studien konnten zwar einen gesundheitlichen Vorteil der "Mittelmeerdiät" gegenüber der mitteleuropäischen und nordamerikanischen Ernährungsweise belegen - jedoch beruhte dieser auf einem hohen Anteil an Gemüse und war nicht wegen, sondern trotz des mäßigen Konsums von Pflanzenölen noch signifikant nachweisbar.
Und um gleich dem üblichen Einwand entgegenzukommen, wonach der Körper doch Fett brauche: Ja, er benötigt die essentiellen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, da er sie nicht selbst produzieren kann. Wie ich in einem späteren Post ausführen werde, kann man den Bedarf an diesen Fettsäuren ganz ohne Pflanzenöle, z.B. über Leinsamen, decken.
Wie spektakulär Dr. Esselstyns Behandlungserfolge bei seinen Patienten waren, kann man nur würdigen, wenn man weiß, dass die Behandlung von Herzpatienten mit Statinen und gleichzeitiger moderater Anpassung der Ernährung durchaus Standard ist, einen weiteren degenerativen Verlauf ihrer Krankheiten aber üblicherweise nicht aufhalten kann. Diese Patienten benötigen in aller Regel bald weitere Operationen zum Einsetzen von Bypassen oder Stents und früher oder später ereilt sie meist doch der Herztod. (So erging es der Handvoll von Esselstyns Patienten, die seine sanfte Therapie abbrachen, da sie den Verzicht auf tierische Nahrungsmittel und auf Öle für sich als zu extrem empfanden.)
Nun mögen Sie denken: Schön und gut, aber da ging es doch offensichtlich um schwer kranke Herzpatienten, nicht Menschen wie Sie oder mich, die in dieser Hinsicht gar keinen Befund haben. Falsch: Wie Esselstyn in seinem Buch klar macht, ist jeder, der ein paar Jahrzehnte unserer typischen westlichen, cholesterintreibenden Ernährungsweise hinter sich hat und sie fortführt, unwissentlich ein Herzpatient oder eine Herzpatientin im Wartestand, denn jeder Mensch bekommt bei dieser Ernährung eine fortschreitende Arteriosklerose, die bei der fortgesetzten Aufnahme von tierischen oder extrahierten pflanzlichen Fetten jederzeit einen Herzinfarkt oder einen ischämischen Schlaganfall auslösen kann. Für fast die Hälfte aller Menschen mit einer koronaren Herzerkrankung ist der plötzliche Herztod das erste, leider auch das letzte Warnsignal.
Hier kommt nun wieder der Bezug zur China-Study: In Regionen der Erde, in denen eine pflanzenbasierte Ernährung mit einem allenfalls sehr geringen Anteil an Lebensmitteln tierischer Herkunft und/oder extrahierter Pflanzenöle der Standard ist, wie eben in den ländlichen Regionen Chinas zur Zeit der Erstellung der entsprechenden Studien, waren Cholesterinwerte von 150 mg/dL eher die Obergrenze und Herzinfarkte kamen dort praktisch nicht vor. Hierzulande nehmen wir es hingegen als vom Schicksal gegeben hin, dass Menschen ab ihrer Lebensmitte von einem Tag auf den anderen durch einen Herzinfarkt aus ihrem Leben und Schaffen gerissen werden können. Man denke z.B. an den Kabarettisten Matthias Beltz, den Schauspieler Günther Kaufmann, den Fernsehimmobilienmakler Thorsten Schlösser, den Filmroduzenten Bernd Eichinger und zuletzt aus der Politik Ex-Kriegsminister Peter Struck sowie Thomas Schäuble, den Bruder des Finanzministers Wolfgang Schäuble. (Beim Bühnen- und TV-Star Dirk Bach wurde die genaue Todesursache ja nicht einmal mehr ermittelt, aber auch bei ihm lautete der Verdacht auf plötzlichen Herztod.) Andere wie Ex-Umweltminister und Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin haben einen Herzinfarkt zwar überlebt, müssen aber wohl mit der ständigen Angst vor dem jeweils nächsten leben. Bzw. sie müssten es eigentlich nicht und könnten es wie der Ex-Präsident der USA und spätere Herzpatient Bill Clinton machen:
Durch den Umstieg auf eine vollwertige, rein pflanzliche Ernährung ohne Öle (d.h. auch ohne Margarine oder sonstige mit Öl hergestellte Produkte) ist man nämlich bereits nach zwei Wochen vor einem tödlichen Herzinfarkt geschützt - unabhängig von sonstigen Lebensstilfaktoren und Erbanlagen. Howard F. Lyman, der Autor von "Mad Cowboy", hat den daraus folgenden Gedanken formuliert: Fast die Hälfte aller Menschen, die heute in einem westlichen Land sterben, hätte noch bis vor drei Wochen durch eine bloße Verhaltensänderung einen späteren Termin mit dem Sensenmann vereinbaren können
Außer bei einer besonderen genetischen Disposition zu generell erhöhten Cholesterinwerten (Hyperlipidämie) sinkt bereits nach dieser Zeit der Gesamtcholesterinwert unter 150 mg/dL. (Menschen mit der besagten genetischen Disposition behalten zwar höhere Cholesterinwerte, erhalten aber dennoch den Schutz vor Herzinfarkt.)
Der Schutz vor Herzinfarkt durch einen ernährungsbedingt niedrigen Cholesterinwert unter 150 mg/dL ist unter anderem durch die Framingham-Herz-Studie belegt, die wichtigste epidemiologische Studie in den USA. Sie diente und dient der Identifizierung von Risiken für koronare Herzkrankheiten und Arteriosklerose. 1948 begann sie mit über 5000 Teilnehmern aus der Stadt Framingham und erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte. Ihr langjähriger medizinischer Leiter, Dr. William Castelli, stellte fest:
Wir haben in 35 Jahren in Framingham nie einen Herzinfarkt bei jemandem gehabt, der einen Cholesterin-Wert unter 150 hatte. Dreiviertel der Menschen, die das Anlitz der Erde bevölkern, haben nie einen Herzinfarkt. Sie leben in Asien, Afrika und Südamerika, und ihre Cholesterinwerte liegen alle um die 150.Hingegen hatten über 30 Prozent aller Studienteilnehmer, die im Untersuchungszeitraum einen Herzinfarkt erlitten, einen Cholesterinwert zwischen 150 und 200! Und obwohl kardiovaskuläre Erkrankungen (unter anderem Herzinfarkte und Schlaganfälle) mit 42% hierzulande immer noch die Todesursache Nummer 1 sind, wird ein Cholesterinwert von unter 200 von den meisten Ärzten als sicher eingestuft. Wie falsch diese Entwarnung ist, führt Castelli in diesem Interview in aller Deutlichkeit aus. (Kleiner Exkurs: Das Argument zugunsten eines Cholesterinwertes unter 150 mg/dL würde natürlich zerfallen, wenn dieser das Risikos für einen Herzinfarkt zwar senken, gleichzeitig aber andere, größere Gesundheitsrisiken erzeugen würde. Tatsächlich scheint nach mehreren Studien das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall, d.h. eine Einblutung in das Gehirn, leicht zu steigen, wenn der Cholesterinwert sinkt. Das ist jedoch nur eine Korrelation zwischen zwei Variablen, die andere Variablen außer acht lässt. Denn das Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall sinkt wiederum sehr stark, wenn der Blutdruck sinkt, was wiederum mit einer vollwertigen pflanzenbasierten Kost leicht erreicht werden kann. Insbesondere Hülsenfrüchte helfen sehr stark, den Blutdruck zu senken, während z.B. rotes Fleisch ihn erwiesenermaßen erhöht. Auch kommt eine Meta-Studie zu dem Ergebnis, dass ein hoher Konsum von Obst und Gemüse das Risiko sowohl für einen ischämischen als auch für einen hämorrhagischen Schlaganfall senkt. [He FJ, Nowson CA, MacGregor GA.: Fruit and vegetable consumption and stroke: meta-analysis of cohort studies. He FJ, Nowson CA, MacGregor GA., Lancet. 2006 Jan 28;367(9507):320-6.]. An diesem Beispiel erkennt man auch schön, dass eine Fokussierung auf einzelne Faktoren leicht in die Irre führt. Die negative Korrelation zwischen Blutcholesterin und dem Risiko für hämorrhagischen Schlaganfall bedeutet keineswegs, dass ein hohe Blutcholesterinwerte erstrebenswert sind.)
Nachdem ich dies nun wusste, strich ich auch noch sämtliche ölhaltigen Veganprodukte und Gerichte von meinem Speiseplan. Damit war nun auf jeden Fall immer selber kochen angezeigt, denn wie erwähnt enthalten auch die meisten veganen "Ersatz"- oder Convenience-Produkte irgendeine Art von Pflanzenöl als Zutat. Für mich, der ich erst seit meinem Umstieg auf die vegane Ernährung überhaupt begonnen hatte, gelegentlich auch mal aufwändiger zu kochen, war dies schon eine ziemliche Umstellung. Aber wenn einem das eigene Leben diesen Aufwand nicht wert ist, was sollte es dann sonst sein?
Bestärkt wurde ich darin durch die Lektüre von "Eat to Live" von Dr. Joel Fuhrman, der den Gesundheitswert von Lebensmitteln nach dem Gehalt von Mikronährstoffen pro Kalorie beurteilt und auf dieser Basis ebenfalls zu der Empfehlung für eine vollwertige, pflanzenbasierte Ernährung ohne Pflanzenöle kommt. (Nach diesem Maßstab ist übrigens Grünkohl der König der Lebensmittel. Tierische Lebensmittel wie Fleisch, Käse und sonstige Milchprodukte rangieren da sehr weit unten.)
Auch Dr. John McDougall rät in seinem Buch "The McDougall Program" zu einer vollwertigen, pflanzlichen Ernährung ohne Pflanzenöle. Dr. McDougall betont den Wert von stärkehaltigen Lebensmitteln wie Kartoffeln und Vollkorngetreide. Entgegen der Low-Carb-Hysterie machen die komplexen Kohlehydrate in diesen Lebensmitteln nämlich nicht fett. Man müsste schon drei Kilo Kartoffeln essen, um seinen Tagesbedarf an Nahrungsenergie abzudecken. Vorher wäre man natürlich schon längst satt. (Sobald man Butter, Öl oder Margarine über die Kartoffeln gibt, trifft das aber schon nicht mehr zu.)
Dr. Joel Fuhrman und Dr. McDougall machten mir mit ihren Büchern endgültig klar, dass man mit einer vielfältigen und vollwertigen pflanzlichen Ernährung außer dem Schutz vor Herzinfarkt noch viele andere gesundheitliche Vorteile erlangen kann. So hilft z.B. der Verzicht auf Milchprodukte bei Männern nachgewiesenermaßen, das Risiko für Prostatakrebs zu senken. Alle angeblich für die Gesundheit so wichtigen Bestandteile der Kuhmilch kann man entweder problemlos auch aus pflanzlichen Lebensmitteln beziehen (Proteine, Kalzium, Jod) bzw. im Falle von Vitamin B12 supplementieren, ohne die ganzen risikobehafteten Bestandteile wie das Milcheiweiß Kasein, gesättigte Fettsäuren, Milchzucker, IGF-1 und Antibiotika- sowie Dioxinrückstände mit essen oder trinken zu müssen.
Die Ernährungsempfehlungen dieser Männer sind keine esoterische Spinnerei oder romantische Naturverklärung, sie sind ganz im Gegenteil evidenzbasiert, d.h. sie beruhen auf heutigen, ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen. Joel Fuhrman nennt Menschen, die ihre Ernährung diesen Erkenntnissen anpassen "nutritarians", was ich für mich mit "Wohlernährer" übersetzen würde. Da diese "Wohlernährung" zudem den Konsum von Lebensmitteln tierischer Herkunft ausschließt, bezeichne ich mich als "Wohlernährungs-Veggie".
Inzwischen gibt es zu dieser Ernährungsweise sogar schon einen Film: "Gabel statt Skalpell" - im englischen Original "Forks Over Knives". Er fasst alle Aspekte des Themas in einer auch für Laien gut nachvollziehbaren Weise zusammen, hier können Sie den Trailer sehen:
Aber wie ließ sich diese Ernährungsweise in der Praxis umsetzen? Wie bei den oben erwähnten veganen Fertigprodukten gehört auch bei den meisten im Internet und in Vegankochbüchern erhältlichen veganen Rezepten Öl meist zur Zutatenliste. Oft dient es dabei aber nur zum Andünsten von Zwiebeln, Knoblauch oder Ingwer. Weiß man erst mal, dass dies genausogut mit Wasser oder Brühe möglich ist, kann man solche Rezepte dennoch gut nutzen.
Kochbücher sind aber noch rar und dann immer auf Englisch. (Z.B. das Rezepte-Buch zu besagtem Film, oder auch die ganz hervorragenden Kochbücher von Lindsay S. Nixon, "Happy Herbivore" und "Everyday Happy Herbivore". Zudem enthalten die -ebenfalls nur auf Englisch verfügbaren- Bücher von John und Mary McDougall sowie von Joel Fuhrman eine ganze Reihe von Tipps und Rezepten. Auch zum Film "Forks over Knives" gibt es ein ergänzendes Kochbuch mit vielen leckeren Rezepten.) Vieles musste ich dennoch erst mal austüfteln und teilweise auch erst auf deutsche Verhältnisse übertragen. So sind in den USA offenbar einige Zutaten sowie Obst- und Gemüsearten gängig, die hierzulande weitgehend unbekannt oder nur sehr schwer zu bekommen sind. (Beispielsweise frischer Koriander, auf Englisch "cilantro".) Dafür gibt es hier oft andere Produkte, die stattdessen verwendet werden können. (Statt Koriander beispielsweise Petersilie, englisch "parsley", der hier überall erhältlich ist.)
Nachdem schon der erste Schritt, nämlich der Umstieg auf die vegane Ernährung, zu einer Steigerung meiner Vitalität und einer Senkung meines Gewichts geführt hatte, ging es mit dem zusätzlichen Verzicht auf pflanzliche Öle und alle Lebensmittel, die diese enthalten, sowie mit der drastischen Reduzierung des Konsums von Weißmehl und Kristallzucker erst richtig los: Ich konnte praktisch jeden Tag im Spiegel beobachten, wie wieder etwas von meinem Bauchspeck dahingeschmolzen war. Das ging so rapide, dass ich schon befürchtete, ich müsse irgendwann wieder zu besonders fetthaltigen Lebensmitteln wie Avocados und Erdnüssen greifen, um nicht untergewichtig zu werden. Glücklicherweise war dann bei 67 Kilogramm wieder ein Plateau erreicht, bei dem mein Gewicht stabil blieb. Nun ist mein Bauch so flach, dass sich darunter wieder die Muskulatur abzeichnet.
Nach einigen Wochen war es dann auch mal wieder Zeit für einen umfassenden Bluttest beim Arzt. Und siehe da: Ich hatte einen traumhaften Gesamtcholesterinwert von 136 (HDL: 42, LDL: 76) und war damit nun herzinfarktgeschützt. Auch die anderen Werte wie z.B. die Triglyceride (97) waren alle perfekt, obwohl doch nach den Lehren der Low-Carb-Jünger der hohe Anteil von Kohlenhydraten an meiner Gesamtnahrungsaufnahme mir diese doch hätte versauen müssen. (Der Fehler bei der Low-Carb-Lehre liegt natürlich darin, dass sie nicht zwischen guten komplexen Kohlehydraten einerseits und einfachen Kohlehydraten andererseits unterscheidet, also z.B. stärkehaltige Kartoffeln und frisches Obst über einen Kamm mit Kristallzucker und Maissirup schert.)
Damit war klar: Eine vielfältige und vollwertige pflanzliche, ölfreie, zucker- und weißmehlreduzierte Ernährung tut nicht nur den Tieren, der Umwelt und der Welternährung gut, sondern auch mir selbst. Bei dieser Ernährung werde ich bleiben, auch wenn es mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Aber zum einen lohnt sich dieser Aufwand, und zum anderen ist es auch ein tolles Gefühl, sich aus dem, was die Natur selbst hergibt, wohlschmeckende und nährende Mahlzeiten zubereiten zu können, ohne auf in den Labors der Lebensmittelmultis entwickelte Massenprodukte zurückgreifen zu müssen. Die Einschränkung auf der Seite der "schlechten" Lebensmittel ging auf der anderen Seite mit einer Entdeckung der Vielfalt "guter" Lebensmittel einher, die seitdem meinen Speiseplan abwechslungsreicher machen. So habe ich erst seit meiner Beschäftigung mit dem Thema gelernt, solche Zutaten wie Quinoa, Hirse, Buchweizen, Kichererbsen, Topinambur, Süßkartoffeln, Tempeh oder Shiro-Miso zu verwenden. Heute bereue ich vor allem, mich nicht schon viel früher intensiver mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt und zu dieser Ernährungsweise gefunden zu haben.
Dies ist überhaupt mein Rat an alle, die sich vielleicht auch nur einmal versuchsweise (die positiven Effekte machen sich innerhalb von drei Wochen bemerkbar) auf diese Ernährungsform einlassen möchten: Nutzen Sie die ganze Bandbreite pflanzlicher Lebensmittel. Es gibt in der Gemüseabteilung ihres Supermarktes sicher jede Menge Produkte, mit denen Sie noch nie selber gekocht haben, seien es Steckrüben, Rettich, rohe rote Beete, Schwarzwurzeln, Pak-Choy, Spitzkohl oder sonstiges. Man kann sie auch einfach mal in den Einkaufswagen legen, ohne genau zu wissen, was man damit machen kann. Im Internet kann man dann leicht Rezepte dazu finden, die sich in aller Regel auch veganisieren und "entölen" lassen. Oft ist man überrascht, wie lecker die Ergebnisse sind und wieso man bisher so achtlos an diesen Geschenken der Natur vorbeigegangen ist.
Ich hoffe, in diesem Blog jenen, die sich testweise oder dauerhaft ebenfalls vielfältig und vollwertig pflanzlich ernähren wollen, ein paar nützliche Anregungen und Tipps geben zu können. Ein paar Rezepte für leckere Gerichte sollen natürlich auch nicht fehlen.
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