Es gibt ein Update zu meinen bisherigen Berichten über Dr. Caldwell B. Esselstyns Forschungsergebnisse. Er hat nun eine neue Studie mit insgesamt 198 herzkranken Teilnehmern veröffentlicht, von denen 177 seine Ernährungsregeln über einen Zeitraum von durchschnittlich 3,7 Jahren durchgezogen haben. Damit war der Teilnehmerkreis erheblich größer als bei seiner ersten, 1995 veröffentlichen Studie mit 22 Patienten, von denen 17 Dr. Esselstyns Ernährungsratschlägen über den gesamten Studienzeitraum folgten, während die fünf anderen aufgaben. Schon bei der ersten Studie waren die schweren Herzerkrankungen sämtlicher "folgsamen" Teilnehmer zum Stillstand gekommen, während sie bei den anderen fortschritten. Von tierverbrauchenden Low-Carb- und Paläo-Bloggern wie einer gewissen Denise Minger war immer auf die geringe Anzahl an Teilnehmern dieser Studie verwiesen worden, um deren Ergebnisse für nicht repräsentativ und aussagekräftig zu erklären. Dabei waren die Ergebnisse aufgrund ihrer Eindeutigkeit natürlich trotz dieser geringen Anzahl statistisch signifikant. Die Möglichkeit, dass die beobachteten Ergebnisse auf reinem Zufall beruhten, war genauso gering, wie die Wahrscheinlichkeit, dass wenn man 5 Männer und 17 Frauen aus einer Urnemit den Zahlen 1 bis 22 beschriftete Kugeln ziehen lässt, die Männer dabei genau die Kugeln mit den Zahlen 1-5 ziehen und die Frauen die anderen.
Das Ergebnis der neuen Studie: Unter den 177 “folgsamen” Teilnehmern (wobei man das nicht mal hundertprozentig kontrollieren kann und da vielleicht der eine oder die andere zwischendurch sogar mal geschummelt oder ein regelwidriges Lebensmittel erwischt hat) gab es gerade noch mal ein kardiales Ereignis, das als Rückfall der vorherigen Erkrankung gewertet werden konnte. Anders wiederum bei den 21 “Drop-Outs”: Von denen hatten 62 Prozent in der Folge ein weiteres kardiales, als Rückfall zu wertendes Ereignis.
Esselstyns Ernährungsregeln (“nothing with a mother or a face, no added oils” - also nichts mit einer Mutter oder einem Gesicht, keine zugefügten Öle) sind und bleiben damit die einzige bekannte und belegte Möglichkeit, eine solch geringe Quote (0,6 Prozent) eines Wiederauftretens kardialer Ereignisse zu bewirken. Statistisch ist damit auch praktisch ausgeschlossen, dass diese verschiedenen Quoten (0,6 Prozent bei den “Folgsamen” gegen 62 Prozent bei den “Drop-Outs”) ein bloßer Zufall sind.
Quellen:
Caldwell B. Esselstyn, Jr., et al., "A strategy to arrest and reverse coronary artery disease: a 5-year longitudinal study of a single physician's practice." The Journal of Family Practice 41, no. 6 (Dec 1995): 560-568. [http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7500065]
Caldwell B. Esselstyn, Jr., et al., “A Way to Reverse CAD?” The Journal of Family Practice 63, no. 7 (July 2014): 356–364.
http://www.ldsmag.com/article/1/14585
http://www.clevelandjewishnews.com/special_sections/health_beat/article_d6f937ec-0796-11e4-9604-001a4bcf887a.html
Mittwoch, 23. Juli 2014
Montag, 9. Juni 2014
Saftige Karotten-Schoko-Muffins
Ich habe im Laufe der Zeit herausgefunden, dass man Kakaogeschmack umso besser genießen kann, je dezenter die begleitende Süße ist. Daher sind diese Muffins statt mit Zucker nur mit Datteln gesüßt. Um auch ohne zugesetzte Fette wie Margarine oder Öl eine gewisse Feuchtigkeit zu behalten, kommen noch geraspelte Karotten in den Teig. Man schmeckt sie nicht mehr heraus, aber sie sind dafür verantwortlich, dass sich diese Muffins mit Fug und Recht als saftig bezeichnen dürfen.
Zutaten (für 12 Muffins):
Zubereitung:
Ein Backblech für Muffins mit Küchenkrepp und etwas Rapsöl ganz dünn einfetten und beiseite stellen. Alternativ kann man eine Muffin-Backform aus Silikon verwenden und sich diesen Arbeitsschritt sparen.
Das Apfelmark und die eingeweichten Datteln mit eventuell noch nicht aufgesogener Restflüssigkeit in eine schmale Schüssel geben und pürieren.
Alle trockenen Zutaten (Mehl, Salz, Backpulver, Backnatron, Zimt, Vanilleextrakt und Kakaopulver) in einer größeren Schüssel gut vermengen.
Nun das Apfelmark über die trockenen Zutaten geben und zusätzlich die Karotten (fein) darüber raspeln. Alles untermischen bis ein einigermaßen feuchter, aber auch noch halbwegs zäher Teig entsteht.
Die Muffin-Formen mit einem Löffel zu je zwei Dritteln mit Teig befüllen. Das Blech in den auf 180 Grad Celsius vorgeheizten Ofen schieben und die Muffins 20 Minuten backen.
Nach dem Backen die Muffins erst etwas abkühlen lassen, bevor man sie aus der Form entfernt, indem man sie zunächst mit einem geeigneten Werkzeug (z.B. ein Plastikmesser) von den Seiten löst.
Varianten:
Wenn man es noch etwas einfacher und auch günstiger möchte, kann man statt des Apfelmarks und der Datteln auch einfach 400 Gramm gesüßten (Bio-)Apfelmus verwenden.
Eine weitere, etwas süßere, aber geschmacklich leicht abweichende Variante kann man erreichen, indem man statt des Kakaopulvers Carob-Pulver verwendet, dass schon eine eigene Süße hat.
Zutaten (für 12 Muffins):
- 300 Gramm (Bio-)Apfelmark
- 12 Datteln, halbiert und mehrere Stunden (z.B. über Nacht) in 100 ml Wasser eingeweicht
- 200 Gramm Weizenvollkornmehl
- 1/4 TL Salz
- 2 TL Backpulver
- 1 TL Backnatron
- 1 TL Zimt
- 1/4 TL Vanilleextrakt
- 4 EL stark entöltes Kakaopulver
- 2 mittelgroße Karotten
Zubereitung:
Ein Backblech für Muffins mit Küchenkrepp und etwas Rapsöl ganz dünn einfetten und beiseite stellen. Alternativ kann man eine Muffin-Backform aus Silikon verwenden und sich diesen Arbeitsschritt sparen.
Das Apfelmark und die eingeweichten Datteln mit eventuell noch nicht aufgesogener Restflüssigkeit in eine schmale Schüssel geben und pürieren.
Alle trockenen Zutaten (Mehl, Salz, Backpulver, Backnatron, Zimt, Vanilleextrakt und Kakaopulver) in einer größeren Schüssel gut vermengen.
Nun das Apfelmark über die trockenen Zutaten geben und zusätzlich die Karotten (fein) darüber raspeln. Alles untermischen bis ein einigermaßen feuchter, aber auch noch halbwegs zäher Teig entsteht.
Die Muffin-Formen mit einem Löffel zu je zwei Dritteln mit Teig befüllen. Das Blech in den auf 180 Grad Celsius vorgeheizten Ofen schieben und die Muffins 20 Minuten backen.
Nach dem Backen die Muffins erst etwas abkühlen lassen, bevor man sie aus der Form entfernt, indem man sie zunächst mit einem geeigneten Werkzeug (z.B. ein Plastikmesser) von den Seiten löst.
Varianten:
Wenn man es noch etwas einfacher und auch günstiger möchte, kann man statt des Apfelmarks und der Datteln auch einfach 400 Gramm gesüßten (Bio-)Apfelmus verwenden.
Eine weitere, etwas süßere, aber geschmacklich leicht abweichende Variante kann man erreichen, indem man statt des Kakaopulvers Carob-Pulver verwendet, dass schon eine eigene Süße hat.
Samstag, 10. Mai 2014
Rezension: "Artgerecht ist nur die Freiheit" von Hilal Sezgin
Ich bin ja durch die Lektüre von Karen Duves Buch "Anständig Essen" zum vegan lebenden Menschen geworden, weil es mir endgültig den Blick hinter die Kulissen des grausamen und gewaltvollen Systems des Tierverbrauchs öffnete und bestätigte, was ich vorher schon dunkel geahnt aber irgendwie noch immer verdrängt hatte. Und dieser Blick reicht ja auch eigentlich für den rein intuitiven Entschluss, sich an diesem System nicht mehr länger mitschuldig machen zu wollen.
Nun bin ich aber auch philosophisch interessiert, und da trifft es sich, dass es mit dem Buch "Artgerecht ist nur die Freiheit" von Hilal Sezgin ein wunderbares Werk einer studierten Philosophin gibt, das das Thema Tierethik auch aus wissenschaftlich-rational-logischer Perspektive genau beleuchtet. Das beste an diesem Buch ist, dass es fast völlig ohne akademisches Fachchinesisch auskommt (und wo doch Fachbegriffe verwendet werden, werden sie sehr gut erläutert) und dass es die philosophischen Gedankengänge auch für Laien gut verständlich darlegt. Und im Gegensatz zu vielen anderen philosophischen Werken entwickelt es diese Gedankengänge nicht im rein Abstrakt-Theoretischen, sondern verwendet als Basis den aktuellen Erkenntnisstand der Naturwissenschaften, insbesondere der Biologie und der Evolutionsbiologie. (Wobei nicht unterschlagen wird, dass paradoxerweise viele der naturwissenschaftlichen Erkenntisse auf Experimenten an und mit Tieren beruhen, die aus ethischer Sicht wiederum gar nicht zu rechtfertigen sind.) So schränkt Hilal Sezgin ihre tierethischen Überlegungen auch gleich zu Anfang auf solche Tiere ein, die ein zentrales Nervensystem oder etwas Vergleichbares besitzen, also Wirbeltiere und einige wenige Weich- und Schalentiere wie Kraken und Hummer. Damit sind Insekten und z.B. Regenwürmer oder Quallen erst mal außen vor. Bei ihnen kann man schlicht nicht plausibel begründen, dass da ein bewusstes Erleben, also ein anderer "Jemand" ist, dessen Interessen zu berücksichtigen wären, selbst wenn es von den Aktionen und Reaktionen z.B. einer Schnecke für uns so aussieht. Kühen, Schweinen, Hühnern oder Fischen kann man aber umgekehrt nicht mehr ernsthaft ein bewusstes Erleben in Abrede stellen.
So habe auch ich mir in der Vergangenheit schon gelegentlich überlegt, ob ich jetzt als Veganer auch strikter Anti-Speziesist sein muss, oder ob man nicht irgendwie zwischen Tieren verschiedener Komplexität abstufen kann und trotzdem den in unserer Gesellschaft institutionalisierten Tierverbrauch ablehnen kann bzw. sogar muss. Man bekommt beim Bekenntnis zum Veganismus ja immer wieder mal den Vorwurf zu hören, man würde Menschen und selbst noch die einfachsten Tiere auf eine Stufe stellen. Sezgin beleuchtet, dass ein "milder Speziesismus" zumindest verständlich ist, aber andererseits auch sehr enge Grenzen hat, also nicht zur Rechtfertigung unseres heutigen Umgangs mit leidens- und erlebensfähigen Tieren taugt.
Das Buch hilft einem als vegan lebenden Menschen insbesondere dabei, die zahlreichen Trug-, Fehl- und Zirkelschlüsse zu erkennen, die in den scheinbaren Argumenten und Rechtfertigungen stecken, welche einem immer wieder gerne von tierverbrauchenden Mitmenschen entgegengehalten werden. Wie z.B. das, wonach es die Tiere, die sie essen, ja gar nicht gäbe, wenn sie nicht zum Verzehr gezüchtet würden. (D.h. die Tiere können uns Menschen sogar noch "dankbar" sein, dass sie von uns ins Leben gebracht werden, auch wenn dieses aus Menschensicht nur dazu bestimmt ist, verwert- und essbares Körpermaterial hervorzubringen.)
Auch ist es geeignet, einen vor bestimmten Richtungen der Philosophie zu bewahren, die zwar zum Teil zu Ergebnissen kommen, die man sich als Tierfreund wünscht, dies aber wie der Utilitarismus eines Peter Singer auf einer fragwürdigen Grundlage tun, welche dem einzelnen erlebensfähigen Individuum (dem "Subjekt") nicht das unveräußerliche Recht am eigenen Leben und am eigenen Körper zugesteht.
Als bereits überzeugter ethischer Veganer musste ich beim Lesen dieses Buches immer wieder unwillkürlich mit dem Kopf nicken, weil die Überlegungen auch meine eigenen hätten sein können, nur dass ich sie nie so klar und überzeugend hätte formulieren können.
Es werden auch die "gegnerischen" Standpunkte und Argumente erwähnt, wobei aber dennoch eines deutlich wird: Jeder heutige Ethiker von Rang gibt zu, dass die Zustände in der heutigen Massentierhaltung aus ethischer Sicht schlicht verwerflich sind. Und damit ist es auch der Kauf der Produkte aus dieser Haltung, also letztlich aller Produkte im Supermarkt, im Restaurant oder in der Kantine, die Fleisch, Tiermilch oder Eier enthalten. Was immer also Otto und Liese Normalverbraucher als Rechtfertigung des Kaufs und Konsums dieser Produkte ins Feld führen mögen: Auf heutige Philosophen können sie sich dabei jedenfalls nicht stützen.
Ich empfehle wirklich allen Deutschsprachigen und Lesekundigen die Lektüre dieses hervorragenden Buches. Es eignet sich sicher auch als Geschenk an vielleicht noch nicht vegane, aber philosophisch interessierte Zeitgenossen.
Hilal Sezgin: "Artgerecht ist nur die Freiheit - Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen", Verlag C.H. Beck, München 2014, Paperback € 16,95
Nun bin ich aber auch philosophisch interessiert, und da trifft es sich, dass es mit dem Buch "Artgerecht ist nur die Freiheit" von Hilal Sezgin ein wunderbares Werk einer studierten Philosophin gibt, das das Thema Tierethik auch aus wissenschaftlich-rational-logischer Perspektive genau beleuchtet. Das beste an diesem Buch ist, dass es fast völlig ohne akademisches Fachchinesisch auskommt (und wo doch Fachbegriffe verwendet werden, werden sie sehr gut erläutert) und dass es die philosophischen Gedankengänge auch für Laien gut verständlich darlegt. Und im Gegensatz zu vielen anderen philosophischen Werken entwickelt es diese Gedankengänge nicht im rein Abstrakt-Theoretischen, sondern verwendet als Basis den aktuellen Erkenntnisstand der Naturwissenschaften, insbesondere der Biologie und der Evolutionsbiologie. (Wobei nicht unterschlagen wird, dass paradoxerweise viele der naturwissenschaftlichen Erkenntisse auf Experimenten an und mit Tieren beruhen, die aus ethischer Sicht wiederum gar nicht zu rechtfertigen sind.) So schränkt Hilal Sezgin ihre tierethischen Überlegungen auch gleich zu Anfang auf solche Tiere ein, die ein zentrales Nervensystem oder etwas Vergleichbares besitzen, also Wirbeltiere und einige wenige Weich- und Schalentiere wie Kraken und Hummer. Damit sind Insekten und z.B. Regenwürmer oder Quallen erst mal außen vor. Bei ihnen kann man schlicht nicht plausibel begründen, dass da ein bewusstes Erleben, also ein anderer "Jemand" ist, dessen Interessen zu berücksichtigen wären, selbst wenn es von den Aktionen und Reaktionen z.B. einer Schnecke für uns so aussieht. Kühen, Schweinen, Hühnern oder Fischen kann man aber umgekehrt nicht mehr ernsthaft ein bewusstes Erleben in Abrede stellen.
So habe auch ich mir in der Vergangenheit schon gelegentlich überlegt, ob ich jetzt als Veganer auch strikter Anti-Speziesist sein muss, oder ob man nicht irgendwie zwischen Tieren verschiedener Komplexität abstufen kann und trotzdem den in unserer Gesellschaft institutionalisierten Tierverbrauch ablehnen kann bzw. sogar muss. Man bekommt beim Bekenntnis zum Veganismus ja immer wieder mal den Vorwurf zu hören, man würde Menschen und selbst noch die einfachsten Tiere auf eine Stufe stellen. Sezgin beleuchtet, dass ein "milder Speziesismus" zumindest verständlich ist, aber andererseits auch sehr enge Grenzen hat, also nicht zur Rechtfertigung unseres heutigen Umgangs mit leidens- und erlebensfähigen Tieren taugt.
Das Buch hilft einem als vegan lebenden Menschen insbesondere dabei, die zahlreichen Trug-, Fehl- und Zirkelschlüsse zu erkennen, die in den scheinbaren Argumenten und Rechtfertigungen stecken, welche einem immer wieder gerne von tierverbrauchenden Mitmenschen entgegengehalten werden. Wie z.B. das, wonach es die Tiere, die sie essen, ja gar nicht gäbe, wenn sie nicht zum Verzehr gezüchtet würden. (D.h. die Tiere können uns Menschen sogar noch "dankbar" sein, dass sie von uns ins Leben gebracht werden, auch wenn dieses aus Menschensicht nur dazu bestimmt ist, verwert- und essbares Körpermaterial hervorzubringen.)
Auch ist es geeignet, einen vor bestimmten Richtungen der Philosophie zu bewahren, die zwar zum Teil zu Ergebnissen kommen, die man sich als Tierfreund wünscht, dies aber wie der Utilitarismus eines Peter Singer auf einer fragwürdigen Grundlage tun, welche dem einzelnen erlebensfähigen Individuum (dem "Subjekt") nicht das unveräußerliche Recht am eigenen Leben und am eigenen Körper zugesteht.
Als bereits überzeugter ethischer Veganer musste ich beim Lesen dieses Buches immer wieder unwillkürlich mit dem Kopf nicken, weil die Überlegungen auch meine eigenen hätten sein können, nur dass ich sie nie so klar und überzeugend hätte formulieren können.
Es werden auch die "gegnerischen" Standpunkte und Argumente erwähnt, wobei aber dennoch eines deutlich wird: Jeder heutige Ethiker von Rang gibt zu, dass die Zustände in der heutigen Massentierhaltung aus ethischer Sicht schlicht verwerflich sind. Und damit ist es auch der Kauf der Produkte aus dieser Haltung, also letztlich aller Produkte im Supermarkt, im Restaurant oder in der Kantine, die Fleisch, Tiermilch oder Eier enthalten. Was immer also Otto und Liese Normalverbraucher als Rechtfertigung des Kaufs und Konsums dieser Produkte ins Feld führen mögen: Auf heutige Philosophen können sie sich dabei jedenfalls nicht stützen.
Ich empfehle wirklich allen Deutschsprachigen und Lesekundigen die Lektüre dieses hervorragenden Buches. Es eignet sich sicher auch als Geschenk an vielleicht noch nicht vegane, aber philosophisch interessierte Zeitgenossen.
Hilal Sezgin: "Artgerecht ist nur die Freiheit - Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen", Verlag C.H. Beck, München 2014, Paperback € 16,95
Samstag, 5. April 2014
Pizza Hawaii
Eines meiner Lieblingsgerichte in vorveganen Zeiten war Pizza Hawaii. Was liegt da also näher, als eine vollwertig vegane und ölfreie Variante derselben zu kreieren? Und siehe da, das Ergebnis bietet genau die Kombination, die mir an Pizza Hawaii immer so geschmeckt hat: Den herzhaften Umami-Part übernehmen hier Räuchertofu und hefewürzige Auflaufsauce (anstelle von Schinken und Käse), der süße Part wird natürlich weiterhin von der Ananas übernommen.
Zutaten für zwei mittelgroße Pizzen, ca. 8 Portionen:
Teig:
Belag:
Zubereitung:
Für den Teig zunächst alle trockenen Zutaten in einer Schüssel vermengen, dann das Wasser zugeben und alles verrühren. Der Teig sollte so fest sein, dass er nicht klebt aber gleichzeitig gut knetbar ist. Je nachdem in kleinen Mengen noch etwas Wasser oder Mehl hinzugeben. Die Schüssel mit einem feuchten Tuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort z.B. im Ofen gehen lassen, wobei die Temperatur jedoch 40 Grad Celsius nicht übersteigen darf. (Ideal sind 30 Grad Celsius.)
Nun die Hefewürzige Sauce vorbereiten: Das Weizenmehl in einer Tasse mit etwas warmen Wasser zu einer geschmeidigen Masse anrühren. Einen Topf mit etwas Wasser bei höchster Stufe erhitzen. Wenn das Wasser kocht, ggf. mehr Wasser nachgießen, so dass der Boden bedeckt bleibt. Dann die Mehlmasse in den Topf geben und kurz ankochen. Nun das warme Wasser hinzugeben und alles unter ständigem Verrühren mit einem Schneebesen aufkochen lassen. Die Sauce dickt nun an. Die Hitze abstellen und Pflanzeneiweißdrink, Senf, Kurkumapulver, Würzhefe und Salz unterrühren.
Wenn der Teig genügend gegangen ist, ihn zunächst noch einmal durchkneten und dann auf zwei mit Backpapier belegten Pizzablechen möglichst dünn in mittelgroße Pizzafladen ausrollen. (Es hilft, alles mit etwas Mehl zu bestäuben.)
Nun für den Belag zunächst die Pizzatomaten in einer kleinen Schüssel mit den italienischen Kräutern verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Diese Tomatensauce mit einem Löffel gleichmäßig auf dem Pizzateig verteilen. Optional die Zwiebeln in (Halb-)Ringe schneiden und ebenfalls auf dem Pizzateig verteilen. Das gleiche mit den Ananasstücken und mit den Räuchertofuwürfeln tun. Zum Schluss das Ganze gleichmäßig mit der hefewürzigen Sauce übergießen.
Die Pizzen in den Ofen schieben und bei 180 Grad Celsius ca. 30 Minuten backen.
Zutaten für zwei mittelgroße Pizzen, ca. 8 Portionen:
Teig:
- 400 g Vollkornmehl
- 250 ml lauwarmes Wasser
- 1 Päckchen Trockenhefe
- 1 TL Salz
- 200 ml warmes Wasser
- 4 EL Weizenmehl
- 80 ml Pflanzeneiweißdrink (z.B. Hafer-, Soja- oder Mandeldrink)
- 1 TL Senf
- 1/2 TL Kurkumapulver
- 4 EL Würzhefe
- 1 TL Salz
Belag:
- 400 g Pizzatomaten bzw. Tomatenstückchen aus der Dose
- 2 EL italienische Kräuter
- Salz und Pfeffer
- Optional: 2 Zwiebeln
- 300 - 400 g Ananasstücke (frisch oder abgetropft aus Dose oder Glas)
- 200 g Räuchertofu, in Würfel von ca. 1 cm Kantenlänge geschnitten
Zubereitung:
Für den Teig zunächst alle trockenen Zutaten in einer Schüssel vermengen, dann das Wasser zugeben und alles verrühren. Der Teig sollte so fest sein, dass er nicht klebt aber gleichzeitig gut knetbar ist. Je nachdem in kleinen Mengen noch etwas Wasser oder Mehl hinzugeben. Die Schüssel mit einem feuchten Tuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort z.B. im Ofen gehen lassen, wobei die Temperatur jedoch 40 Grad Celsius nicht übersteigen darf. (Ideal sind 30 Grad Celsius.)
Nun die Hefewürzige Sauce vorbereiten: Das Weizenmehl in einer Tasse mit etwas warmen Wasser zu einer geschmeidigen Masse anrühren. Einen Topf mit etwas Wasser bei höchster Stufe erhitzen. Wenn das Wasser kocht, ggf. mehr Wasser nachgießen, so dass der Boden bedeckt bleibt. Dann die Mehlmasse in den Topf geben und kurz ankochen. Nun das warme Wasser hinzugeben und alles unter ständigem Verrühren mit einem Schneebesen aufkochen lassen. Die Sauce dickt nun an. Die Hitze abstellen und Pflanzeneiweißdrink, Senf, Kurkumapulver, Würzhefe und Salz unterrühren.
Wenn der Teig genügend gegangen ist, ihn zunächst noch einmal durchkneten und dann auf zwei mit Backpapier belegten Pizzablechen möglichst dünn in mittelgroße Pizzafladen ausrollen. (Es hilft, alles mit etwas Mehl zu bestäuben.)
Nun für den Belag zunächst die Pizzatomaten in einer kleinen Schüssel mit den italienischen Kräutern verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Diese Tomatensauce mit einem Löffel gleichmäßig auf dem Pizzateig verteilen. Optional die Zwiebeln in (Halb-)Ringe schneiden und ebenfalls auf dem Pizzateig verteilen. Das gleiche mit den Ananasstücken und mit den Räuchertofuwürfeln tun. Zum Schluss das Ganze gleichmäßig mit der hefewürzigen Sauce übergießen.
Die Pizzen in den Ofen schieben und bei 180 Grad Celsius ca. 30 Minuten backen.
Sonntag, 23. März 2014
Paläo-Ernährung ist Pseudo-Wissenschaft
Seit Ewigkeiten möchte ich schon etwas zur sogenannten Paläo-Ernährung
schreiben, die vorgibt, auf wissenschaftlichen Erwägungen zur Evolution
des Menschen und seiner Ernährung zu beruhen, dabei aber zahlreiche
unfundierte Annahmen macht und falsche Schlüsse zieht. Tatsächlich
handelt es sich dabei meistens nur um ein neues, vermeintlich
wissenschaftlicheres Gewand des alten Atkins- oder Low-Carb-Konzepts,
das den hohen Konsum tierischer Proteine und Fette in ein gutes und den
Konsum von Kohlehydraten in ein schlechtes Licht rücken soll, wobei dann
auch nicht mehr groß zwischen leeren raffinierten Kohlehydraten wie
Weißmehl und Kristallzucker einerseits und Kohlehydraten aus
vollwertigen, ballaststoffreichen Quellen wie Vollgetreide, Naturreis,
Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Obst andererseits unterschieden wird.
Auch fällt auf, dass sich unter den Vertretern der Paläo-Ernährung keine "echten" Anthropologen (d.h. solche mit akademischem Grad) finden, denn diese wissen sehr genau, dass es "die Ernährung" der Steinzeitmenschen nicht gegeben haben kann, da die Steinzeit einen riesigen Zeitraum umfasst, in dem Menschen unter verschiedensten Umweltbedingungen gelebt haben und dass das Wissen über deren genaue Lebensweisen nach wie vor extrem lückenhaft und begrenzt ist. (Unter denen, die mit Büchern über die sogenannte Paläo-Ernährung viel Geld verdienen, finden sich überhaupt auffällig viele "Fachfremde" wie Wirtschaftsprofessoren und Fitnesstrainer.) Viele unserer Vorfahren haben z.B. nachweislich auch Baumrinden und Maden gegessen, trozdem gibt es keine bekannten Vertreter der Paläo-Diät, die so etwas auf ihren Speiseplan setzen oder behaupten, dass das zu einer gesunden Ernährung dazu gehöre.
Zudem gibt es bei den Anhängern der Paläo-Diät auch noch zahlreiche Missverständnisse zum Wesen der Evolution selbst. Es ist z.B. nicht klar wieso wir genetisch noch die gleichen Merkmale wie unsere Vorfahren aus der Steinzeit besitzen sollen. Richard Dawkins beschreibt in seinem Buch "Die Schöpfungslüge" (englisch: "The Greatest Show on Earth") sehr schön, wie bestimmte Adaptionen auch über wenige Generationen hinweg möglich sind. Auch gibt es so etwas wie eine Koevolution, die im Falle von Kulturpflanzen zum menschlichen Verzehr sogar durch Züchtung noch erheblich beschleunigt wurde. D.h. nicht nur Menschen haben sich an ihre natürlichen Umweltbedingungen angepasst, sondern sie haben auch die Natur durch Züchtung besonders nährstoffreicher und ernährungsphysiologisch wertvoller Pflanzen an sich angepasst.
Man kann vor jeder Art von Low-Carb-Ernährung nur warnen, denn schon in der westlichen Standardernährung ist der Anteil von Proteinen und Fetten insbesondere aus Tierprodukten viel höher als er sein sollte und (gemeinsam mit dem Konsum extrahierter pflanzlicher Fette und raffinierter Kohlehydrate) die Hauptursache unserer zahlreichen Wohlstandskrankheiten wie Herzinfarkt, ischämischer Schlaganfall, Typ-II-Diabetes, Arthritis, Prostata-, Brust-, Eierstock- und Darmkrebs. Generell steigt mit dem Konsum tierischer Proteine auch der IGF-I-Spiegel, der wiederum das Risiko für Krebs im allgemeinen erhöht. (Siehe hier.)
Da mir aber momentan die Zeit fehlt, die erwähnten unfundierten Annahmen und falschen Schlüsse der Paläo-Ernährung im einzelnen auseinander zu pflücken, möchte ich zumindest auf einen sehr guten Vortrag einer "echten" Anthropologin, nämlich Dr. Christina Warinner von der University of Oklahoma hinweisen, den sie bei einer TEDx-Veranstaltung gehalten hat. Man benötigt jedoch einigermaßen gute Englischkenntnisse um ihm folgen zu können:
Auch fällt auf, dass sich unter den Vertretern der Paläo-Ernährung keine "echten" Anthropologen (d.h. solche mit akademischem Grad) finden, denn diese wissen sehr genau, dass es "die Ernährung" der Steinzeitmenschen nicht gegeben haben kann, da die Steinzeit einen riesigen Zeitraum umfasst, in dem Menschen unter verschiedensten Umweltbedingungen gelebt haben und dass das Wissen über deren genaue Lebensweisen nach wie vor extrem lückenhaft und begrenzt ist. (Unter denen, die mit Büchern über die sogenannte Paläo-Ernährung viel Geld verdienen, finden sich überhaupt auffällig viele "Fachfremde" wie Wirtschaftsprofessoren und Fitnesstrainer.) Viele unserer Vorfahren haben z.B. nachweislich auch Baumrinden und Maden gegessen, trozdem gibt es keine bekannten Vertreter der Paläo-Diät, die so etwas auf ihren Speiseplan setzen oder behaupten, dass das zu einer gesunden Ernährung dazu gehöre.
Zudem gibt es bei den Anhängern der Paläo-Diät auch noch zahlreiche Missverständnisse zum Wesen der Evolution selbst. Es ist z.B. nicht klar wieso wir genetisch noch die gleichen Merkmale wie unsere Vorfahren aus der Steinzeit besitzen sollen. Richard Dawkins beschreibt in seinem Buch "Die Schöpfungslüge" (englisch: "The Greatest Show on Earth") sehr schön, wie bestimmte Adaptionen auch über wenige Generationen hinweg möglich sind. Auch gibt es so etwas wie eine Koevolution, die im Falle von Kulturpflanzen zum menschlichen Verzehr sogar durch Züchtung noch erheblich beschleunigt wurde. D.h. nicht nur Menschen haben sich an ihre natürlichen Umweltbedingungen angepasst, sondern sie haben auch die Natur durch Züchtung besonders nährstoffreicher und ernährungsphysiologisch wertvoller Pflanzen an sich angepasst.
Man kann vor jeder Art von Low-Carb-Ernährung nur warnen, denn schon in der westlichen Standardernährung ist der Anteil von Proteinen und Fetten insbesondere aus Tierprodukten viel höher als er sein sollte und (gemeinsam mit dem Konsum extrahierter pflanzlicher Fette und raffinierter Kohlehydrate) die Hauptursache unserer zahlreichen Wohlstandskrankheiten wie Herzinfarkt, ischämischer Schlaganfall, Typ-II-Diabetes, Arthritis, Prostata-, Brust-, Eierstock- und Darmkrebs. Generell steigt mit dem Konsum tierischer Proteine auch der IGF-I-Spiegel, der wiederum das Risiko für Krebs im allgemeinen erhöht. (Siehe hier.)
Da mir aber momentan die Zeit fehlt, die erwähnten unfundierten Annahmen und falschen Schlüsse der Paläo-Ernährung im einzelnen auseinander zu pflücken, möchte ich zumindest auf einen sehr guten Vortrag einer "echten" Anthropologin, nämlich Dr. Christina Warinner von der University of Oklahoma hinweisen, den sie bei einer TEDx-Veranstaltung gehalten hat. Man benötigt jedoch einigermaßen gute Englischkenntnisse um ihm folgen zu können:
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