Samstag, 15. November 2014

Dr. Esselstyns Buch endlich auf deutsch!

"Essen gegen Herzinfarkt" - Buchcover
Buchcover "Essen gegen Herzinfarkt"

Wie man am Veröffentlichungsdatum meines letzten Beitrags sehen kann, fehlt mir seit mehreren Wochen aus familiären Gründen die Zeit, wenigstens einmal im Monat etwas Neues zu schreiben. Aber ich kann nicht einen Blog anfangen, der zu einem großen Teil die revolutionären Erkenntnisse von Dr. Esselstyn zum Gegenstand hat, und dann die Tatsache übergehen, dass das Buch, in welchem er diese Erkenntnisse zusammengefasst hat, nun endlich auf deutsch erschienen ist.


Also: Die deutsche Übersetzung von Dr. Esselstyns "Prevent and Reverse Heart Disease" (wörtliche Übersetzung in etwa "Herzkrankheiten verhindern und umkehren") ist in diesem Herbst unter dem Titel "Essen gegen Herzinfarkt" im TRIAS-Verlag erschienen.

Aber es kommt noch besser: Die deutsche Ausgabe ist (soweit ich das nach einer ersten Stichprobe feststellen konnte) zum einen professionell übersetzt und zum anderen sogar noch liebevoller gestaltet als das englische Original. Wo der Rezeptteil im Original lediglich mit Text aufwartet, bietet die deutsche Ausgabe im gleichen Teil viele sehr schön fotografierte Abbildungen einzelner Gerichte. Auch die Typographie, Haupt- und Zwischenüberschriften in roter Farbe und der Satz in zwei Spalten machen das Lesen zu einer echten Freude.

Vom Inhalt muss ich ja wahrscheinlich nicht mehr reden. Habe ich schon erwähnt, dass Dr. Esselstyn einer meiner großen Helden ist? Meines Erachtens nach hätte er den Medizinnobelpreis mehr als alle derzeitigen Preisträger verdient. Die fördern zwar auf prestigeträchtigen Forschungsfeldern wie der Genetik und der Mikrobiologie neue geniale Erkenntnisse zu Tage, die vielleicht mal irgendwann in der Zukunft zu irgendwelchen Therapien für die heutigen Geißeln der Menschheit führen könnten. Wahrscheinlich aber eher nicht, und wenn doch, werden diese Therapien wohl ultrakompliziert und extrem teuer sein.

Dr. Esselstyn hingegen weist einen einfachen Weg, der Kosten eher mindert und schon heute jeden Tag Zehntausende von Todesfällen von Menschen (und darüber hinaus Millionen von Tötungen nicht-menschlicher Tiere) verhindern könnte, wenn er denn gegangen würde. Das Ausmaß von Krankheit und Leid, das seine Arbeit verhindern kann, steht in nichts dem nach, was die Entdeckungen eines Dr. Robert Koch zu bewirken vermochten.

Das Problem ist wohl, dass dieser Weg schlichtweg zu einfach ist, da er lediglich eine Umstellung der Essgewohnheiten erfordert. Eine Heilmethode, an der niemand verdienen kann und die jedem offen steht, ist offenbar nicht geeignet, ihrem Entdecker in Medizinerkreisen Ruhm und höchste Anerkennung zu verschaffen.

Die deutsche Ausgabe von Dr. Esselstyns Buch dürfte wohl das erste Werk der deutschsprachigen Ernährungsliteratur sein, dass mit zwingender Logik den Mythos vom gesunden Olivenöl widerlegt und auch darlegt, warum die sogenannte Mittelmehrdiät zwar ein paar Vorteile gegenüber der sonst hierzulande durchschnittlich üblichen Ernährungsweise bietet, aber letztlich eben auch nur das kleinere unter mehreren Übeln ist.

Also: Wer nichts davon hält, eines Tages ohne Vorwarnung durch einen Herzinfarkt oder einen ischämischen Schlaganfall aus dem Leben gerissen oder stark behindert zu werden und stattdessen seine Chancen auf ein langes und gesundes Leben deutlich erhöhen möchte (und zwar auch bei entsprechender familiärer Vorbelastung), muss dieses Buch lesen.


Caldwell B. Esselstyn: "Essen gegen Herzinfarkt - Das revolutionäre Ernährungskonzept", TRIAS Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG, Stuttgart 2014, Paperback € 24,99

Samstag, 30. August 2014

Mousse au Chocolat ohne Reue

Mousse au Chocolat auf Basis schwarzer Bohnen
Hier ein Rezept für eine etwas andere Mousse au Chocolat, zu dem ich durch Jane vom "Achtung Pflanzenfresser"-Blog inspiriert wurde. Entsprechend des KISS-Prinzips ("Keep it simple, stupid" oder auch deutsch "Halte es einfach, Dummerchen") habe ich mich auf eine möglichst geringe Anzahl an Zutaten beschränkt und war mit dem Ergebnis dennoch sehr zufrieden. Die besondere Note bekommt diese Mousse durch den Ingwer. Sowohl der verwendete Kakao als auch die schwarzen Bohnen stecken voller Antioxidantien, so dass man diese Schoko-Mousse doppelt genießen kann: Einerseits dank des schokoladigen Geschmacks, andererseits dank des Wissens, seinem Körper etwas Gutes zu tun.

Zutaten (3-4 Portionen):
  • 100 Gramm entkernte Datteln
  • 1/8 Liter Wasser
  • 250 Gramm schwarze Bohnen
    (entweder aus der Dose, dann aber ungesalzen, oder selbst eingeweichte und gekochte sowie möglicherweise tiefgefrorene und wieder aufgetaute)
  • 2 - 3 gestrichene EL stark entöltes (fair gehandeltes) Kakaopulver, je nach Geschmack. Wer Bitterschokolade mag, nimmt drei Esslöffel, wer nicht, nur zwei.
  • 1 TL gehackter Ingwer
  • 1 Prise Salz
Zubereitung:
Die Datteln mehrere Stunden (am besten über Nacht) im Wasser einweichen.  Dann die Bohnen in ein schmales Gefäß geben, das Kakaopulver, den Ingwer, die Prise Salz und die Datteln mit dem Einweichwasser hinzugeben. Einmal kurz alles verrühren bis das Kakaopulver sich in der Flüssigkeit gelöst hat. Dann mit einem Handmixer alles zu einer einheitlichen Masse pürieren. (Das muss möglicherweise in mehreren Etappen passieren, da der Mixer viel zu tun bekommt und aufgrund eines eingebauten Überhitzungsschutzes abschalten kann, bevor die ganze Arbeit getan ist.)

Wenn man mag, kann man das Ganze natürlich auch noch mit etwas Zimt oder Vanilleextrakt verfeinern. Da der Kakao- und Ingwergeschmack aber ohnehin dominieren, haben wohl nur wirkliche Feinschmecker etwas davon.

Sonntag, 27. Juli 2014

Dr. McDougalls Ernährungsratschläge erstmals auf deutsch

Dr. John McDougall mit Ehefrau Mary
Dr. McDougall und Ehefrau Mary
Leider wurde das hervorragende Buch "The Starch Solution" von Dr. John McDougall bisher nicht auf Deutsch veröffentlicht.

Nun gibt es aber erstmals, und das auch noch frei im Internet verfügbar, seine Ernährungsratschläge in deutscher Version - schön kompakt zusammengefasst in einem "bunten Bilderbuch".

Auch in vielen anderen Sprachen ist dieses Bilderbuch abrufbar.

Ich gehe nicht in jeder Hinsicht hundertprozentig mit Dr. McDougall konform, z.B. schätzt er das Risiko eine B12-Mangels, wenn man nicht supplementiert, sowie auch die benötigten Dosen meines Erachtens nach etwas zu gering ein. (Gerade wenn die Aufnahme über den intrinsischen Faktor gestört ist, kann nur ein geringer Bruchteil des eingenommenen Vitamin B12 auch resorbiert werden, d.h. die Dosen müssen dann um ein Vielfaches höher als die vom Körper tatsächlich benötigten Mengen sein.) Letztlich kommt er dann aber doch zu einer vernünftigen Empfehlung einer wöchentlichen Dosis von 500 µg.

Auch könnte Dr. McDougall den Wert von grünem Blattgemüse stärker betonen, denn dieses erhält zahlreiche essenzielle Mikronährstoffe in konzentrierter Form.

Das Entscheidende und Wichtige ist aber alles enthalten. Letztlich sind Dr. McDougalls Ratschläge die gleichen wie bei Dr. Esselstyn: Keinerlei tierische Produkte und keine extrahierten Pflanzenöle oder Produkte, die diese enthalten.

Besonders gefällt mir bei Dr. McDougall sein Bemühen, der allgemein verbreiteten, aber völlig unfundierten und unbegründeten Verteufelung von stärkehaltigen pflanzlichen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Vollgetreide und Naturreis etwas entgegenzusetzen. Viele Veganerinnen und Veganer lassen sich ja durch die Mythen und Irrlehren der Low-Carb- (und Rohkost-)Anhänger verunsichern und versuchen dann, Stärkehaltiges in ihrer Ernährung zu reduzieren. Auch Attila Hildmann trägt mit seinen Büchern zu dieser Verunsicherung bei, denn auch er verbreitet den auf keinerlei Wissenschaft gründenden Ratschlag, am Abend möglichst wenig Kohlenhydrate zu essen und beschreibt Rezepte für Pasta aus Zucchini und ähnlichen Firlefanz.

Das Problem beim Verzicht auf Stärkehaltiges ist jedoch, dass es genau das ist, was bei einer pflanzlichen Ernährung sättigt ohne dem Körper in irgendeiner Weise zu schaden. Wer sich vegan ernährt, aber Stärkehaltiges reduziert, wird entweder immer hungrig herumlaufen oder aber er muss statt Stärke umso mehr Lebensmittel konsumieren, die reich an Fett (Pflanzenöle, Nüsse und Nussmuse) oder reich an Einfachzuckern (jede Art von Obst) sind. Besonders vom Gebrauch von Pflanzenölen ist dringend abzuraten, wie ich in diesem Blog ja schon mehrfach ausgeführt habe.

Mittwoch, 23. Juli 2014

Dr. Esselstyn hat's wieder getan

Es gibt ein Update zu meinen bisherigen Berichten über Dr. Caldwell B. Esselstyns Forschungsergebnisse. Er hat nun eine neue Studie mit insgesamt 198 herzkranken Teilnehmern veröffentlicht, von denen 177 seine Ernährungsregeln über einen Zeitraum von durchschnittlich 3,7 Jahren durchgezogen haben. Damit war der Teilnehmerkreis erheblich größer als bei seiner ersten, 1995 veröffentlichen Studie mit 22 Patienten, von denen 17 Dr. Esselstyns Ernährungsratschlägen über den gesamten Studienzeitraum folgten, während die fünf anderen aufgaben. Schon bei der ersten Studie waren die schweren Herzerkrankungen sämtlicher "folgsamen" Teilnehmer zum Stillstand gekommen, während sie bei den anderen fortschritten. Von tierverbrauchenden Low-Carb- und Paläo-Bloggern wie einer gewissen Denise Minger war immer auf die geringe Anzahl an Teilnehmern dieser Studie verwiesen worden, um deren Ergebnisse für nicht repräsentativ und aussagekräftig zu erklären. Dabei waren die Ergebnisse aufgrund ihrer Eindeutigkeit natürlich trotz dieser geringen Anzahl statistisch signifikant. Die Möglichkeit, dass die beobachteten Ergebnisse auf reinem Zufall beruhten, war genauso gering, wie die Wahrscheinlichkeit, dass wenn man 5 Männer und 17 Frauen aus einer Urnemit den Zahlen 1 bis 22 beschriftete Kugeln ziehen lässt, die Männer dabei genau die Kugeln mit den Zahlen 1-5 ziehen und die Frauen die anderen.

Das Ergebnis der neuen Studie: Unter den 177 “folgsamen” Teilnehmern (wobei man das nicht mal hundertprozentig kontrollieren kann und da vielleicht der eine oder die andere zwischendurch sogar mal geschummelt oder ein regelwidriges Lebensmittel erwischt hat) gab es gerade noch mal ein kardiales Ereignis, das als Rückfall der vorherigen Erkrankung gewertet werden konnte. Anders wiederum bei den 21 “Drop-Outs”: Von denen hatten 62 Prozent in der Folge ein weiteres kardiales, als Rückfall zu wertendes Ereignis.

Esselstyns Ernährungsregeln (“nothing with a mother or a face, no added oils” - also nichts mit einer Mutter oder einem Gesicht, keine zugefügten Öle) sind und bleiben damit die einzige bekannte und belegte Möglichkeit, eine solch geringe Quote (0,6 Prozent) eines Wiederauftretens kardialer Ereignisse zu bewirken. Statistisch ist damit auch praktisch ausgeschlossen, dass diese verschiedenen Quoten (0,6 Prozent bei den “Folgsamen” gegen 62 Prozent bei den “Drop-Outs”) ein bloßer Zufall sind.

Quellen:

Caldwell B. Esselstyn, Jr., et al., "A strategy to arrest and reverse coronary artery disease: a 5-year longitudinal study of a single physician's practice." The Journal of Family Practice 41, no. 6 (Dec 1995): 560-568. [http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7500065]

Caldwell B. Esselstyn, Jr., et al., “A Way to Reverse CAD?” The Journal of Family Practice 63, no. 7 (July 2014): 356–364.

http://www.ldsmag.com/article/1/14585

http://www.clevelandjewishnews.com/special_sections/health_beat/article_d6f937ec-0796-11e4-9604-001a4bcf887a.html

Montag, 9. Juni 2014

Saftige Karotten-Schoko-Muffins

Ich habe im Laufe der Zeit herausgefunden, dass man Kakaogeschmack umso besser genießen kann, je dezenter die begleitende Süße ist. Daher sind diese Muffins statt mit Zucker nur mit Datteln gesüßt. Um auch ohne zugesetzte Fette wie Margarine oder Öl eine gewisse Feuchtigkeit zu behalten, kommen noch geraspelte Karotten in den Teig. Man schmeckt sie nicht mehr heraus, aber sie sind dafür verantwortlich, dass sich diese Muffins mit Fug und Recht als saftig bezeichnen dürfen.

Zutaten (für 12 Muffins):
  • 300 Gramm (Bio-)Apfelmark
  • 12 Datteln, halbiert und mehrere Stunden (z.B. über Nacht) in 100 ml Wasser eingeweicht
  • 200 Gramm Weizenvollkornmehl
  • 1/4 TL Salz
  • 2 TL Backpulver
  • 1 TL Backnatron
  • 1 TL Zimt
  • 1/4 TL Vanilleextrakt
  • 4 EL stark entöltes Kakaopulver
  • 2 mittelgroße Karotten

Zubereitung:
Ein Backblech für Muffins mit Küchenkrepp und etwas Rapsöl ganz dünn einfetten und beiseite stellen. Alternativ kann man eine Muffin-Backform aus Silikon verwenden und sich diesen Arbeitsschritt sparen.

Das Apfelmark und die eingeweichten Datteln mit eventuell noch nicht aufgesogener Restflüssigkeit in eine schmale Schüssel geben und pürieren.
Alle trockenen Zutaten (Mehl, Salz, Backpulver, Backnatron, Zimt, Vanilleextrakt und Kakaopulver) in einer größeren Schüssel gut vermengen.

Nun das Apfelmark über die trockenen Zutaten geben und zusätzlich die Karotten (fein) darüber raspeln. Alles untermischen bis ein einigermaßen feuchter, aber auch noch halbwegs zäher Teig entsteht.

Die Muffin-Formen mit einem Löffel zu je zwei Dritteln mit Teig befüllen. Das Blech in den auf 180 Grad Celsius vorgeheizten Ofen schieben und die Muffins 20 Minuten backen.

Nach dem Backen die Muffins erst etwas abkühlen lassen, bevor man sie aus der Form entfernt, indem man sie zunächst mit einem geeigneten Werkzeug (z.B. ein Plastikmesser) von den Seiten löst.

Varianten:
Wenn man es noch etwas einfacher und auch günstiger möchte, kann man statt des Apfelmarks und der Datteln auch einfach 400 Gramm gesüßten (Bio-)Apfelmus verwenden.

Eine weitere, etwas süßere, aber geschmacklich leicht abweichende Variante kann man erreichen, indem man statt des Kakaopulvers Carob-Pulver verwendet, dass schon eine eigene Süße hat.